18. Oktober 2020 / 13:52 Uhr

Matchwinner Bogdan Rangelov: Serbischer Schuss ins Babelsberger Glück

Matchwinner Bogdan Rangelov: Serbischer Schuss ins Babelsberger Glück

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Bogdan Rangelov (v.) erzielt das Tor zum 2:1 in der zweiten Minute der Nachspielzeit.
Bogdan Rangelov (vorn) erzielt in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 2:1 für den SV Babelsberg 03. © Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Mit seinem ersten Saisontor sichert der 23 Jahre alte Serbe Bogdan Rangelov dem SV Babelsberg 03 im Heimspiel gegen den ZFC Meuselwitz drei ganz wichtige Punkte.

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Der Arbeitsnachweis von Bogdan Rangelov am Freitagabend konnte sich sehen lassen. Inklusive der vierminütigen Nachspielzeit stand der Regionalliga-Fußballer des SV Babelsberg 03 beim 3:1 (1:1)-Erfolg über den ZFC Meuselwitz nur eine knappe halbe Stunde auf dem Platz und avancierte dabei zum Matchwinner. Unmittelbar nach dem Meuselwitzer Ausgleich kam der 23-Jährige in die Partie. Er ersetzte Jake Wilton, der zuvor Timo Mauer im SVB-Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht haben soll. „Ich würde sagen, dass da ziemlich wenig war“, meinte der „Übeltäter“. Gästekicker Serhat Semih Güler war es egal und die zwischenzeitliche Babelsberger Führung (Daniel Frahn, 53./Strafstoßtor) ausgeglichen.

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Mit Rangelov, dem serbischen Außenspieler, wollte Nulldrei-Trainer Predrag Uzelac anschließend neuen Schwung bringen, wechselte später mit Pieter-Marvin Wolf einen weiteren Stürmer ein. Lange taten sich seine Schützlinge gegen die nach Gelb-Roter Karte gegen Aron Ingi Andreasson Schmidt dezimierten Meuselwitzer aber schwer und konnten aus der numerischen Überlegenheit keinen Profit schlagen – bis in die Nachspielzeit.

In Bildern: Babelsberg 03 siegt gegen den ZFC Meuselwitz mit 3:1.

Daniel Frahn (l.) und Bogdan Rangelov (SVB) bejubeln den 3:1-Sieg gegen den ZFC. Zur Galerie
Daniel Frahn (l.) und Bogdan Rangelov (SVB) bejubeln den 3:1-Sieg gegen den ZFC. © Jan Kuppert

Dann schlug die große Stunde von Rangelov, der nach einer Hereingabe von Frahn am langen Pfosten lauerte und die Kugel aus spitzem Winkel zum 2:1 für seine Farben in die Maschen jagte (90.+2). Der anschließende Jubel kannte keine Grenzen und der Torschütze konnte von seinen Mitspielern erst vor der Nordkurve „gestellt werden“. Mit der letzten Aktion des Spiels sorgte Tobias Dombrowa – auf Vorlage von Rangelov – für die Entscheidung (90.+4).

Der Meuselwitzer Torhüter Fabian Guderitz war bei einen Ecke aus seinem Kasten geeilt. Die Babelsberger Defensive stand aber sicher und klärte das Spielgerät zu Rangelov. Der Kicker mit der Rückennummer acht schickte mit einem langen Flachpass Dombrowa auf die Reise und der hatte keine Mühe, sein zweites Saisontor zu erzielen. „Wir haben immer an den Sieg geglaubt und uns das nötige Quäntchen Glück dieses Mal erarbeitet“, meinte der 21-Jährige nach dem dritten Dreier seines Teams, den Innenverteidiger Marcus Hoffmann unter der Rubrik „dreckiger Sieg“ verbuchte.

In einem Team mit Marko Grujic und Luka Jovic

Bogdan Rangelov hofft, dass dieses aus seiner Sicht „typische Regionalligaspiel mit vielen Chancen“ seiner Mannschaft in den kommenden Wochen weiter Auftrieb gibt. Bereits am Freitag (19 Uhr) geht es für ihn und seine Teamkollegen mit einem ganz schweren Auswärtsspiel bei Viktoria Berlin weiter. „Das Wichtigste war, dass wir uns am Ende die drei Punkte sichern konnten“, bilanzierte der schnelle Offensivmann, der in der Jugend vier Jahre das Trikot von Roter Stern Belgrad trug und dabei unter anderem mit den heutigen Fußball-Profis Marko Grujic (FC Liverpool) und Luka Jovic (Real Madrid) zusammenspielte.

„Das ist gut für unser Selbstvertrauen und ich hoffe, dass wir uns in den kommenden Wochen kontinuierlich steigern können.“ Zu seiner Jokerrolle sagte er: „Wie jeder Fußballer würde ich am liebsten jedes Spiel über 90 Minuten bestreiten. Aber am Freitag war das eine Entscheidung vom Trainer, dass ich erstmal auf der Bank bleibe. Ich bin aber wie immer positiv und bin sehr froh, dass ich der Mannschaft mit einem Tor und einer Vorlage helfen konnte.“

Der sympathische Serbe, der am Freitag sein erstes Saisontor erzielte, dribbelte im Januar 2019 erstmals am Babelsberger Park auf und spielte unter Trainer Almedin Civa eine starke Rückrunde. Mit dieser Empfehlung wollte er sich Rot-Weiß Erfurt anschließen. Da er aufgrund einer Knieverletzung den Medizincheck bei den Thüringern aber nicht bestand, kehrte er im Juli 2019 schon wieder zurück zu Nulldrei. Mit Blick auf den bisherigen Saisonverlauf analysierte er: „Wir haben bislang zu viele Punkte unglücklich liegen lassen – aber so ist das manchmal im Fußball. Wir trainieren jeden Tag hart und wollen schon am Freitag gegen einen sehr starken Gegner nachlegen.“

SV Babelsberg 03: Borchardt – J. Wilton (65. Rangelov), Lela, Hoffmann, L. Wilton – Saalbach – R. Müller, Reimann (78. Wolf), Wegener (87. N’gatie), Dombrowa – Frahn.

ZFC Meuselwitz: Guderitz – Tuncer, F. Müller, Andreasson – Mauer (75. Moritz), Kadric (70. Albert), Becker, Raithel – Güler, Bürger (62. Weinert), Jagupov.