26. September 2020 / 16:51 Uhr

Lange Überzahl und dennoch mühevoll: SV Babelsberg besiegt TeBe Berlin

Lange Überzahl und dennoch mühevoll: SV Babelsberg besiegt TeBe Berlin

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Daniel Frahn (r.) bejubelt seinen Treffer mit den Teamkameraden. Tobias Dombrowa (M.) ist der erste Gratulant.
Daniel Frahn (r.) bejubelt seinen Treffer mit den Teamkameraden. Tobias Dombrowa (M.) ist der erste Gratulant. © Jan Kuppert
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Daniel Frahn erzielt einen Doppelpack beim 2:1 gegen den Aufsteiger. Für den Babelsberger Fußball-Regionalligisten war es der erste Heimerfolg der Saison, der aber auch einen faden Beigeschmack hat.

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Trotz langer Überzahl hat der SV Babelsberg 03 nur mit viel Mühe seinen ersten Heimsieg der Saison eingefahren. Der Fußball-Regionalligist gewann am Samstag im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion mit 2:1 (1:0) gegen Aufsteiger Tennis Borussia Berlin. Bei unerbittlichem Dauerregen erzielte Daniel Frahn seine Saisontore drei und vier. „Sicherlich konnten wir vieles nicht spielerisch gut lösen“, sagte der triefend nasse Doppeltorschütze nach der Partie. „Aber wir haben uns den Erfolg erkämpft und damit eine gute Reaktion nach der Enttäuschung vom Mittwoch gezeigt.“ Da hatte der SVB auswärts gegen das Top-Team VSG Altglienicke spät das 1:1 hinnehmen müssen. Durch den Erfolg vom Samstag kommt Babelsberg jetzt auf zehn Punkte aus acht Spielen und liegt im Tabellenmittelfeld. TeBe (sechs Punkte) ist Drittletzter.

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Im Duell zweier Vereine, die in ihrem Gesellschaftsengagement freundschaftlich verbunden sind und zuletzt 2009/10 bei Pflichtspielen aufeinandertrafen, erwischte es den Hauptstadtclub frühzeitig knüppelhart. Nach einem Gerangel zwischen Aleksandar Bilbija und Frahn beim Kampf um den Ball kam der Babelsberger Stürmer im TeBe-Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Florian Markhoff entschied auf Foulelfmeter und bestrafte die Gäste auch noch mit einer Roten Karte für Bilbija wegen Notbremse. Frahn verwandelte den Strafstoß sicher flach ins linke Eck (7. Minute). Der 33-Jährige stand dieses Mal wieder in der Startelf. Gegen Altglienicke hatte für ihn Neuzugang Dominik N'gatie beginnen dürfen und ein gutes Debüt hingelegt. Nun saß dieser zunächst auf der Bank. Es war die einzige Veränderung, die SVB-Trainer Predrag Uzelac in seiner Startelf vornahm.

In Bildern: Babelsberg 03 siegt mit 2:1 gegen Tennis Borussia Berlin.

Der Berliner Aleksandar Bilbija (l.) bringt Daniel Frahn im Strafraum zu Fall. Zur Galerie
Der Berliner Aleksandar Bilbija (l.) bringt Daniel Frahn im Strafraum zu Fall. © Jan Kuppert

Sein Kollege Markus Zschiesche baute derweil seine Anfangsformation gezwungenermaßen bereits nach zehn Minuten wieder um. Als Reaktion auf den Platzverweis wechselte er das erste Mal (Enes Biyiklioglu für Rifat Gelici), um das Defensivgerüst seiner Mannschaft neu zu errichten. Beachtlicher Weise hielten die ganz in Weiß spielenden „Lila-Weißen“ in der Folge gut mit, hatten gar mehr und bessere Chancen. Nulldrei-Keeper Marvin Gladrow verhinderte gegen Rudolf Dovny Ndualu den Ausgleich (22.). Zuvor hatte Berlins Torwart Jens Fikisi eine schöne Parade bei einem strammen Freistoß von Lukas Wilton gezeigt (17.).

Die dezimierten Borussen blieben vor 1000 Zuschauern am Drücker. Zunächst hatten sie eine Kopfball-Doppelchance: Der erste Versuch nach schlechtem Gladrow-Stellungsspiel bei einem Freistoß landete an der Latte, im Nachsetzen nickte Nemanja Samardzic aus Nahdistanz neben den Kasten – der Ansatz eines Tor-Aufschreis verstummte jäh (32.). Anschließend zirkelte Daoud Iraqi den Ball knapp am rechten oberen Torwinkel vorbei (36.), Ndualu schoss ihn rüber (40.). Schmeichelhaft, dass die elf SVB-Kicker mit der Führung in die Kabine gehen durften. „Wir wussten, dass TeBe richtig gut kicken kann – und das haben sie auch mit zehn Mann gezeigt“, zollte Frahn Respekt.

Schmeichelhafte Babelsberger Pausenführung

Denn nach dem Seitenwechsel präsentierten sich die Gäste ebenfalls engagierter. Doch die Hausherren trafen. Tobias Dombrowa spitzelte den Ball über die Mittellinie und schickte damit Frahn, der aus der eigenen Spielhälfte gestartet war, sodass nicht über Abseits diskutiert werden musste. Der Angreifer vollstreckte eiskalt, wieder flach ins linke Eck (50.). Trotz des 0:2 blieben die Berliner eifrig, etwas anderes ließ der am Rand auf Hochspannung laufende Coach Zschiesche auch nicht zu. Und sie waren am Ende auch torgefährlich. In der 90. Minute köpfte Biyiklioglu an den Pfosten, in der Nachspielzeit verkürzte der eingewechselte Elias Tamim per Kopf auf 1:2. Dazwischen hatten die wenig inspiriert agierenden Nulldreier durch Dombrowa noch eine hochkarätige Möglichkeit kläglich nicht genutzt.

Zu diesem Zeitpunkt herrschte längst wieder Gleichstand hinsichtlich der Spieleranzahl. Robin Müller sah in der 72. Minute die Gelb-Rote Karte. Folge naiven Verhaltens. Seine erste Verwarnung hatte der 20-Jährige bekommen, weil er den Ball nach dem Schiedsrichterpfiff weggeschossen hatte, die Ampelkarte gab es nach Festhalten eines Gegenspielers. Somit wird Müller im nächsten Spiel am Sonntag auswärts gegen den SV Lichtenberg 47 gesperrt fehlen. Angesichts der weiterhin angespannten SVB-Personallage – auf der Bank saßen gegen TeBe nur vier Feldspieler – ein zusätzliches Erschwernis.

SV Babelsberg 03: Gladrow – J. Wilton, Lela, Hoffmann, L. Wilton – Saalbach – Rangelov (78. N'gatie), Wegener (83. Reimann), Dombrowa, Müller – Frahn.