20. November 2020 / 11:59 Uhr

Freude bei Blau-Weiß Bennewitz: Der Kunstrasenplatz im Kleinformat kommt

Freude bei Blau-Weiß Bennewitz: Der Kunstrasenplatz im Kleinformat kommt

Ines Alekowa
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Großes Aufatmen in Bennewitz. Der Bau des Kunstrasenplatzes kann endlich gestalt annehmen. © Imago
Anzeige

Die Grundstücksfrage mit der Erbengemeinschaft ist beim SV Blau-Weiß Bennewitz nach drei Jahren geklärt. Zur Unterstützung für den Bau eines Kleinfeldplatzes gibt es bereits Zusagen von Sponsoren. Eine spätere Erweiterung auf ein Großfeld ist möglich.

Anzeige

Bennewitz. Die erste Hürde für einen Kunstrasenplatz auf dem Gelände des Sportvereins Blau-Weiß Bennewitz ist genommen. Die Gemeinde kann endlich die dafür nötige Fläche erwerben.

Anzeige

Auf den ersten Blick hat Blau-Weiß einen tollen Rasen. Aber das saftige Grün ist im Sommer nur durch ständige Beregnung zu haben, bei Schnee und Regen wiederum droht Schlamm. „Wir mussten schon Spiele absagen, weil wir uns sonst den Rasen kaputt gemacht hätten“, berichtet Wolfgang Wahlbuhl, der langjährige Präsident des Sportvereins. Einen Kunstrasenplatz hingegen könne man sommers wie winters nutzen.

Mehr aus Muldental

„Natürlich freuen wir uns, dass endlich Bewegung in die Sache kommt“, sagt Wahlbuhl. Es ist mittlerweile drei Jahre her, dass sich der Gemeinderat zum Kauf des benötigten, 996 Quadratmeter großen Grundstücks – seit Langem schon Fußballtraningsfläche und Tennisplatz – bekannt hat und dafür rund 1.500 Euro auf den Tisch legt. Doch zuvor musste jeder aus der Erbengemeinschaft einen Erbschein vorlegen. Diese hat 27 Mitglieder, und an zweien von ihnen hing es. Der bürokratische Akt ließ Bürgermeister Bernd Laqua zwischenzeitlich beinahe verzweifeln. Jetzt habe die Erbengemeinschaft die Unterlagen zusammen, „so dass Ende November die Vertragsunterzeichnung beim Notar erfolgen kann“, informierte er zur jüngsten Gemeinderatssitzung.

Extra Konto für Förderung

Allerdings ist auch mit dem Grundstückserwerb nicht sofort der große Wurf möglich. So soll zunächst der jetzige Kleinfeldplatz das witterungsunabhängige Grün erhalten. Dieser wird vor allem von den Kinder- und Jugendmannschaften und zum Trainieren bespielt. „Natürlich wünschen wir uns nach wie vor einen Großfeldkunstrasenplatz“, sagt Wahlbuhl. „Aber wo soll das Geld herkommen?“ Bemüht man einen Sportstättenrechner im Internet, liegen die Kosten je nach den örtlichen Voraussetzungen zwischen 450.000 und 800.000 Euro. Der SV-Präsident setzt seine Hoffnung deshalb darauf, dass der kleine Platz irgendwann um den angrenzenden und kaum genutzten Tennisplatz zum Großfeld erweitert werden kann.

Bereits die Kosten für den kleinen Kunstrasenplatz veranschlagt der Bürgermeister mit 199.000 Euro. „Zur Zeit werden solche Plätze über den Landessportbund mit 50 Prozent gefördert“, sagt Laqua. Der Eigenanteil, immerhin noch 100.000 Euro, soll über Sponsoring eingeworben werden.

Wahlbuhl hat andere Informationen, geht von einer 90-prozentigen Förderung aus – „den Rest hätten wir, es gibt schon Zusagen von Sponsoren“. Doch wie groß der Zuschuss auch am Ende sein wird – „erst wenn alle Eigenmittel zusammen sind, werden wir als Eigentümer des Platzes den Förderantrag stellen“, stellte der Bürgermeister klar. Dafür werde ein extra Konto eingerichtet, der Vorstand von Blau-Weiß sei mit diesem Vorgehen einverstanden. Das gemeinsame Ziel: „2022 werden wir einen Kunstrasenplatz haben.“ Probleme bei der Genehmigung, weil sich die Fläche unmittelbar hinter dem Muldedeich und damit im Hochwassergebiet befindet, befürchtet der Bürgermeister nicht.

Stolz auf Kinder- und Jugendabteilung

Außerdem, auch das kündigte Laqua an, soll die nach der Wende installierte und mittlerweile in die Jahre gekommene Flutlichtanlage „so schnell wie möglich“ auf LED umgestellt werden. Wahlbuhl verbindet mit der Investition, die er mit 45.000 bis 50.000 Euro veranschlagt, geringere Betriebskosten und mehr Leuchtkraft. Auch hier besteht die Hoffnung auf Fördermittel.

Die Sportler wird das freuen. Der Verein wurde 1968 als SG Traktor Bennewitz gegründet, feierte somit vor zwei Jahren sein 50-jähriges Bestehen. Unter dem Dach von Blau-Weiß haben Fußball, Kindersport, Tischtennis, Volleyball, Sportgymnastik und Tennis ein Zuhause. Die Mitgliederzahl hat sich seit 2005 von 159 auf 300 beinahe verdoppelt.

Besonders stolz ist man im Verein auf die starke Kinder- und Jugendabteilung. „Insgesamt betreuen wir 160 Kinder und Jugendliche im Verein, Tendenz steigend“, sagt Wahlbuhl. Er führt das auf die gute Arbeit der Jugendabteilung zurück. „Wir bieten bereits für die Kleinsten, drei Jahre bis Schulbeginn, Kindersport an.“ Der Einzugsbereich, so Wahlbuhl, beschränke sich dabei nicht nur auf die Gemeinde, es kommen auch Kinder aus Wurzen, Trebsen oder Machern nach Bennewitz.