13. Oktober 2020 / 11:53 Uhr

Nach Blitz-Rot für Döhrens Keeper: Arnumer arbeiten sich zum zweiten Saisonsieg

Nach Blitz-Rot für Döhrens Keeper: Arnumer arbeiten sich zum zweiten Saisonsieg

Jens Niggemeyer und Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ermin Vojnikovic sieht, wie seine Arnumer von einem frühen Platzverweis beim Gegner profitieren.
Ermin Vojnikovic sieht, wie seine Arnumer von einem frühen Platzverweis beim Gegner profitieren. © Dennis Michelmann
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Fast das gesamte Auswärtsspiel bei Niedersachsen Döhren konnte die SV Arnum in Überzahl bestreiten. Der Grund: Mo Kilic, Torhüter der Gastgeber, flog nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. Das nutzten die Arnumer zwar aus, allerdings nicht über die Maßen, sodass am Ende ein 3:1 für sie zu Buche stand.

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Mit einem 3:1 (1:0) bei Niedersachsen Döhren hat die SV Arnum in der Bezirksliga 6 ihren zweiten Dreier der Saison eingefahren. „Die Jungs haben das ordentlich gemacht, haben geackert und gearbeitet und phasenweise auch einen guten Ball gespielt“, lobte Coach Ermin Vojnikovic. „Geholfen hat uns dabei natürlich, dass der gegnerische Keeper schon sehr früh nach einem Foul Rot gesehen hat.“

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Das sah sein Kollege sogar noch krasser: „Leider war das Spiel schon nach einer Minute entschieden“, sagte Döhrens Trainer Michael Wohlatz. Sein Torwart Mo Kilic flog nach einer Zeigerumdrehung extrem früh vom Platz. Was war passiert? Arnums Stürmer Antonio Petrovic wurde gut freigespielt und steuerte ungestört auf Kilic zu. Die Döhrener Nummer eins eilte aus dem Strafraum und wusste sich nur mit einem Foul zu helfen. „Das war sicher unglücklich und nicht absichtlich, aber eine korrekte Entscheidung“, sagte Vojnikovic.

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Weil die Platzherren keinen Ersatztorwart hatten, ging mit Marco Jank der Kapitän ins Tor. „Den fälligen Freistoß hat auch prompt überragend pariert“, lobte Arnums Trainer. Und nicht nur das: Bis zur Pause machten die dezimierten Gastgeber ihre Sache richtig gut. „Die haben den Torwart fast wie in der Halle als eine Art Anspieler genutzt, auf Dreierkette umgestellt und hatten so im Mittelfeld keine Unterzahl. Und da sie ohnehin bevorzugt mit langen Bällen agiert haben, blieb es echt schwer für uns.“



"Wir hätten öfter den Abschluss suchen sollen"

Die Arnumer pressten und hatten oft den Ball, agierten aber vor der Pause etwas zu umständlich. „Wir hätten öfter den Abschluss suchen sollen, als immer noch den nächsten Mann zu suchen. Auch der letzte Pass kam oft zu ungenau.“

Einer tat dies zumindest einmal: Jan-Henrik Diedrich zog in der 20. Minute aus 22 Metern einfach mal ab, und sein abgefälschter Schuss fand den Weg ins Tor. Die größte Chance, um zu erhöhen, hatte der extrem agile Karim Boua Dagnogo, der frei vor dem Tor auftauchte, aber den Ball übers Tor jagte (37.). „Die Döhrener waren vor allem bei Ecken und den langen Einwürfen von Marko Grahovac gefährlich, aber bis auf eine Situation haben wir das alles gut verteidigt“, sagte Vojnikovic.

Nach dem Wechsel erhöhte Dagnogo nach einem schnellen Konter zügig auf 2:0 (53.). „Jetzt hätten wir den Sack zubinden müssen“, ärgerte sich der Arnums Coach. Dreimal lief Dagnogo allein aufs Tor zu, einmal Felix Rademacher, einmal Amadou Sayon – doch die Arnumer schafften es nicht, auf 3:0 zu erhöhen. „Dann wäre alles gelaufen gewesen, und wir hätten wohl noch ein, zwei Tore mehr geschossen.“

Gastgeber zu keinem Zeitpunkt auf

So habe man den Gegner im Spiel gelassen. „Und die haben nie aufgeben.“ Als Daniel Werner kurz vor Schluss per Kopf auf 1:2 verkürzte (85.), kam noch einmal Hektik auf. „Wir haben nach dem Anschlusstor noch mal zwei 1000-Prozentige verballert, da habe ich schon befürchtet, dass sich das noch rächt“, gab Vojnikovic zu. Doch In der Nachspielzeit machte Rademacher mit dem 3:1 endgültig den Deckel drauf (90. + 2).