19. Mai 2020 / 15:18 Uhr

SV Blau-Weiß Deutzen: Weiteres Vereinsjubiläum durch Corona ausgebremst  

SV Blau-Weiß Deutzen: Weiteres Vereinsjubiläum durch Corona ausgebremst  

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Schiebock behielt gegen Kamenz die Oberhand. (Symbolbild)
100. Geburtstag – ohne Feier: Wann der SV Blau-Weiß Deutzen sein Jubiläum begeht, ist noch unklar. © Imago/Schiffmann
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Auch die Feierlichkeit zum 100. Geburtstag des SV Blau-Weiß Deutzen fällt Corona zum Opfer. Höhepunkt des Jubiläums war das geplante Freundschaftsspiel gegen den Regionalligisten 1. FC Lokomotive Leipzig. Die große Party und die Fußball-Partie müssen warten.

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Es ist in der Tat nicht gerade das optimale Timing. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr des SV Blau-Weiß Deutzen hat das tückische Corona-Virus zugeschlagen und sämtliche Planungen durcheinander gewirbelt.

Der äußerst rührige Verein aus dem Neukieritzscher Ortsteil im Neuseenland wurde vor genau 100 Jahren unter dem Namen „Sturm“ gegründet und wollte diesen runden Geburtstag natürlich gebührend feiern. Doch ob dies bereits anno 2020 und damit pünktlich möglich ist, steht momentan noch völlig in den Sternen. Am 03. Juli sollte sogar Fußball-Regionalligist 1. FC Lok Leipzig seine Visitenkarte in der Glück-Auf-Sportstätte abgeben und quasi als Höhepunkt der Veranstaltung ein Freundschaftsspiel gegen die heimischen Kreisoberligakicker bestreiten.

Ein an die von 1950 bis 1990 andauernde Ära der BSG „Aktivist“ erinnerndes Jubiläumstrikot wurde entworfen und kann über den Verein - welcher im Männerbereich neunmal den Kreispokal holte - erworben werden. Auch für das traditionelle Sportfest drei Wochen später waren die Planungen an der Arno Bahndorf-Straße bereits angelaufen. Aktuell bleibt dem Organisationsteam nichts anderes übrig als abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt und ob in naher Zukunft derartige Events schon wieder möglich sein werden. Denn dass in Deutzen nichts los sei, kann nun wirklich keiner behaupten. Schließlich haben die Macher des benachbarten und mit den Sportlern eng zusammen arbeitenden Kulturparkvereins mit ihren zahlreichen Angeboten für Kinder und Jugendliche einen ähnlich dicht gefüllten Kalender.

Zurück zur Normalität

Überregional bekannt ist das wieder für Anfang September geplante NCN-Festival. Die Zusammenkunft der Anhänger der sogenannten schwarzen Zunft zieht alljährlich eine riesige Schar von Besuchern in ihren Bann. Davon profitieren auch die Fußballer, welche an den entsprechenden Wochenenden traditionell ein Heimspiel austragen und deshalb stets ungewohnt hohe Zuschauerzahlen vermelden können. Ob dies heuer erneut so sein wird ist eine Frage, die auch Rolf Tröger als verantwortlicher Trainer der Herrenmannschaft zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten kann: „Selbst wenn irgendwann wieder Feste veranstaltet werden können, weiß jetzt noch keiner in welchem Umfang. Und was den Auftritt von Lok zum 100-jährigen betrifft, ergeben sich zusätzliche Unwägbarkeiten. Vielleicht müssen die ja noch eine Relegation bestreiten ….“ Immerhin kann der einst für die BSG Chemie Böhlen in der DDR-Oberliga spielende Coach seine blau-weißen Kicker seit kurzem wieder zu mit Einschränkungen verbundenen Übungseinheiten begrüßen, wenn er sie schon nicht mit offenen Armen empfangen darf. „Am zweiten Donnerstag im Mai sind wir in den Trainingsalltag zurück gekehrt, zunächst treffen wir uns einmal wöchentlich. In erster Linie geht es um die nötige Bewegung, unsere Leute haben den Wiederbeginn mit großer Freude aufgenommen.“

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Dass die sportlichen Aktivitäten erst einmal nicht der Vorbereitung auf Wettkämpfe dienen, tut der Begeisterung keinen Abbruch. Apropos Abbruch. Tröger hat im Grunde genommen mit nichts anderem als dem vorzeitigen Saisonende gerechnet: „Ich denke, letztlich blieb dem Verband gar keine andere Wahl. Hauptsache es gibt es nach den Lockerungen keinen Corona-Rückfall, das ist doch das Wichtigste in der aktuellen immer noch schwierigen Situation. Dann wird auch der Fußball hoffentlich bald wieder zur Normalität zurück finden können.“ Die Deutzener Kicker - welche während der Zwangspause in ihrer Staffel nach den drei Sportgerichtspunkten aus der Begegnung in Naunhof vom 11. auf den 9. Tabellenplatz geklettert sind - können es mit Sicherheit kaum erwarten. Und falls die Blau-Weißen ihr Jubiläum wirklich erst 2021 begehen können, wäre es wahrscheinlich auch kein Beinbruch. Zumal es dann noch viel intensiver zu genießen wäre.