24. Juli 2021 / 20:28 Uhr

SV Eichede feiert Kreispokalsieg - 4:0 im Finale gegen SV Preußen Reinfeld

SV Eichede feiert Kreispokalsieg - 4:0 im Finale gegen SV Preußen Reinfeld

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Moritz Holst stemmt den Kreispokal im Eicheder Halbrund in die Höhe. 
Moritz Holst stemmt den Kreispokal im Eicheder Halbrund in die Höhe.  © Volker Giering
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Titel erfolgreich verteidigt! Der SV Eichede hat mit einem verdienten 4:0 gegen den SV Preußen Reinfeld am Sonnabend das Finale im Kreispokal gewonnen und somit die Fußball-Vorherrschaft im Kreis Stormarn bestätigt. 

Echte Pokalstimmung kam vor 335 Zuschauern im Ernst-Wagener-Stadion nicht auf, weil es ein einseitiges Finale war. Die ideenlosen Reinfelder waren in der Offensive einfach zu schwach und schossen in 90 Minuten nicht einmal ernsthaft auf das gegnerische Tor. Die tief stehenden Karpfenstädter wollte das Derby lange offen halten und agierten im Rückwärtsgang mit einer Fünfer-Abwehrkette. Diese Vorgabe war früh über Bord geworfen. Ausgerechnet der neue Torwart Marvin Zimmermann leitete die Niederlage mit einem Fehler an alter Wirkungsstätte ein. Nach einem langen Pass von Fynn Rathjen kam er aus seinem Kasten heraus und wollte per Kopfball klären. Doch der Eicheder Stürmer Tino Arp reagierte schneller und spitzelte den Ball über Zimmermann und brauchte nur noch ins leere Tor einzuschieben (4.).

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Eichedes Kapitän Jonathan Stöver mit Pokal und Prämienschein. 
Eichedes Kapitän Jonathan Stöver mit Pokal und Prämienschein.  © Volker Giering

Zugute halten muss man den Reinfeldern, dass sie wie immer eine gute Einstellung zeigten und sich gegen die drohende Pleite stemmten. Allerdings waren die Hausherren die klar spielerisch bessere Mannschaft. Nachdem Arp (8., nach einer Linksflanke von Lasse Lahrtz), Neuzugang Richard Arndt (22., schoss aus 20 Metern an die Latte), Lahrtz (30., scheiterte an Zimmermann nach einer Rechtsflanke von Arp) und Kapitän Jonathan Stöver (40.) vergaben, sorgte Mika Clausen in der 41. Minute für die Vorentscheidung. Nach einer Rechtsflanke von Marc Pichelmann war er mit einer Direktabnahme ins lange Eck erfolgreich. Die Reinfelder mobilisierten zwar nochmal alle Kräfte und stimmten sich in der Kabine für den zweiten Durchgang bei sommerlichen Temperaturen von 29 Grad ein. Doch spätestens mit dem 3:0 durch Neuzugang Vico Dombrowski (51.) war der Drops gelutscht. Der Ex-VfBer traf aus 16 Metern in den linken Giebel nach toller Vorarbeit von Clausen.

In der Folge ging es nur noch um die Höhe des Ergebnisses. Nachdem Lahrtz (62., 65.), Pichelmann (64.), Nico Hasselbusch (68.) und Tom Wittig (80.) vergaben oder an Zimmermann scheiterten, machte der gute Arp (87.) mit einem gefühlvollen Heber über Zimmermann den Deckel drauf. Erneut glänzte der Ex-A-Jugendliche Clausen als Vorlagengeber. „Das war eine geschlossene Mannschaftsleistung. Wir hatten das Spiel gut im Griff“, freute sich der doppelte Torschütze Arp nachher. Spielführer Stöver erklärte: „Nach dem ersten Tor haben wir klar gemacht, in welche Richtung das Spiel geht. Der Pokalsieg fühlt sich geil an.“

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Jubel mit Pokal - Der SV Eichede ist die Nummer 1 im Kreis Stormarn

Die Reinfelder zeigten sich als faire Verlierer. „Wir haben uns viel vorgenommen. Von der Einstellung und dem Einsatz kann man der Mannschaft nichts vorwerfen“, resümierte Kapitän Patrick Ellenberger. „Man muss ehrlich sagen, dass nicht viel drin war. Eichede ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat verdient gewonnen. Wir hätten das Spiel gern länger offen gehalten. Das frühe 0:1 war ein Nackenschlag. Wir haben einfache Gegentore kassiert. Da kann man dann nicht gewinnen.“ Auch Co-Trainer Dennis Sauer wusste das Ergebnis richtig einzuordnen. „Nach dem 0:3 war die Luft raus. Was unser Offensivspiel betrifft, haben wir deutlich Luft nach oben. Wir haben Eichede defensiv zu wenig gefordert.“

Rundum zufrieden zeigte sich Eichedes Trainer Denny Skwierczynski in der anschließenden Pressekonferenz. „Das war eine sehr gute Leistung. Der Sieg ist auch in der Höhe verdient. Wir waren läuferisch auf der Höhe und hatten auch in den Zweikämpfen die Nase vorn. Wir haben Reinfeld nicht zur Entfaltung kommen lassen Dass ich rundum zufrieden bin, ist selten der Fall.“ In der ersten Runde des Landespokals treffen die Rot-Weißen auf Regionalligist Heider SV (7. August). Tolle Geste bei der Siegerehrung: Moritz Holst durfte den Pokal in die Höhe stemmen. Beim 20-jährigen Linksaußen wurde ein Knochentumor festgestellt, wie Skwierczynski auf Nachfrage bestätigte. „Wir haben die Mannschaft am Freitag informiert“, sagte er. Holst muss operiert werden. „Wir hoffen, dass er bald wieder bei uns ist.“

Das Schiedsrichterteam um David Krauter (m.) mit den Kapitänen der Teams, Jonathan Stöver (2.v.l., SV Eichede) und Patrick Ellenberger (2.v.r., Preußen Reinfeld). 
Das Schiedsrichterteam um David Krauter (m.) mit den Kapitänen der Teams, Jonathan Stöver (2.v.l., SV Eichede) und Patrick Ellenberger (2.v.r., Preußen Reinfeld).  © Volker Giering

Der Pokalsieg wurde auf dem anschließenden Mannschaftsabend im Restaurant Rio Grand Rodizio in Grönwohld gefeiert. Für die Hochwasser-Gebiete kam übrigens ein stolzer Spendenbetrag von 3613 Euro zusammen. Es war ein gelungenes Event. Der SV Eichede zeigte sich als guter Ausrichter des Endspiels.

SV Eichede: Thomä – Pichelmann (80. Plate), Reimers, Ostermann, Arndt (80. Steinfeldt) – Rathjen (80. Zaske), Stöver – Dombrowski (66. Wittig), Clausen, Lahrtz (66. Hasselbusch) – Arp. 

SV Preußen Reinfeld: Zimmermann – Biermann (59. Schecke), Grimm, Cloppat – Lasse Czeschel, Möller (77. Nader), Ellenberger, Hackbarth (74. Mickeleit) – Treichel (46. Wurst), Rönnau, Lie (77. Mika Czeschel).