17. Januar 2022 / 10:17 Uhr

"Kann tolle Sache werden": 06 Lehrte freut sich auf Hauch von Europa League

"Kann tolle Sache werden": 06 Lehrte freut sich auf Hauch von Europa League

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Auf dem heimischen Kunstrasen lief es für das 06-Team um Nico Schlehuber
(links) auch beim 1:2 im Derby gegen den FC nicht allzu gut. Das soll
sich in der Abstiegsrunde ändern.
Auf dem heimischen Kunstrasen lief es für das 06-Team um Nico Schlehuber (links) auch beim 1:2 im Derby gegen den FC nicht allzu gut. Das soll sich in der Abstiegsrunde ändern. © Michael Plümer
Anzeige

Rundum zufrieden ist Markus Olschar nicht mit der Vorrunde des SV 06 Lehrte gewesen. "Es war mehr möglich", sagt der Coach der Gelb-Schwarzen - besonders mit Blick auf die Heimniederlagen. Jetzt freut er sich aber auf einen Hauch von Europa League in der Abstiegsrunde: "Das kann eine tolle Sache werden."

Insgeheim hatte sich Trainer Markus Olschar ein bisschen mehr erhofft als den vierten Platz, den seine Mannschaft vom SV 06 Lehrte in der Bezirksliga 5 nach der Vorrunde belegt hat. „Es liegt einfach in meiner Natur, oben mitspielen zu wollen. Ich habe immer den Anspruch, jedes Spiel gewinnen zu wollen“, sagt Olschar. Mittelfeldgeplänkel ist halt nichts für ihn.

Anzeige

Und doch schiebt der 06-Coach sofort hinterher: „Wirklich unzufrieden bin ich nicht mit der Hinrunde. Man darf nicht vergessen, dass es unsere erste vollständige Bezirksligasaison seit dem Aufstieg im Sommer 2019 ist. Aber es war mehr möglich. Wir sind nicht konstant genug, deshalb hat es nicht zu mehr gereicht.“ Welches Team er in der Abstiegsrunde stark einschätzt? „Den SV 06 Lehrte natürlich“, antwortet Olschar ohne Zögern.

Mehr Berichte aus der Region

In den entscheidenden Spielen haben die Gelb-Schwarzen zu viele Punkte liegen gelassen. „Mich wurmt besonders, dass wir uns drei der vier Niederlagen zu Hause auf unserem Kunstrasen eingehandelt haben. Dabei hätte der Kunstrasen doch eigentlich ein Vorteil für uns sein müssen“, sagt Olschar.

Auch wenn bei den Auftritten der 06er nicht immer alles optimal lief, hebt der Trainer doch drei Spieler lobend hervor, die nach seinen Worten „stets auf der Höhe waren“. Neben Dmitry Chistov und Chris Ofosua schwärmt er insbesondere von Verteidiger Paul Witzel. „Was Thomas Müller für den FC Bayern, ist Paul für uns – nur eben auf einer anderen Position. Er ist ein sehr cleverer und intelligenter Fußballer und ein toller Mensch, absolut verlässlich. Den muss man immer bringen.“

Olschar erwartet kein Zuckerschlecken

Winterpause, das nehmen die Gelb-Schwarzen beim Wort. „Aber so was von. Wir machen tatsächlich nichts und haben derzeit kaum Kontakt“, sagt Olschar, der sein Team am 10. Februar zur Vorbereitung bittet. Der SV 06 verzeichnet mit Sozdar Demir (private Gründe) und Till Bretzke (beruflich bedingt) zwei Abgänge. Eventuell stößt noch der eine oder andere Neue dazu. „Es ist ja schon verrückt, da machen wir dann eine sechswöchige Vorbereitung, um neun Spiele auszutragen, und dazwischen liegen auch noch die Osterferien. Aber so ist es nun mal.“

Der Coach und seine Akteure freuen sich auf die herausfordernde Aufgabe, die im Frühjahr vor ihnen liegt. „40 Prozent steigen ab, das wird kein Zuckerschlecken. Neun Spiele, in denen es um alles geht. Da darf man sich keine Hänger erlauben. Alle müssen auf den Punkt da sein, damit wir am Ende die Klasse halten.“


Das sind die Helden der Woche der Region Hannover in der Saison 2021/22

Erst hat <b>Patrick Lehmann</b> in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. Zur Galerie
Erst hat Patrick Lehmann in Bavenstedt gepatzt, dann aber mit zahlreichen Glanztaten den Gegner in den Wahnsinn getrieben. Für seine starke Leistung beim 2:1 des TSV Pattensen ist der junge Torhüter mit 67,9 Prozent der Stimmen zum ersten Held der Woche der neuen Saison gewählt worden. ©

Und Olschar genießt es, in den Spielen der Abstiegsrunde endlich mal andere Teams, Ortschaften und Plätze zu sehen. Auf die ewig gleichen Gegner hatte er einfach keine Lust mehr. „Ich mag es, über den Tellerrand hinauszuschauen. Im Urlaub möchte ich ja auch nicht nur im Hotel bleiben, sondern Land und Leute kennenlernen.“

Über dem Ganzen liege ein Hauch von Europa League, so der Lehrter Coach - und spielt damit auf die teils weiten Auswärtsfahrten an. Exakt 122 Kilometer trennen den Sportplatz Am Pfingstanger von der Spielstätte des gegnerischen SC Twistringen. Auch Nienburg, Rinteln und Almstedt liegen nicht gerade vor der Lehrter Haustür.

Dagegen ist es zum Mellendorfer TV, der SG Blaues Wunder oder zum FC Can Mozaik geradezu ein Katzensprung. „Ich bin schon ganz gespannt, das kann eine tolle Sache werden“, sagt Olschar mit spürbarer Begeisterung. Die Motivation, nach der Ruhepause wieder voll durchzustarten, ist bei den Gelb-Schwarzen jedenfalls riesengroß.