30. September 2018 / 19:48 Uhr

SV Bornreihe gewinnt die Nervenschlacht

SV Bornreihe gewinnt die Nervenschlacht

Tobias Dohr
Weser-Kurier
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Half mit, den Sieg über die Runden zu bringen: Bornreihes Luca Mischnick (re). © Tobias Dohr
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Die Pinter-Elf setzt sich in einem umkämpften Heimspiel gegen Ahlerstedt/Ottendorf knapp mit 1:0 durch

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Wenn es noch eines letzten Beweises bedurft hätte, wie groß der Druck des "Gewinnen-Müssens" auf Seiten des SV Blau-Weiß Bornreihe war, dann erbrachte ihn Saša Pinter in der 90. Minute. Gerade hatte Schiedsrichter Benjamin Lindner (Celle) alle fünf Finger gehoben, um die Nachspielzeit anzuzeigen. Und der Bornreiher Coach konnte nicht fassen, was er da sah – und machte seinem Ärger lautstark Luft.

Etwa sechseinhalb Minuten später hatte es Pinter dann aber endlich geschafft. Gemeinsam mit der Mannschaft und rund 150 Bornreiher Zuschauern bejubelte der Trainer der "Moorteufel" einen hart umkämpften 1:0 (1:0)-Heimsieg über die SV Ahlerstedt/Ottendorf. "Ich würde diesen Sieg schon als verdient einstufen. Wir haben wenig zugelassen und hätten den Sack vielleicht etwas früher zumachen müssen", versuchte sich Pinter kurz nach Spielschluss an einer ersten Analyse. Letztlich war das alles am Ende aber auch gar nicht so wichtig – denn nach mittlerweile fünf Spielen ohne Sieg ging es am Sonntagnachmittag nur um eines: Ein Sieg sollte her, egal wie.

Im Duell zweier verunsicherter Teams hätten die Bornreiher aber um ein Haar schon ganz früh den nächsten Nackenschlag verkraften müssen. Bereits nach drei Minuten hatten sich die Blau-Weißen auf ihrer rechten Abwehrseite nach einem schnellen Einwurf übertölpeln lassen, die passgenaue Hereingabe setzte Matthias Meibohm aber völlig unbedrängt aus sieben Metern weit über das von Nico Eden gehütete Tor. Doch nur wenig später wurde es auch auf der anderen Seite gefährlich. Einen schönen Rückpass von Miguel Mendoza drosch Andre Waldau, der als Sechser Ordnung ins Bornreiher Spiel bringen sollte, mit Brachialgewalt an die Latte.

Muntere Anfangsphase

Michel Klimmek zögerte kurz darauf nach einem schönen Steilpass von Waldaus Nebenmann Loris Menger in aussichtsreicher Position etwas zu lang. Besser machte es schließlich Philip Bähr nach 15 Minuten, der die muntere Anfangsphase mit dem 1:0 abschloss. Nach einem Flankenball von Michel Waldow verlängerte Steffen Dietrich den Ball perfekt in den freien Raum, wo Philip Bähr durchgestartet war und mutterseelenallein vor Gästekeeper Jannis Trapp zur Führung einschob.

Mit diesem 1:0 im Rücken zogen sich die Hausherren ein wenig zurück, versuchten mit einer defensiven 5-4-1-Grundordnung die Räume für Ahlerstedt eng zu machen. Das klappte gegen einen spielerisch eher bieder zu Werke gehenden Gegner auch recht gut. Häufig spielten die Gäste weite Flugbälle, ohne aber dadurch produktiv vor das Bornreiher Tor zu kommen. Nur zweimal musste Nico Eden klären, zunächst gegen Süleymann Yaman, dann gegen Jan-Phillip Steenbock.

Die knappe Führung der Bornreiher war deshalb zur Pause durchaus verdient, wenngleich die eher zurückgezogene und verhaltene Spielweise manch langjährigem Blau-Weiß-Fan auf dem Platz bei Postels nicht geschmeckt haben dürfte. "Aber in der jetzigen Situation müssen wir uns nun mal ein Stück weit neu erfinden und gewisse Dinge auch mal anders machen", warb Saša Pinter um Verständnis. Und sein Plan sollte am Ende ja auch aufgehen. Denn an der taktischen Ausrichtung veränderte der Bornreiher Coach auch nach Wiederbeginn nichts.

Mendoza wird geblockt

Die "Moorteufel" wollten mit einer enormen Kompaktheit den Raum zustellen. Das gelang dank einer bis zum Ende engagierten Spielweise. Je länger das Spiel dauerte, desto tiefer schienen sich die Bornreiher zwar hinten reinfallen zu lassen, doch Chancen für die Gäste sprangen dabei nicht heraus. Gefährlich wurde es nur noch auf der anderen Seite, beispielsweise in der 64. Minute, als Bähr eine Mendoza-Flanke per Kopf auf Jeremy da Rocha Nunes ablegte, dessen Schuss jedoch aus kurzer Distanz im letzten Moment geblockt wurde.

Oder als – bereits in der Schlussphase der Partie – ein klasse Schnittstellenpass des eingewechselten Luca Mischnick Michel Klimmek erreichte, dieser aber zu lange mit dem Abschluss zögerte. So mussten alle Bornreiher am Ende noch bange Minuten überstehen, ehe der dritte Saisonsieg endlich unter Dach und Fach war. Die Mischnick-Einwechselung unterstrich übrigens noch einmal, wie sehr der personelle Schuh derzeit drückt bei den "Moorteufeln". Der Stürmer aus der zweiten Bornreiher Mannschaft war neben Alexander Huhn und Koen Schoffner einer von nur drei Auswechselspielern bei den Blau-Weißen. Am Ende kam er nicht zuletzt deshalb zum Einsatz, weil mit Patrick Müller ein weiterer Stammspieler kurzfristig am Sonntagmorgen krankheitsbedingt ausgefallen war. "Das ist alles typisch derzeit", sagte Saša Pinter und atmete noch einmal tief durch: "Das war heute die erwartete Nervenschlacht."