24. Juli 2019 / 07:02 Uhr

Der SPORTBUZZER-Check vor dem Saisonstart des SV Babelsberg 03

Der SPORTBUZZER-Check vor dem Saisonstart des SV Babelsberg 03

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Marco Vorbeck (Trainer Babelsberg), RSV Eintracht - Babelsberg 03, Testspiel, 17.07.2019, Saison 2019/2020, Stahnsdorf, Foto: Benjamin Feller
Hinter dem SV Babelsberg 03 und Trainer Marco Vorbeck liegt eine durchwachsene Vorbereitung. © Benjamin Feller
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Regionalliga Nordost: Am ersten Spieltag gastiert die Mannschaft von Trainer Marco Vorbeck beim BFC Dynamo.

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Nach sechs Wochen Vorbereitung steht für die Regionalliga-Fußballer des SV Babelsberg 03 am Sonntag (13.30 Uhr, Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark) beim BFC Dynamo das erste Punktspiel der Saison 2019/20 auf dem Programm. Der SPORTBUZZER blickt vor dem Auftakt der Mannschaft von Neu-Trainer Marco Vorbeck, der die Nachfolge von Almedin Civa angetreten hat, auf die wichtigsten Themen.

Vorbereitung: Nach dem Trainingsauftakt bestritten die Kiezkicker gegen Lok Seddin (Landesklasse, 2:0), Hertha Zehlendorf (Oberliga Nord, 0:0), MSV Pampow (Oberliga-Aufsteiger, 1:1), Buckow/Waldsieversdorf (Landesliga-Aufsteiger, 8:2), RSV Eintracht (Brandenburgliga-Aufsteiger, 2:2) und HSC Hannover (Regionalliga-Nord-Aufsteiger, 0:1) sechs Testspiele. „Die einzige Niederlage war dabei nicht zwingend notwendig“, sagt Vorbeck mit Blick auf das jüngste Spiel beim Viertligisten aus Niedersachsen. „Insgesamt haben wir in der Offensive zu oft die letzte Genauigkeit vermissen lassen und das Toreschießen nicht gerade erfunden“, analysiert der 38-Jährige nach seiner ersten Vorbereitungsphase als Trainer einer Männermannschaft.

In Bildern: Der SV Babelsberg 03 spielt nur 2:2 gegen den RSV Eintracht.

Pieter Wolf (7.) und Jake Wilton (17.) trafen in Halbzeit eins für den SVB (rote Trikots). Levi Böttcher verkürzte nach 19 Minuten für den RSV. Nach dem Seitenwechsel erzielte Böttcher mit seinem zweiten Treffer des Tages den 2:2-Endstand. Zur Galerie
Pieter Wolf (7.) und Jake Wilton (17.) trafen in Halbzeit eins für den SVB (rote Trikots). Levi Böttcher verkürzte nach 19 Minuten für den RSV. Nach dem Seitenwechsel erzielte Böttcher mit seinem zweiten Treffer des Tages den 2:2-Endstand. © Benjamin Feller
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Kader: Die Kiezkicker starten mit 20 Feldspielern und zwei Torhütern in die Saison. Mit den Eigengewächsen Franz Bobkiewicz, André Marenin, Robin Müller, Justin Neumann sowie Neuzugang Yasin-Cemal Kaya gehen gleich fünf Kicker des Jahrgangs 2000 in ihre erste Männersaison. „Die Jungs aus dem eigenen Nachwuchs machen es richtig gut, viel besser als ich erwartet hatte“, lobt Vorbeck, sagt aber auch: „Natürlich müssen sie sich noch weiter an den Männerbereich gewöhnen und ihre Erfahrungen sammeln.“

Zugänge: Neben den vier A-Junioren und Kaya konnte sich der SVB die Dienste von Dimitrios Komnos (Abwehr, VFC Plauen), Onur Yesilli (Abwehr, Berliner SC), Moritz Kretzer (FC Carl Zeiss Jena II, Mittelfeld) und Jake Wilton (Abwehr, Eintracht Braunschweig II) sichern, die alle von unterklassigen Vereinen zu den Babelsbergern wechseln. „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir uns gut verstärkt und den Fokus auf junge Spieler gelegt“, so Vorbeck. Die Neuen deuteten in den Vorbereitungsspielen an, dass sie sich als Verstärkungen erweisen können. Vor allem Jake Wilton, jüngerer Bruder vom abgewanderten Lukas, überzeugte seinen Trainer. „Er gefällt mir richtig gut und hat sich in der Innenverteidigung schon bestens integriert.“ Zudem hat Bogdan Rangelov einen Zwei-Jahres-Vertrag unterschrieben. Der 21-Jährige, der in der vergangenen Rückrunde in 15 Punktspielen am Babelsberger Park zwei Treffer erzielte und sich Ligakonkurrent Rot-Weiß Erfurt anschließen wollte, brach sich im Sommerurlaub bei einem Autounfall die Kniescheibe und fiel bei den Thüringern durch den Medizincheck. Der Serbe befindet sich derzeit in der Reha und hofft, in rund drei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.

Abgänge: Manuel Hoffmann (TSV Steinbach Haiger), Masami Okada (Karriereende), Farid Abderrahmane, Lionel Salla, Franko Uzelac (alle Fortuna Köln), Tim Steuk (Werderaner FC), Lukas Wilton (FSV Frankfurt) Godbless Igbinigie, Ivo Tomas und Timothy Mason (alle Ziel unbekannt) haben den Verein verlassen. „Natürlich sind da Spieler mit bei, die wir gerne behalten hätten. Mit Blick auf den reduzierten Etat war das aber nicht möglich“, gibt Vorbeck zu. So hätte sich Lukas Wilton einen Verbleib vorstellen können, war aber nicht finanzierbar.

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Etat: Im Vergleich zur Vorsaison wurde der Etat für die erste Mannschaft um 50 000 auf 300 000 Euro gekürzt und liegt damit im unteren Drittel der Nordost-Staffel, in der Nordhausen und Energie Cottbus über die größten finanziellen Möglichkeiten verfügen dürften. Zum Vergleich: Bei Süd-West-Regionalligist Kickers Offenbach, in der vergangenen Spielzeit Tabellenfünfter und neuer Arbeitgeber von Ex-Nulldrei-Stürmer Andis Shala, ist der Etat nach Bild-Angaben von 1,3 auf 2,8 Millionen Euro gestiegen.

Verletzte: Der ohnehin schon eng besetzte Kader wird durch Verletzungen weiter ausgedünnt. Philip Saalbach laboriert an Patellasehnen-Problemen und konnte noch gar nicht ins Mannschaftstraining einsteigen. Wann er zurückkehrt, ist offen. Etwas besser sieht es bei Sven Reimann und Marco Flügel aus. Reimann muss aufgrund eines Muskelbündelrisses im Oberschenkel voraussichtlich noch zwei Wochen aussetzen. Torhüter Flügel, der sich im zweiten Training der Vorbereitung einen Mittelfußbruch zugezogen hat und operiert werden musste, hofft, in zwei Wochen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen zu können. Rund drei Monate ausfallen wird Sommerneuzugang Komnos. Der 26 Jahre alte Grieche zog sich im letzten Vorbereitungstestspiel eine Schultereckgelenkssprengung zu, die drei Monate Pause nach sich zieht. „In der Abwehr wird es dadurch richtig eng“, weiß Vorbeck, dem damit der einzige Linksfuß und Standardspezialist mehrere Monate fehlt.

Kapitän: In den Vorbereitungsspielen vertrat Mittelfeldspieler David Danko den etatmäßigen Spielführer Saalbach. „Ich sehe keinen Grund darin, Saale als Kapitän abzusetzen. Er macht das richtig gut. David vertritt ihn aber vernünftig und ist auf dem Platz ein Spieler, der viel redet und vorangeht“, lobt Vorbeck den Kicker, der seine Mannschaft wohl auch am Sonntag auf den Rasen führen wird.

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System: In den vergangenen Wochen agierten die Babelsberger vor allem in einem 4-3-3-System. „Die Jungs haben das gut angenommen und fühlen sich darin wohl“, so Vorbeck, der von seinen Schützlingen eine mutige Spielweise verlangt. „Ich halte nichts davon sich hinten reinzustellen und dem Gegner die Zeit zu geben, sich Lösungen einfallen zu lassen. Wir wollen den Gegner frühzeitig attackieren und nach Ballverlusten das Spielgerät schnell wieder erobern.“

Auftaktgegner: Der BFC wird seit dieser Saison vom ehemaligen SVB-Coach Christian Benbennek, der die Nachfolge von Matthias Maucksch angetreten hat, trainiert. „Ich habe sie in zwei Testspielen gesehen. Da kommt eine Menge Power auf uns zu“, weiß Vorbeck um die Schwere der anstehenden Aufgabe.

Fazit: „Es steht uns eine schwere Saison bevor, in der die junge Mannschaft sicherlich noch Zeit braucht, sich zu finden“, sagt der neue starke Mann auf der Babelsberger Kommandobrücke, der mit seinem Team schnellstmöglich die nötigen Punkte einfahren will, um gar nicht erst in Abstiegsgefahr zu geraten.

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