10. Juli 2021 / 20:43 Uhr

Babelsbergs Robin Müller nach 1:3 gegen Hertha BSC: "Frahni hat mich gut aussehen lassen"

Babelsbergs Robin Müller nach 1:3 gegen Hertha BSC: "Frahni hat mich gut aussehen lassen"

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
10.07.2021, Fußball,Testspiel, SV Babelsberg 03 - Hertha BSC, Karl-Liebknecht-Stadion, Potsdam
im Bild: v.l. Luca Netz (Hertha BSC),Robin Mueller (SV Babelsberg 03)
Intensives Duell: Robin Müller (r.) im Duell mit Herthas Linksverteidiger Luca Netz. © Foto: Julius Frick
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Der Regionalligist schlägt sich im Testspiel gegen den Bundesligisten achtbar aus der Affäre, Robin Müller überzeugt dabei trotz starker Gegenspieler. 

Daniel Frahn ruderte mit den Armen und schrie, als er in den Strafraum von Hertha BSC eindrang. "Ich habe in die andere Richtung geguckt und dann gehört, dass er schreit, habe ihn dann gesehen und den Ball reingechipt. Hatte ich Glück, dass Frahni ihn reinhaut und mich gut aussehen lässt", erzählt Robin Müller über das Tor seines Babelsberger Teamkollegen, der im Testspiel gegen Hertha BSC die überraschende 1:0-Führung (16. Minute) für den Regionalligisten erzielte. Am Ende siegte zwar der Bundesligist mit 3:1 (2:1), doch die Babelsberger zeigten gegen die Berliner eine respektable Leistung vor 1000 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion.

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Gerade Müller stach mit seinen vielen Sprints hervor und ließ das ein oder andere Mal seine Gegenspieler alt aussehen. In der 14. Minute schüttelte er im Sprintduell zunächst Santiago Ascacibar ab und setzte sich dann auch noch robust gegen Jordan Torunarigha durch. Und auch wenn seine Flanke anschließend keinen Abnehmer fand, machte sie doch Eindruck. "Es war total anstrengend, aber hat Megaspaß gemacht. Gegen so eine Mannschaft zu kicken ist einfach geil", sagte der 21-Jährige nach der Partie gegen den Bundesligisten.

In Bildern: Hertha BSC siegt mit 3:1 gegen den SV Babelsberg 03.

Hertha BSC siegt mit 3:1 (1:2) gegen den SV Babelsberg 03. Dabei gingen die Hausherren sogar durch Daniel Frahn mit 1:0 in Führung (16.). Selke (24.) und Serdar (36.) egalisierten noch vor der Pause das kleine Ausrufezeichen de SVB. Cordoba besorgte mit dem 3:1 aus Berliner Sicht, den Endstand (49.) vor 1000 Zuschauern. Zur Galerie
Hertha BSC siegt mit 3:1 (1:2) gegen den SV Babelsberg 03. Dabei gingen die Hausherren sogar durch Daniel Frahn mit 1:0 in Führung (16.). Selke (24.) und Serdar (36.) egalisierten noch vor der Pause das kleine Ausrufezeichen de SVB. Cordoba besorgte mit dem 3:1 aus Berliner Sicht, den Endstand (49.) vor 1000 Zuschauern. © Julius Frick

Die Führung der Babelsberger hielt allerdings nur acht Minuten. Dann flankte Hertha-Rechtsverteidiger Lukas Klünter präzise auf Davie Selke, dessen Kopfball SVB-Torwart Marco Flügel nur an den Innenpfosten lenken konnte, von wo er ins Tor sprang. "Denen ist es auch egal, wenn die mal einen hinten reinkriegen, dann spielen die ihren Stiefel weiter und haben dann auch die Tore gemacht", sagte Müller über die Qualität des drei Klassen höher angesiedelten Gegners. Der legte in der ersten Halbzeit auch noch das 2:1 hinterher. In der 36. Minute spielte Dennis Jastrzembski nach schöner Kombination in die Mitte, wo Suat Serdar kraftvoll abschloss. Kurz vor der Pause hätte Kapitän Peter Lela fast den Ausgleich geköpft, doch Hertha-Schlussmann Alexander Schwolow parierte den Versuch sehr stark.

Die zweite Hälfte war dann nur vier Minuten alt, als der eingewechselte Jhon Cordoba - Hertha-Trainer Pal Dardai wechselte insgesamt neun Mal zur Pause, nur Jordan Torunarigha und Ruwen Werthmüller blieben nach der Pause drauf - einen langen Ball völlig freistehend annahm und kompromisslos vom Elfmeterpunkt abzog. "Vielleicht hätten wir das dritte Tor nicht kriegen müssen, aber ansonsten sind wir sehr zufrieden. Vielleicht hätten wir auch noch eines machen müssen, wenn wir es besser ausspielen. Aber Hertha räumt da hinten schon gut ab, vor allem Torunarigha", meinte Robin Müller.

Dardai mit zweiter Hälfte nicht zufrieden

In der zweiten Hälfte hatte die Partie auch nicht mehr ganz so viele Torraumszenen wie noch in der Halbzeit zuvor. "Mit der ersten Halbzeit bin ich zufrieden, mit der zweiten mit der Anfangsphase in den ersten 25. Minuten ja, danach ist das Spiel ein bisschen auseinandergegangen, da hat ein bisschen die Tiefe gefehlt und die Abschlüsse", meinte Hertha-Coach Pal Dardai, in dessen Mannschaft Kevin-Prince Boateng und Marton Dardai erst gar nicht mitgereist waren, auch Arne Maier fehlte (Erkältung). Der Ludwigsfelder soll, wie Torunarigha, für Deutschland bei den Olympischen Spielen antreten.

Müller traut den Berlinern jedenfalls eine bessere Saison als in den vergangenen beiden Jahren zu. "Sie haben dieses Jahr, glaube ich, ein geiles Team, vielleicht spielen sie ja ein bisschen weiter oben mit", meinte der Rechtsaußen, der sich nach der Partie das Trikot von Maximilian Mittelstädt sicherte. "Ich wollte irgendein Erinnerungsstück haben, es war mir nicht so wichtig, von wem. Der Typ spielt schon so lange für Hertha, zumindest so lange ich mich erinnern kann und deswegen habe ich ihn gefragt", sagte Müller, in dessen Team mit David Jojkic und Louis Wagner zwei Probespieler in der zweiten Halbzeit eingewechselt wurden.


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In der ersten Halbzeit bekam Müller es mit Ex-Nationalspieler Marvin Plattenhardt zu tun, in der zweiten mit Jungstar Luca Netz. "Er hat überhaupt keine Fehler bei der Annahme gemacht und geile Flanken geschlagen und mich immer ganz schön laufen lassen. Aber ein, zweimal konnte ich auch an ihm vorbei, weil er nicht ganz so viel Tempo hat, aber ist ein geiler Spieler", sagte Müller über Plattenhardt, während er Netz etwas offensivfreudiger erwartet hätte. "Ich habe ihn ja auch schon ein paar Mal gesehen im Olympiastadion und er hat echt richtig Tempo. Da hatte ich Glück, dass sie auch ziemlich viel ins Zentrum gespielt haben. Ist ziemlich robust, 18 Jahre alt, ich glaube, von ihm kann man noch einiges erwarten", sagte Müller - so wie die Babelsberger Fans von ihm.

SV Babelsberg 03: Flügel (78. Borchardt) - Rausch (46. Jojkic), Lela, Wilton, Wegener - Müller, Reimann, Moravec (60. Wagner), Danko (80. Pilger), Schmidt (80. Biehl) - Frahn

Hertha BSC (1. Halbzeit): Schwolow - Klünter, Stark, Torunarigha, Plattenhardt - Ascacibar - Jastrzembski, Werthmüller, Serdar, Dilrosun - Selke

Hertha BSC (2. Halbzeit): Körber - Zeefuik, Gechter, Torunarigha, Netz - Mittelstädt - Lukebakio, Werthmüller, Michelbrink, Kade - Cordoba.