21. April 2020 / 15:34 Uhr

SV Babelsberg 03 kritisiert Trainings-Sondergenehmigung für Energie Cottbus

SV Babelsberg 03 kritisiert Trainings-Sondergenehmigung für Energie Cottbus

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
SVB-Vorsitzender Archibald Horlitz ist glücklich über die drei wichtigen Punkte im Abstiegskampf.
Der Vorstandsvorsitzende des SV Babelsberg 03 findet klare Worte gegen das Vorgehen des FC Energie Cottbus und der Stadt Cottbus. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Der SV Babelsberg 03 kritisiert die Wiederaufnahme des Trainings des FC Energie Cottbus und hat "Sorge um fairen Wettbewerb".

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Seit Dienstag dürfen die Kicker des FC Energie Cottbus in Kleingruppen und unter strengen Auflagen wieder trainieren. Dies führt beim Erzrivalen aus der Brandenburger Landeshauptstadt für Entsetzen. Der SV Babelsberg 03 veröffentlichte auf der vereinseigenen Facebook-Seite eine Pressemitteilung unter der Überschrift "Sorge um fairen Wettbewerb" und positionierte sich klar gegen die Ausnahmeregelung der Stadt Cottbus.

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Schon bei einer Videokonferenz des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV) am vergangen Donnerstag sprachen sich die Nulldreier gegen eine Fortsetzung der Saison aus. "Selbst wenn es gelänge, den Spielbetrieb relativ kurzfristig wieder aufzunehmen, haben wir große Bedenken, dass die große Anzahl an noch zu bestreitenden Spielen bis zum 30. Juni absolviert werden kann. Das würde regelmäßig drei Spiele pro Woche bedeuten. Zudem geben wir zu bedenken, dass im Fall nur eines positiv auf Covid-19 getesteten Spielers seine Mannschaft sowie alle Gegner der vergangenen zwei Wochen für 14 Tage in Quarantäne müssten", äußerte Präsident Archibald Horlitz.

In Bildern: Das sind die Rekordspieler der Regionalliga Nordost seit 2012/13. Stand: 16. April 2021.

<b>Das sind die Rekordspieler der Regionalliga Nordost seit der Saison 2012/13.</b> Zur Galerie
Das sind die Rekordspieler der Regionalliga Nordost seit der Saison 2012/13. ©

Nun ärgern sich die Babelsberger, die aktuell auf einem Abstiegsplatz liegen, über das Verhalten des Ligakonkurrenten aus der Lausitz. "Mit absolutem Unverständnis haben wir die Entscheidung der Stadt Cottbus zur Kenntnis genommen, dem Verein Energie Cottbus die Aufnahme des Trainingsbetriebs zu genehmigen", beginnt das Statement des Kiezklubs, der meint, dass der Trainingsbetrieb mit maximal sieben Personen auf dem Trainingsplatz sowohl der bundesweiten Linie zur Kontaktsperre, als auch der Linie des Landes Brandenburg widerspreche. "Zwar sieht das Gesetz Sondergenehmigungen in begründeten Ausnahmefällen vor, aber hier wurde ein gefährlicher Präzedenzfall geschaffen, ohne dass hier auch nur ansatzweise über die Begründung der Ausnahmesituation informiert wurde."



Der Verein, in Person von Archibald Horlitz, findet klare Worte gegen das Vorgehen in der Lausitz und schreibt unter anderem, dass die Gesundheit der Beteiligten und damit auch das Umfeld zur Disposition gestellt werden würde. Auch solle der Fußball in der vierten Liga keine Sonderrolle bekommen. "Er sollte eine Vorbildrolle des Fairplays und der Solidarität für die Gesellschaft und gegenüber seinen sportlichen Konkurrenten einnehmen", äußert der 61-Jährige stellvertretend für den Verein.

Aktuelles aus der Regionalliga Nordost

Die Babelsberger fordern den FC Energie Cottbus, sowie die Entscheidungsträger der Stadt Cottbus auf, die Entscheidung zurückzunehmen. Der Kiezklub erwartet ebenfalls eine Reaktion des Nordostdeutschen Fußball-Verbands: "Der NOFV hatte in einer Informationsveranstaltung für alle Vereine der Regionalliga Nordost am Donnerstag letzter Woche klargestellt, dass die Gesundheit der Spieler bei allen Entscheidungen höchste Priorität hat. Das wettbewerbsverzerrende Verhalten eines einzelnen Vereins darf vom Verband nicht hingenommen werden. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass zum Zeitpunkt der Informationsveranstaltung bereits der Antrag von Energie Cottbus offensichtlich gestellt war und auch schon letzte Woche positiv beschieden wurde. Sportliches Fairplay sieht anders aus. Und die Gesundheit aller Beteiligten als höchsten Wert zu beachten ebenfalls."