19. März 2020 / 10:14 Uhr

SVB-Keeper Dominik Picak über Coronavirus: "Sollten weniger über Fußball nachdenken"

SVB-Keeper Dominik Picak über Coronavirus: "Sollten weniger über Fußball nachdenken"

Damnjan Jovanovic
Märkische Allgemeine Zeitung
Dominik Picak (SVB), SV Babelsberg 03 - Blau Weiß 1890 Berlin, Fußball, Testspiel, Saison 2019/2020, Potsdam, 18.01.2020, Foto: Jan Kuppert
Dominik Picak ist erst seit Januar in Potsdam. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Der SV Babelsberg 03 wird die Aussetzung des Trainingsbetriebs seiner Nachwuchsteams, der U23 und der Frauenmannschaft bis zum 19. April aufrecht erhalten. Die erste Mannschaft wird in der laufenden Woche individuell trainieren. Zum Wochenende soll eine Neubewertung erfolgen.

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Erst im Winter verpflichtete der SV Babelsberg 03 den Keeper Dominik Picak vom kroatischen Zweitligisten NK Kustosija Zagreb und reagierte damit auf den Mittelfußbruch von Marco Flügel. Der 28-jährige Neuzugang kam in den ersten drei Partien nach der Winterpause zum Einsatz und spricht nun im SPORTBUZZER-Interview über die aktuelle Coronavirus-Situation, die er zusammen Petar Lela in Potsdam – und nicht in seiner kroatischen Heimat – meistert.

Hallo Dominik, wie steht es um deine allgemeine Gefühlslage?
Dominik Picak: Mit der aktuellen Situation gehe ich wie die meisten um. Ich versuche, so oft wie möglich zu Hause zu sein und mich selbst zu isolieren. Ich gehe nicht oft raus und versuche, alle Geschehnisse zu verfolgen.

Findest du es komisch, dass alles stehen geblieben ist?
In einer solchen Situation war ich noch nie. Natürlich ist das alles komisch und ungewöhnlich für uns alle. Aber wir müssen auf die Verantwortlichen im Land hören und selbst verantwortungsbewusst sein, weil wir nur so erwarten können, dass sich diese Situation so schnell wie möglich verbessert und beruhigt.

In Bildern: So geht der SV Babelsberg 03 mit der Corona-Zwangspause um.

<b>So geht der SV Babelsberg 03 mit der Corona-Zwangspause um.</b> Zur Galerie
So geht der SV Babelsberg 03 mit der Corona-Zwangspause um. ©

Weißt du, wie es mit der Saison weitergehen wird?
Wir verfolgen die Situation rund um die Saison, aber wissen noch nicht genau, ob die Spiele weiter verschoben oder die Saison ganz abgesagt wird. Wir sollten uns jetzt viel mehr um die Gesundheit der Menschen sorgen und viel weniger über Fußball nachdenken.

Wie sieht es aus mit deinen Mitspielern? Hattest du es in Erwägung gezogen, nach Kroatien zu gehen und bei deiner Familie zu sein?
Mitspieler, die hier in Deutschland leben, sind in ihre Häuser und zu ihren Familien gefahren. Mein Freund und Mitspieler Petar Lela ist mit mir hier geblieben – in Babelsberg. Wir reden jeden Tag miteinander über die Lage, in der wir uns momentan befinden. Aber bis wir weitere konkrete Informationen über den weiteren Verlauf der Saison bekommen, bleiben wir hier.

Wie kommt deine Familie mit der Situation klar, dass du hier bist und wie ist es für dich, weit weg von ihnen zu sein?
Ich will nicht sagen, dass es für mich schwer ist. Am wichtigsten ist es, dass meine Familie in Kroatien sicher und gesund ist. Mit meiner Frau rede ich jeden Tag, sie ist gesund und passt auf das Baby auf. Ich hoffe, dass ich zumindest bei ihr sein kann, wenn das Kind zur Welt kommt.

Aktuelles aus der Region

Wie sieht bei dir der Alltag unter Quarantäne aus?
Wir haben eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Vom Trainer haben wir spezielle Trainingsprogramme bekommen, mit denen sich jeder Spieler von zu Hause aus fit halten kann. Wir gehen nur raus, wenn wir Lebensmittel besorgen müssen.

Hilft der Verein den ausländischen Spielern dabei, mit der Situation leichter umzugehen?
Ich möchte mich bei allen Vereinsverantwortlichen bedanken, die dafür sorgen, dass wir uns nicht alleingelassen fühlen. Wir sind jeden Tag telefonisch in Kontakt mit ihnen und hoffen, dass das alles schnell vorüber sein wird und wir uns gemeinsam neuen Aufgaben widmen können.

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