03. März 2019 / 18:17 Uhr

SV Eichede verliert 0:1 gegen Heider SV

SV Eichede verliert 0:1 gegen Heider SV

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Ugur Dagli (Nr. 15, SV Eichede) schaut nach seinem Abseitstor zum Linienrichter.
Ugur Dagli (Nr. 15, SV Eichede) schaut nach seinem Abseitstor zum Linienrichter. © Agentur 54°
Anzeige

Spätestens nach der roten Karte für Keeper Gevert war die Partie zu Gunsten der Gäste entschieden - Jürss hadert nicht nur mit der Schiedsrichterin

Einen gebrauchten Tag hat der SV Eichede erwischt. Die Stormarner verloren nicht nur das Oberliga-Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Heider SV mit 0:1, sondern müssen im weiteren Abstiegskampf auf Stammtorwart Marcel Gevert verzichten. Das 19-jährige Talent sah die Rote Karte wegen eines Foulspiels außerhalb des Strafraums und fällt somit im wichtigen Kellerduell am kommenden Sonntag beim abgeschlagenen Schlusslicht TSV Lägerdorf definitiv aus.

Anzeige

Jürss unzufrieden mit Schiedsrichterin

Nachdem es das ganze Spiel vor 195 Zuschauern im Ernst-Wagener-Stadion geregnet hat, stellte sich Trainer Christian Jürss nach dem Abpfiff wie ein begossener Pudel den Fragen der anwesenden Journalisten. „Im zweiten Durchgang haben wir eine sehr engagierte und beherzte Leistung gezeigt. Wir haben den Gegner dominiert und hatten die klareren Torchancen“, resümierte er. Hierauf könne man aufbauen. Zur Leistung der Schiedsrichterin Anna-Lena Heidenreich (VfB Lübeck, pfeift auch in der Frauen-Bundesliga) wollte er sich nicht öffentlich äußern, obwohl Jürss und sein neuer Co-Trainer Johannes Böhnert während der 90 Minuten fast jede Szene lautstark kommentierten. „Die Schiedsrichterin wird richtig entschieden haben, sie stand besser als ich“, meinte Jürss kurz und knapp.

Mehr zum SV Eichede

In der 13. Minute zeigte Heidenreich nach einem Foulspiel des Eicheder Verteidigers Fyn Claasen am HSV-Stürmer Jonah Gieseler mit etwas Verzögerung auf den Elfmeterpunkt. „Das war kein Elfer und muss man nicht pfeifen“, meinte Morten Wahl, der erst kürzlich aus der Eicheder U23-Elf hochgezogen wurde und gegen die Dithmarschener sein Ligadebüt gleich in der Startelf feierte. „Ich habe nicht damit gerechnet“, gestand Wahl und hätte sich einen besseren Einstand gewünscht. „Verlieren ist immer nicht schön. Ein Sieg wäre schöner gewesen.“ Zurück zum Strafstoß: Der Gefoulte Gieseler trat selbst an und verwandelte sicher ins linke untere Eck – keine Chance für Gevert. Schon nach fünf Minuten hatte der SVE-Keeper seine Mannen mit einer starken Parade gegen Tobias Hass vor einem früheren Rückstand bewahrt.

Unruhen nach der roten Karte für Marcel Gevert vom SV Eichede im Spiel gegen Heider SV

Eichede hadert mit erster Halbzeit

Die 1:0-Pausenführung für die Gäste ging in einer hektischen Begegnung in Ordnung. Gieseler hätte mit einem Heber über Gevert erhöhen können (32.). Jedoch konnte der mitgelaufene Ex-Eutiner Marco Heskamp klären. Dem Gastgeber fiel bis auf ein Schuss von Jonathan Stöver (32.) nicht viel ein. Es fehlte der letzte finale Pass. „Im ersten Durchgang fehlte die Entschlossenheit“, haderte Jürss. Sein HSV-Kollege Sönke Beiroth befand: „In der ersten Halbzeit waren wir schon griffiger und haben verdient das Tor gemacht. Und wir hätten nachlegen können.“ Nach der Pause zeigten die Eicheder ein anderes Gesicht. „Sie haben sich jetzt besser reingebissen und haben Qualität, die besser als der momentane Tabellenstand ist“, sagte Beiroth.

Anzeige
Der Elfmeter von Gieseler zur Führung für den Heider SV beim SV Eichede

Platzverweis für Gevert besiegelt Niederlage

Dass die Stormarner als Verlierer vom Platz gingen, hatte laut Morten Wahl mehrere Gründe. „Entweder ist der Ball nicht angekommen oder versprungen oder wir hatten Pech vor dem Tor“, sagte er. So scheiterte Neu-Stürmer Ugur Dagli gleich dreimal (Pfosten/50., 60., 68.) am guten Heider Torwart Torben Franzenburg. In der 70. Minute stürmte dann Gevert aus seinem Strafraum heraus und köpfte den Ball im Laufduell mit Hass ins Seitenaus. Da er den HSV-Stürmer aber auch an den Füßen traf, zeigte ihm Heidenreich folgerichtig die Rote Karte. Die Gäste schaukelten den Sieg in der rund sechsminütigen Nachspielzeit schließlich über die Zeit. Der Eicheder Kampfesgeist wurde indes nicht belohnt. „Das war ein gutes Kampfspiel. Wir freuen uns mit drei Punkten aus der Winterpause gekommen zu sein“, bilanzierte ein zufriedener Beiroth, während sein Gegenüber Jürss die Partie anschließend mit Vereinsboss Olaf Gehrken im Klubheim analysierte. Denny Skwierczynski war übrigens nicht im Stadion. Der neue Eicheder Ligamanager weilt im Urlaub.


Die Trainer des SV Eichede von 2008 bis heute

Der Beginn einer erfolgreichen SVE-Ära: Mecki Brunner holt nach seinem ersten Jahr beim SV Eichede im Mai 2009 die Verbandsliga-Meisterschaft. Rene Wasken (l.), Marian Draguhn, Lasse Drews,  Markus Venz und Malte Buchholz lassen ihn hochleben. Zur Galerie
Der Beginn einer erfolgreichen SVE-Ära: "Mecki" Brunner holt nach seinem ersten Jahr beim SV Eichede im Mai 2009 die Verbandsliga-Meisterschaft. Rene Wasken (l.), Marian Draguhn, Lasse Drews,  Markus Venz und Malte Buchholz lassen ihn hochleben. ©

SV Eichede: Gevert – Heskamp, Schubring (73. Höfel), Claasen, Wurr – Wahl, Maltzahn, Rathjen, Stöver (81. Bieche) – Peters, Dagli (77. Kathmann).

Anzeige: Erlebe die gesamte Bundesliga mit WOW und DAZN zum Vorteilspreis