22. Dezember 2020 / 17:30 Uhr

SV Eichede blickt nach Einigung mit der Gemeinde Steinburg optimistisch in die Zukunft 

SV Eichede blickt nach Einigung mit der Gemeinde Steinburg optimistisch in die Zukunft 

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Das Mobiltelefon von Eichedes Vereinsvorsitzendem Olaf Gehrken stand in den vergangenen Tagen und Wochen nicht still
Das Mobiltelefon von Eichedes Vereinsvorsitzendem Olaf Gehrken stand in den vergangenen Tagen und Wochen nicht still © Agentur 54°
Anzeige

Drei Vereine erweisen sich als überwältigende Unterstützer - SVE möchte Blick nach intensiven Wochen nun nach vorne richten

Anzeige

Fast vier Wochen hat der SV Eichede für seine Zukunft gekämpft. Der Verein hatte eine großangelegte Kampagne über seine Social-Media-Kanäle gestartet – mit Erfolg! Am Montagabend hat die Gemeinde Steinburg wie bereits kurz vermeldet einen bis mindestens 30. Juni 2025 laufenden Nutzungsvertrag für die Sportanlage an der Matthias-Claudius-Straße zugestimmt. Kurz nach der Entscheidung stand das Telefon von Vereinsboss Olaf Gehrken nicht mehr still. „Bei allen Beteiligten herrscht ein hohes Maß an Erleichterung“, sagte er tags darauf zu den LN.

Anzeige

SV Eichede-Vereinsboss Olaf Gehrken: "Der Verein ist weder für den Winterdienst noch die Haftung verantwortlich!"

Ein wesentlicher Punkt war die Verkehrssicherungspflicht rund um die Sportanlage verbunden mit wesentlichen Haftungsrisiken. „Beide Punkte wurden aus dem Vertrag herausgenommen“, bestätigte Gehrken auf Nachfrage. „Das heißt, der Verein ist weder für den Winterdienst noch die Haftung verantwortlich, was die Zuwege, den öffentlichen Weg und die Parkflächen betrifft. Das war ein entscheidender Punkt. Überhaupt wurden maßgebliche Änderungen vollzogen.“

Mehr zum SV Eichede

Pflege und Unterhaltung der Sportanlage rund um das Ernst-Wagener-Stadion: Die Gemeinde legt sich nicht fest

Ein weiterer Punkt war die Pflege/Unterhaltung der Sportanlage beziehungsweise des Ernst-Wagener-Stadions. „Hier will sich die Gemeinde nicht festlegen. Das ist für den Verein problematisch“, räumt Gehrken ein. Aus diesem Grund hat der Stormarner Vorzeigeclub laut dem langjährigen Vereinsvorsitzenden vorgesorgt. Bislang hatte die Gemeinde eine finanzielle Beteiligung von 30.000 Euro an den Unterhaltungskosten für die Sportanlage gezahlt. „Der neue Vertrag sieht vor, dass der Verein einen Betrag von 7.500 Euro für den Zeitraum 1. Januar bis 30. Juni 2021 bekommt und die Gemeinde danach neu entscheidet“, erklärt Gehrken und fügt hinzu: „Wir haben erstmals jetzt schon eine Rücklage in 2020 bilden können, um die Differenz kompensieren zu können. Denn für uns ist wichtig, dass die anfallenden Kosten nicht zu Lasten unserer Mitglieder und der Ausbildung der Fußballer gehen.“

Hamburger SV, VfB Lübeck und SV Todesfelde mit überwältigender Unterstützung

Gehrken zeigt sich unterdessen begeistert, mit welcher Geschlossenheit alle Beteiligten hinter der Kampagne standen. „Schon seit Beginn der Corona-Pandemie habe ich den Eindruck gewonnen, dass das Miteinander im Verein nochmal größer geworden ist. Der Verein geht gestärkt aus dieser Situation hervor und wir haben gesehen, dass sogar neue Kooperationen möglich sind.“ Eine überwältigende Unterstützung habe der Verein vor allem von drei Vereinen erfahren: Kooperationspartner Hamburger SV und die Nachbarn VfB Lübeck und SV Todesfelde. „Und zwar in einer Art und Weise, die schon bemerkenswert gewesen ist“, betont Gehrken. „Diese Vereine sind aktiv auf uns zugegangen und haben ihre Hilfe angeboten.“

Wir haben einen Blick auf die Landesliga Holstein geworfen und die Trainer auf ihren jeweils ältesten Kicker aus dem Ligakader angesprochen.

Bastian Zeh (TSV Travemünde, 38 Jahre alt): Der älteste Spieler der Landesliga Holstein ist zugleich einer der bekanntesten. Zehlo fungiert am Rugwisch als spielender Co-Trainer unter Axel Junker und ist auch mit seinen 38 Jahren und seinen allseits bekannten Abschlussqualitäten noch immer jederzeit in der Lage, ein Spiel mit nur einer Aktion zu entscheiden. Junker über den Ex-Strander Oberliga-Kicker: Von einigen Experten wurden wir vor der Saison schon als Altherren-Truppe bezeichnet, weil Bastian Zeh, Bastian Henning und Kolja Schlichte zu uns gewechselt sind. Basti merkt man sein Alter überhaupt nicht an. Er hat sich während der Coronazeit so fit gemacht, dass er inzwischen sogar einige Spiele im Mittelfeld bestritten hat. Er schießt immer noch das ein oder andere Tor, zuletzt den Siegtreffer gegen Hartenholm. Zur Galerie
Bastian Zeh (TSV Travemünde, 38 Jahre alt): Der älteste Spieler der Landesliga Holstein ist zugleich einer der bekanntesten. "Zehlo" fungiert am Rugwisch als spielender Co-Trainer unter Axel Junker und ist auch mit seinen 38 Jahren und seinen allseits bekannten Abschlussqualitäten noch immer jederzeit in der Lage, ein Spiel mit nur einer Aktion zu entscheiden. Junker über den Ex-Strander Oberliga-Kicker: "Von einigen Experten wurden wir vor der Saison schon als Altherren-Truppe bezeichnet, weil Bastian Zeh, Bastian Henning und Kolja Schlichte zu uns gewechselt sind. Basti merkt man sein Alter überhaupt nicht an. Er hat sich während der Coronazeit so fit gemacht, dass er inzwischen sogar einige Spiele im Mittelfeld bestritten hat. Er schießt immer noch das ein oder andere Tor, zuletzt den Siegtreffer gegen Hartenholm." ©

Olaf Gehrken zu SHFV-Ehrenpräsident Hans-Ludwig Meyer: "Er war ein Garant dafür!"

Einen großen Anteil, dass ein neuer Vertrag geschlossen werden konnte, hatte SHFV-Ehrenpräsident Hans-Ludwig Meyer, der als Vermittler/Moderator zwischen den Parteien aufgetreten war. „Herr Meyer ist absolut positiv und mit viel Optimismus an die Thematik herangegangen“, sagt Gehrken, „und hat sich sehr intensiv und mit viel Herzblut mit dieser beschäftigt. Das war maßgeblich. Er war ein Garant dafür.“ Meyer sagte indes zu den LN: „Die Gemeinde ist einen großen Schritt auf den Verein zugegangen. Das ist eine Win-Win-Situation. Auf dieser Basis geht das alles in die richtige Richtung. Die Gemeinde hat deutlich signalisiert, langfristig mit dem Verein zusammenarbeiten zu wollen. Unser Aufwand hat sich gelohnt und es hat mir sogar Spaß gemacht.“

SV Eichede richtet Blick nach vorne: Planung für neue Saison soll angeschoben werden

Gehrken dankte nicht zuletzt dem eigenen Rechtsanwalt Dr. Johann Schacht, der früher selbst in der Ligamannschaft des SV Eichede gespielt hat und die Sportanlage aus dem Effeff kennt. Nachdem die Zukunft des Vereins gesichert ist, will sich Gehrken nun wieder den alltäglichen Aufgaben des Vereins widmen. So soll unter anderem die Planung für die nächste Saison mit Hochdruck angeschoben werden. Die Ligamannschaft von Trainer Denny Skwierczynski strebt mittelfristig die Rückkehr in die Regionalliga Nord an.