02. September 2018 / 14:22 Uhr

SV Atlas trotzt dem Tabellenführer ein Remis ab

SV Atlas trotzt dem Tabellenführer ein Remis ab

Michael Kerzel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fußball-Oberliga
SV Atlas 9 Marco Priessner -
Eintracht Northeim
Stadion
Geplant: 01.09.2018, 16:00 bis 17:30
Marco Prießner (li) konnte sich zwar selten durchsetzen wie hier gegen Hortmein-Kapitän Christian Horst, dennoch hatte er die größte Chance des Spiels. © Ingo Moellers
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Gegen Eintracht Northeim kommen die Delmenhorster zu einem torlosen Unentschieden - und können trotz der besseren Chancen gut damit leben

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Auch nach dem vierten Spieltag bleibt der SV Atlas Delmenhorst ungeschlagen. Dabei hatten es die Oberliga-Fußballer mit dem bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer Eintracht Northeim zu tun. Die Blau-Gelben wiesen beim 0:0-Unentschieden letztlich ein Chancenplus in einer eher ereignisarmen, jedoch keinesfalls schwachen Partie auf. Das Unentschieden geht in Ordnung, beide Trainer konnten gut mit dem Punkt leben, sahen die Platzherren leicht im Vorteil, vor allem im zweiten Durchgang.

In den ersten Spielminuten dominierten jedoch zunächst die Gäste, bereits nach einer Minute strich ein Kopfball nur knapp über das Gehäuse von Florian Urbainski, in der achten Minute traf Richard Hehn mit einem Distanzschuss den Innenpfosten. Es folgte jedoch eine Stunde, in der die Northeimer keinerlei Gefahr ausstrahlten. "Wir haben zehn bis 15 Minuten gebraucht, um in die Partie reinzukommen. Aber dann waren wir griffiger. Wir haben insgesamt eine gute Leistung gezeigt, mit der ich sehr zufrieden bin", sagte Atlas-Trainer Jürgen Hahn. Auch sein Gegenüber Philipp Weißenborn verortete die stärkste Phase seiner Mannen in den Anfangsminuten. "In den ersten 30 Minuten hatten wir einen guten Zugriff, dann verlief die Begegnung bis zur Halbzeit ausgeglichen", berichtete er.

Weder Urbainski noch Gäste-Torwart Christopher Meyer mussten eine Parade zeigen im ersten Durchgang. Stefan Bruns verpasste einen Kopfball (21.), Tom Schmidt schoss aus der Distanz deutlich über das Tor (34.), Prießner klar daneben (36.). Gefährlich wurde es für die Gäste lediglich einmal: Nach einem starken Steilpass von Karlis Plendiskis brach Schmidt rechtsaußen frei durch und legte den Ball in die Mitte. Gleich mehrere Atlas-Schüssen blockten Verteidigerbeine, sodass am Ende nur eine Ecke heraussprang.

Der größte Aufreger in Durchgang eins ereignete sich in Minute 18. Northeims Paul Mähner sank etwas abseits des Spielgeschehens hinter Musa Karli zu Boden, das Spiel lief weiter. Bei Ballbesitz Karli rappelte sich Mähner schnell auf und ging aggressiv in den Zweikampf mit Atlas' Zehner und zog voll durch. Beide Akteure wälzten sich danach am Boden. Es roch nach Revanchefoul des Northeimers. Doch der ansonsten souveräne Schiedsrichter Paul Fleddermann entschied auf Karli-Foul und ließ mögliche Karten stecken.

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Der zweite Durchgang begann zunächst so, wie der erste endete: relativ ereignisarm. Atlas stand nun höher und presste früher, ohne jedoch entscheidende Ballgewinnen zu verzeichnen. Mit dieser Herangehensweise behinderten sie jedoch den Spielaufbau der Gäste, sodass diese zu keinen geordneten Angriffen kamen. "Uns ist es gut gelungen, Kapitän Christian Horst im Spielaufbau rauszunehmen", erklärte Hahn.

Atlas hingegen wurde nun Stück für Stück mutiger und übernahm die Kontrolle. Plendiskis löste einen Spielzug aus, Mutlu ließ den Ball aus der Zentrale nach links auf Dennis Mooy prallen. Dieser setzten sich auf der Außenbahn durch und zog eine scharfe Flanke vor den Kasten. Schmidt verpasst zwar, doch Karli stand am zweiten Pfosten frei. Durch den spitzen Winkel, den Meyer abdeckte, blieb dem Delmenhorster nur der Pass ins Getümmel in der Mitte. Northeim konnte gerade so klären (56.). Nur zwei Minuten später lief Prießner nach Schmidt-Pass alleine auf den Northeim-Kasten zu. Es schien, als ob er sich nicht zwischen Schuss und Dribbling gegen Meyer entscheiden konnte. So sprang dem Mittelstürmer der Ball etwas zu weit vom Fuß und er musste nach außen abdrehen. Aus sehr spitzem Winkel brachte er den Ball nicht mehr gefährlich aufs Tor, ein mitgelaufener Verteidiger klärte zur Ecke. Wiederrum nur zwei Minuten später eroberte Prießner im Mittelkreis den Ball und legte auf Leon Lingerski nach außen. Dieser sprintete den Verteidigern davon und überlupfte den Gäste-Keeper. Das Leder flog jedoch auch am langen Pfosten vorbei (60.). "Das hat er stark gemacht, das war einfach Pech", kommentierte Hahn, "schade, dass wir uns nicht belohnt haben". Northeim hatte in dieser Phase das Glück auf seiner Seite. "Delmenhorst hatte gerade in der zweiten Hälfte mehr Chancen und auch die qualitativ besseren. Wenn wir da ein oder zwei Gegentore kassieren, können wir uns nicht beschweren", sagte Weißenborn. Im Großen und Ganzen habe seine Defensive jedoch gut gestanden.

Damit lag Weißenborn durchaus richtig, denn nach der starken Atlas-Phase zwischen der 55. und 60. Minute verflachte die Begegnung wieder. Aus dem Nichts kamen dann die Gäste zu ihrer größten Möglichkeit. Nick Köster produzierte 40 Metern vor dem eigenen Tor einen Querschläger, den Jakob-Hanno Westphal überragend volley in den Lauf von Nils Hillemann passte. Dieser schoss alleine vor Urbainski stehend jedoch am langen Pfosten vorbei (69.). Im Anschluss probierte es Musa Karli noch dreimal, richtig gefährlich wurde es jedoch nicht mehr (75./86./90.).

Durch das Unnetschieden bleibt Atlas mit acht Punkten aus vier Spielen auf Tuchfühlung mit der Tabellenspitze. Saisonübergreifend haben die Blau-Gelben, nimmt man das Pokalspiel gegen BW Lohne hinzu, nun seit elf Partien nicht verloren.