20. Oktober 2020 / 17:14 Uhr

Eine Dekade später beim SVB: "Wunschspieler" Marcus Hoffmann in Führungsrolle

Eine Dekade später beim SVB: "Wunschspieler" Marcus Hoffmann in Führungsrolle

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Der 33-jährige Marcus Hoffmann (großes Foto, r.) ist in der SVB-Innenverteidigung eine verlässliche Größe. Das Babelsberger Trikot trug er vor seiner Rückkehr im Sommer bereits in der Drittliga-Saison 2010/11 (kleines Foto, l. im Zweikampf mit Kevin Pannewitz).
Der 33-jährige Marcus Hoffmann (großes Foto, r.) ist in der SVB-Innenverteidigung eine verlässliche Größe. Das Babelsberger Trikot trug er vor seiner Rückkehr im Sommer bereits in der Drittliga-Saison 2010/11 (kleines Foto, l. im Zweikampf mit Kevin Pannewitz). © Julius Frick/Jan Kuppert
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Regionalliga Nordost: Der 33 Jahre alte Innenverteidiger Marcus Hoffmann gastiert mit dem SV Babelsberg 03 am elften Spieltag bei seinem Ex-Verein FC Viktoria Berlin.

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Die Anreise zum kommenden Auswärtsspiel des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 könnte Marcus Hoffmann theoretisch zu Fuß in Angriff nehmen. Sein Team tritt am Freitagabend (19 Uhr) beim FC Viktoria Berlin an. Mit Sohn Mateo und seiner Lebensgefährtin wohnt er „eineinhalb, vielleicht zwei Kilometer Luftlinie“ vom Stadion in Lichterfelde entfernt, in dem er von 2018 bis 2020 selbst für den Hauptstadtclub auflief. „Natürlich wird das ein besonderes Spiel“, sagt der Pessiner (Havelland), der das Fußball-Abc beim VfL Nauen erlernte sowie dann später auf die Sportschule nach Cottbus und zum dortigen FC Energie gewechselt war.

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Nachdem zuletzt sein Vertrag bei der Viktoria nicht verlängert wurde („Am Ende hat es aus mehreren Gründen einfach nicht mehr gepasst“), schloss sich der Rechtsfuß zum zweiten Mal dem SV Babelsberg an, für den er bereits in der Saison 2010/11 auf dem Rasen stand. „Das war die absolut richtige Entscheidung. Ich fahre jeden Tag mit guter Laune zum Training: Ich fühle mich hier einfach richtig wohl.“ Einige Sachen hätten sich auch nach zehn Jahren nicht geändert. „Pepe und Matti aus dem Betreuerstab sind noch immer das Herzstück und bereiten hier alles tipptopp vor.“ Als er am Montag vergangener Woche anlässlich seines 33. Geburtstages Mamas Schmandkuchen mitbrachte, konnte sich Mannschaftsleiter Marcus „Pepe“ Petsch an diesen noch ganz genau erinnern. „Manche Dinge vergisst man einfach nicht“, sagt die Frohnatur Hoffmann mit einem Lachen.

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Nach einem Drittliga-Jahr beim SVB trug „Hoffi“ in der Folge das Trikot von RB Leipzig, Alemannia Aachen, Hansa Rostock und dem Chemnitzer FC, ehe es 2018 zu den Himmelblauen aus Berlin-Lichterfelde ging. Inzwischen hat er in seiner Vita 80 Drittliga- und fast 200 Regionalligaspiele zu stehen.

Damit gehört er im Babelsberger Kader von Trainer Predrag Uzelac zu den erfahrensten Spielern. „Er war im Sommer mein Wunschspieler für diese Position. Wir haben ihn als Führungsspieler geholt und diese Rolle füllt er aus. Er bringt Professionalität und Siegermentalität mit, das tut uns sehr gut“, sagt Uzelac. Nach einer in der Vorbereitung zugezogenen Oberschenkelverletzung kam der 1,87 Meter große Kicker am ersten Spieltag bei Carl Zeiss Jena nur zu einem Kurzeinsatz und stand in den anschließenden neun Punktspielen des SVB von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz.

Zu Tabellenrang zehn und 13 Punkten aus zehn Spielen sagt er: „Natürlich haben wir uns alle ein paar Punkte mehr erhofft. Aber es wird auch noch dauern, bis wir hundertprozentig eingespielt sind und ein Rädchen ins andere greift.“ Das mache sich vor allem im Defensivverhalten bemerkbar. Bisher kassierten die Kiezkicker in jedem ihrer absolvierten Punktspiele mindestens einen Gegentreffer. „Das wurmt einen schon“, gibt Hoffmann zu und hätte sicher nichts dagegen, wenn diese Serie am Freitag bei seinem Ex-Verein endet.

Philip Saalbach und Dominik N’gatie fehlen gesperrt

Dass das aber ein ganz schweres Unterfangen wird, verdeutlicht allein der Blick auf die Tabelle. Die führen die Berliner mit einer makellosen Bilanz von zehn Siegen aus zehn Spielen an. „Ich habe ihnen vor der Saison eine sehr gute Rolle zugetraut, aber mit so einem Lauf war natürlich nicht zu rechnen“, sagt Hoffmann. „Ihr großer Vorteil ist, dass sie eine eingespielte Mannschaft haben und für Regionalliga-Verhältnisse im Sommer wenig Veränderungen hatten.“

SVB-Trainer Uzelac, der am Freitag neben den Langzeitverletzten auf die gesperrten Philip Saalbach (fünfte Gelbe Karte) und Dominik N’gatie (Rote Karte bei der zweiten Mannschaft) verzichten muss, hat „höchsten Respekt“ vor Viktorias bisherigen Leistungen, sagt aber auch: „Wir hissen nicht vorher schon die weiße Fahne und wollen frech aufspielen.“

SVB-Heimspiel gegen Chemie verschoben

Am 14. Spieltag bekommt es der SV Babelsberg 03 im heimischen Karl-Liebknecht-Stadion mit der BSG Chemie Leipzig zu tun. Ursprünglich sollte die Begegnung am Freitagabend, 6. November, angepfiffen werden. Inzwischen hat der Nordostdeutsche Fußball-Verband (NOFV) das Spiel neu terminiert und für Sonntag, den 8. November, um 13.30 Uhr angesetzt. Grund dafür ist eine terminliche Überschneidung des SVB mit dem Frauen-Bundesligisten 1. FFC Turbine Potsdam. Dieser empfängt am Freitagabend (19.15 Uhr) den deutschen Meister VfL Wolfsburg im „Karli“.