10. Juni 2020 / 20:03 Uhr

SV Eichede: Lars Konietzko spricht im SVE-Podcast über seine Zeit beim HSV und die prominent besetzten Blitzturniere

SV Eichede: Lars Konietzko spricht im SVE-Podcast über seine Zeit beim HSV und die prominent besetzten Blitzturniere

Lisa Wittmaier
Lübecker Nachrichten
Lars Konietzko leitet beim SV Eichede das Handicap-Team und sorgt jährlich für namenhafte Turniere.
Lars Konietzko leitet beim SV Eichede das Handicap-Team und sorgt jährlich für namenhafte Turniere. © SV Eichede/hfr
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Der Familienvater würde am liebsten mit seiner Mannschaft nach England zum Turnier fahren. Heutige Profis wie Rouwen Hennigs, Alexander Laas, Alexander Meier gehörten damals zu seiner Mannschaft.

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Im zwölften SVE-Podcast war Lars Konietzko, Trainer der Handicap-Mannschaft, zu Gast bei Moderator Johannes Kramer. Er berichtete von seiner Zeit beim Hamburger SV, die Blitzturniere mit FC Arsenal, Borussia Dortmund und Co. und seiner Arbeit mit der Handicap-Mannschaft. Vor ihm waren schon Vincent Janelt, Marcel Gevert, Martin Steinbek, Jan Plate,Evgenij Bieche, U19-Spieler Leon Tonder, Urgestein Heino Keiper, Torwarttrainer Benjamin Loose,Nico Bremser, Niko Hasselbusch und Niclas Warsteit zu Gast im Podcast.

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Konietzko gründete das Team vor 12 Jahren

Wenn nicht gerade das Corona-Virus den Fußballbetrieb lahm legt, dann trainiert Lars Konietzko einmal die Woche die Handicap-Mannschaft vom SV Eichede. Immer Freitags treffen sich die rund 40 fußballbegeisterten Menschen mit Beeinträchtigung zum Kicken. "Wir sind über die Jahre immer mehr Spieler geworden und die meisten zählen schon seit vielen Jahren zum Team," erzählt Konietzko, der vor 12 Jahren die Idee hatte, diese Mannschaft zu gründen. "Ich habe damals beim Zivildienst bei den Preetzer Werkstätten schon eine Handicap-Mannschaft ins Leben gerufen, sodass ich dort meine Erfahrunge hatte. Zudem bin ich mit einem beeinträchtigten Bruder aufgewachsen und habe daher keine Berühungsängst. Für mich war es klar, dass wir diese Mannschaft gründen," sagt der Coach. Viele Spieler wohnen im Wohnheim und waren zuletzt in vollkommener Quarantäne, weshalb der Kontakt teilweise schwer gefallen ist. "Ich habe öfters in den Wohnheimen angerufen, aber mit der Hälfte haben wir eine WhatsApp-Gruppe, in der wir in Kontakt sind. 3-4 Spieler habe ich leider seit Wochen nicht erreichen können," beschreibt er den derzeitigen Austausch mit der Mannschaft, der sich derzeit nur auf den sozialen Netzwerken abspielt.

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Besonders zu schätzen weiß an der Arbeit mit dem Team, dass die Emotionen immer echt sind. "Die Spieler spielen einem nichts vor. Sie freuen sich, wenn sie glücklich sind, sagen aber auch direkt raus, wenn sie eine Übung scheiße finden. Das sind Emotionen pur, die man sonst nicht so ungefiltert hat," erklärt Konietzko. In einer normalen Saison nimmt die Mannschaft an rund 30 Turnieren teil, die manchmal auch über Nacht stattfinden. Das größte Turnierhighlight erlebte er beim Turnier beim TSV Achim. "Da waren Mannschaften von Mainz 05, FC Barcelona, FC Chelsea, Tel Aviv, FC Groningen. Also wirklich namenhafte Klub und auch das Rahmenprogramm ging nicht besser. Wirklich toll," sagt Konietzko.Der SV Eichede selbst träglich jährlich ebenfalls ein Turnier aus, welches über die Jahre stetig größer geworden ist. So fing man 2008 mit drei Mannschaften an und ist bis 2019 auf 25 teilnehmende Teams gewachsen. "Die Resonaz ist enorm und die Kontakte sind über die Jahre extrem gestiegen," begründet er das große Interesse.

Borussia Dortmund ist Dauergast in Eichede

Zudem ist Konietzko Meister bei der Turnierorganisation. Er holt stets namenhafte Klub nach Stormarn, um Blitzturniere mit den Jugensmannschaften auszuführen. So gehört Borussia Dortmung und HSV zum festen Bestandteil der Turniere und selbst der FC Arsenal war für mehrere Tage vor Ort. Wie er diese Kontakte immer herstellt? Er selbst sagt, dass es oftmals Zufall ist bzw er über alte Weggefährten, die er insbesondere in seiner Zeit beim HSV getroffen hat, läuft. "Mittlerweile hat man ein gutes Netzwerk aufgebaut und viele, die einmal hier waren, wissen das zu schätzen und kommen wieder," sagt er. Auch organisierte er letztes Jahr ein Training mit der HSV B-Jugend für seine Handicap-Mannschaft, was auf große Freude traf. Ein großes Ziel des Trainers ist eine Turnierteilnahme in England. "Für mich ist England immer noch das Mutterland des Fußballs. Dort mit der Mannschaft hinzufahren zu können, wäre wirklich schön, ist aber auch mit hohem Aufwand und Kosten verbunden," weiß Konietzko.

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Fynn Rathjen macht sich lang, kommt aber nicht mehr an den Ball. Kristensen hat freien Lauf. Zur Galerie
Fynn Rathjen macht sich lang, kommt aber nicht mehr an den Ball. Kristensen hat freien Lauf. ©

Nachhilfestunden für Änis Ben-Hatira

Dank seiner Zeit beim Hamburger SV gelang es ihm auch die Kooperation mit den Hanseaten einzugehen, die Eichede seit 2006 hat. Er wurde damals beim HSV im Nachwuchsleistungszentrum als "Mädchen für alles" einstellt - unterstütze die Cheftrainer, gab Nachhilfestunden und sorgte für das ganze Drumherum und hatte das Glück heutige Profis wie Rouwen Hennigs, Alexander Laas, Alexander Meier trainiert zu haben. Unter anderem half er auch Profi Änis Ben-Hatira bei seinem Realschulabschluss in Mathematik. "War konnte es eigentlich alles, aber irgendwie sah er die Notwendigkeit nicht. Seine Prüfung hat er nach 20 Minuten abgegeben in der Hoffnung die ersten Aufgaben reichen für eine vier. Durch einige kleine Fehler war es aber doch eine fünf, sodass er seinen Abschluss nicht schaffte. 15 Minuten mehr investierte Zeit hätten vermutlich geholfen," berichtet Konietzko. Nachdem er 2003 die Hamburger verlassen musste, machte er unfreiwillig ein Jahr Pause, da Olaf Gehrken ihm einen Job beim SV Eichede verwehrte. "Es ging damals um die Trainerposition einer A-Jugend. Das hat Olaf mir damals wohl nicht zugetraut, obwohl ich auf Empfehlung gekommen war. Ich habe es ein Jahr später nochmals probiert und dann die B-Jugend übernommen. Ich habe sehr schnell gemerkt, dass man hier etwas aufbauen kann," erzählt Konietzko.

Vorstandsarbeit für ihn absolut kein Thema

Bereits als 19-Jähriger nahm Konietzko seinen ersten Trainerposten an und trainierte die F-Jugend bei Kilia Kiel, wo er selbst nach seiner Zeit beim Preetzer SV spielte. Heute trainiert er nach erfolgreichen Jahren mit der B-Jugend in Eichede die Handicap-Mannschaft und eine Mädchenmannschaft. Trotzdem reizt ihn auch später nochmal ein anderer Jugendtrainerjob. "Ich kann mir schon vorstellen, nochmal eine Jugendmannschaft zu trainieren. Aber das muss passen und zur Zeit bin ich gut ausgelastet," sagt der 2-fache Familienvater. Was er sich allerdings überhaupt nicht vorstellen kann ist eine Tätigkeit im Vorstnand: "Für mich ist Vereinsarbeit auf dem Platz. Ich brauche den Austausch und die Kontakte mit den Mannschafte, dem Team. Vorstandsarbeit ist nicht meins," gesteht er offen und hofft, dass er noch viele Jahre als Trainer aktiv sein kann.

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