17. November 2019 / 19:18 Uhr

SV Eichede holt hochverdienten Punkt gegen den 1. FC Phönix Lübeck

SV Eichede holt hochverdienten Punkt gegen den 1. FC Phönix Lübeck

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Marcello Meyer kam mit seinem 1. FC Phönix Lübeck beim SV Eichede nicht über ein 1:1 hinaus.
Marcello Meyer kam mit seinem 1. FC Phönix Lübeck beim SV Eichede nicht über ein 1:1 hinaus. © Agentur 54°
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Durch frühes Pressing kamen die "Adlerträger" auf dem tiefen Platz nicht ins Spiel.

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Die Brüder Ugur und Enes Dagli gingen einträchtig zusammen vom Platz des Ernst-Wagener-Stadions. Zuvor sahen 325 Zuschauer ein gutes Oberliga-Topspiel, in dem es keinen Sieger gab. Der SV Eichede und Topfavorit 1. FC Phönix Lübeck trennten sich 1:1 – ein Ergebnis, mit dem sich beide Seiten nicht so recht anfreunden konnten. Während sich die Eicheder über eine verpasste Überraschung ärgerten, ließen die Lübecker im Titelrennen Federn.

SV Eichede mit hohem Pressing

„Ich hätte hier gern gewonnen“, sagte Defensivspieler Nico Fischer bei der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Stolze 15 Jahre hat der „verlorene Sohn“ beim Dorfklub gekickt, ehe er diesen als Kapitän im Sommer 2018 verlassen hatte. „Ich war nervöser als sonst. Das ist schon ein besonderes Spiel für mich“, verriet der 30-Jährige später. Die favorisierten Gäste fanden zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Was daran lag, dass Eichedes Trainer Denny Skwierczynski seine Elf gegen seinen ehemaligen Klub (bis Oktober 2018) optimal eingestellt hatte. Der 45-Jährige hatte vor zwei Wochen als Tribünengast beim 2:2-Remis der Phönixer im Stadtderby beim VfB Lübeck II genau hingeschaut. Damals wurden Fischer & Co. hoch angelaufen und zugestellt, so dass sie ihr schnelles Offensivspiel über Marcello Meyer nicht aufziehen konnten. Skwierczynski entschied sich für die gleiche Strategie und sein Team setzte diese mit einer guten Einstellung, hohen Laufbereitschaft und kämpferischem Einsatz nahezu perfekt um. „Wir haben kein gutes Spiel gemacht und uns vom hohen Pressing von Eichede beeindrucken lassen“, meinte Fischer.

Phönix Lübeck tut sich mit tiefem Platz schwer

Die Hausherren machten viel richtig, nur mit der Chancenverwertung haperte es. Schon nach vier Minuten hatte Jonathan Stöver nach Ablage von Stürmer Ugur Dagli die große Chance zur frühen Führung, scheiterte aber am gut reagierenden Gästetorwart Yilmaz Caglar. Den Gästen dagegen fiel nur wenig ein. Viele Aktionen wurden mit langen Bällen über Caglar eingeleitet. „Wir waren mit den Köpfen nicht da und haben zu lange gebraucht, um uns auf den tiefen Platz einzulassen“, bilanzierte Phönix-Trainer Daniel Safadi. Erst nach 25 Minuten konnte sich der Favorit befreien und kam zu eigenen Möglichkeiten durch Noor Al-Tamemy (25.), Michael Saar (37.) und „Cello“ Meyer (40.). Die zweite Halbzeit war ein offener Schlagabtausch, wobei die Eicheder zunächst erneut im Vorwärtsgang waren.

Stürmer Christian Peters kurzfristig ausgefallen

Nachdem Ugur Dagli ein zweites Mal aus 15 Metern vergeben hatte (60.), sorgte ein Blackout von Caglar zum 1:0 der Stormarner. „Yilo“ spielte den Ball genau in die Füße des aufmerksamen Niko Hasselbusch, der aus fünf Metern nur ins leere Tor schieben musste (62.). Dabei sollte eigentlich Christian Peters neben Ugur Dagli beginnen. Doch der Angreifer musste kurzfristig wegen einer Verstauchung im Knie passen. Wie auch Sechser Fynn Rathjen, der im Abschlusstraining einen Schlag auf den Fuß (Pferdekuss) bekommen hatte. Nachdem der Bluterguss in der Wade immer größer geworden war, musste er laut Skwierczynski ins Bundeswehr-Krankenhaus geliefert werden. Für Rathjen ist das Fußball-Jahr 2019 vorzeitig beendet. Für ihn rutschte Ur-Gestein Torge Maltzahn in die Startelf.

Abou Rashed verpasst den Lucky Punch

Zurück zum Fauxpas von Caglar. Sein Trainer Safadi wollte dem Pechvogel „keinen großen Vorwurf“ machen. „Er hat sonst ein gutes Spiel gemacht. Die Mannschaft hat danach Charakter gezeigt und ist für Yilo mitgelaufen.“ Ähnlich sah es Fischer. „Das kann passieren“, sagte der FC-Routinier. „Wir sind stark zurückgekommen.“ Nachdem Caglar seinen groben Schnitzer mit einer starken Parade im Eins-gegen-Eins gegen Stöver wiedergutmachte (67.), gelang Marcello Meyer (77.) per Abstauber nach Vorarbeit vom eingewechselten Abdullah Abou Rashed der 1:1-Ausgleich. „Da ist keiner von uns mitgegangen“, ärgerte sich Skwierczynski. Fast hätten die Gäste sogar drei Punkte mitgenommen. Doch ein Fernschuss von Abou Rashed klatschte in der Nachspielzeit (90. +4) an die Latte. „Mit ein Quäntchen Glück gewinnen wir, was aber nicht verdient gewesen wäre. Am Ende ist das Unentschieden leistungsgerecht“, fand Fischer. Nicht zufrieden war Safadi. „Wir sind mit anderen Erwartungen hierhergekommen und wollten Todesfelde weiter unter Druck setzen“, erklärte er. Da die Segeberger zeitgleich mit 2:1 gegen Bordesholm gewannen, beträgt der Rückstand des Verfolgers auf den Spitzenreiter nun drei Punkte.

Ersatzkeeper Thomä überzeugt

Hin- und hergerissen zeigte sich Skwierczynski in seiner Spielanalyse. „Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung“, lobte er seine Mannschaft für einen „mutigen, couragierten und taktisch disziplinierten Auftritt.“ Allerdings habe das I-Tüpfelchen gefehlt. „Es wäre nicht unverdient gewesen, wenn wir gewonnen hätten. Wir hatten mehr Torchancen. Leider haben wir nur einen Punkt geholt. Die Enttäuschung ist da.“ Zu seiner gewählten Strategie meinte er: „Wir waren heute höher aufgestellt. Dadurch konnte sich Phönix spielerisch nicht befreien. Schließlich haben sie eine hohe Qualität. Wir haben ganz wenig zugelassen.“ Im Tor feierte überraschend Ersatzkeeper Michél Thomä seine Saisonpremiere, nachdem er bislang nur dreimal im Kreispokal ran durfte. Der 30-jährige Rückkehrer spielte fehlerfrei und rechtzeitige seine Nominierung. „Das war vor einiger Zeit so abgestimmt“, begründete der SVE-Coach dessen Einsatz. „Bei ihm haben wir keine Sorgen. Er ist ein guter Torwart, der gut trainiert und bei anderen Vereinen spielen würde. Zudem hat er ein engagiertes Auftreten in der Mannschaft.“ Im nächsten Heimspiel gegen die Husumer SV soll aber wieder Stammtorwart Marcel Gevert im Kasten stehen. Die Phönixer treffen bereits ein Tag vorher auf den TSB Flensburg (23. November). Es ist das Duell des Zweiten gegen den Dritten.  

SV Eichede: Thomä – Newrzella, Schubring, Ostermann – Zaske, Maltzahn – Heskamp (74. Pichelmann), Stöver (90. +2 Brügmann), Steinfeldt – Hasselbusch, Ugur Dagli (85. Wittig).

1. FC Phönix Lübeck: Caglar – Sievers, Lindenberg, Fischer, Steinwarth – Marcello Meyer, Saar (70. Gnerlich) – Aouci, Mirroche (60. Abou Rashed), Al-Tamemy (60. Enes Dagli) – Pajonk.

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