07. September 2020 / 13:06 Uhr

Joker Buschmann trifft in der Nachspielzeit: Frielingen mit glücklichem Sieg gegen Berenbostel

Joker Buschmann trifft in der Nachspielzeit: Frielingen mit glücklichem Sieg gegen Berenbostel

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Frielingens Marvin Metzig trifft per Strafstoß zum 1:0, seine Mannschaft feiert mit ihm. 
Frielingens Marvin Metzig trifft per Strafstoß zum 1:0, seine Mannschaft feiert mit ihm.  © CHRISTIAN HANKE
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Der TSV Berenbostel war bei seinem Auswärtsspiel beim SV Frielingen über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft. Trotzdem steht das Team von Ahmet Cagli, der mit Frielingens Trainer Jürgen Siegel bei der Stadt Garbsen zusammenarbeitet, am Ende mit leeren Händen da. Joker Lukas Buschmann erzielte in der Nachspielzeit den umjubelten 2:1-Siegtreffer für die Frielinger.

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Das goldene Händchen von Trainerfuchs Jürgen Siegel hat den Spielverlauf im Garbsener Derby komplett auf den Kopf gestellt. Seine Mannschaft vom SV Frielingen setzte sich auf heimischem Platz am Farlingsweg mit 2:1 (1:0) gegen den TSV Berenbostel durch. Frielingens Lukas Buschmann kam, sah und traf – in der Nachspielzeit: sein goldenes Tor sorgte für die Entscheidung. „Ganz ehrlich, wir haben überragend glücklich gewonnen. Der Sieg ist sagenhaft unverdient“, räumte Siegel ein. „Aber was soll’s. Letztlich zählen nur die drei Punkte, alles andere ist scheißegal .“ Derweil grämte sich Berenbostels Coach Ahmet Cagli: „Das ist ganz bitter, und so verdammt ungerecht. Echt ärgerlich.“

Irgendwie hatte sich schon angedeutet, dass es wohl nicht die Woche des TSV Berenbostel werden würde. Ein Spieler befindet sich derzeit in (freiwilliger) Quarantäne, weil seine Schwester positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Drei weitere Akteure sind noch im Urlaub. Und dann verletzte sich auch noch Stammkraft Marc Lorente im Training. Ungeachtet der personellen Ausfälle spielte der TSV Berenbostel beim Nachbarn in Frielingen richtig gut auf.

Bilder zum Spiel der Kreisliga 2 zwischen dem SV Frielingen und dem TSV Berenbostel:

Frielingens Marc Becker und Berenbostels Jose-A. Ferrer-Romera schenken sich nichts. Zur Galerie
Frielingens Marc Becker und Berenbostels Jose-A. Ferrer-Romera schenken sich nichts. ©

Siegel und Cagli kennen sich seit Ewigkeiten

„Wir hätten zur Pause mit 3:0 führen können“, betonte Cagli. Stattdessen lagen in der intensiv geführten und temporeichen Partie die Gastgeber durch ein Strafstoßtor von Marvin Metzig vorn (26.). Bereits in der siebten Minuten hatte Siegel einen Torwartwechsel vornehmen müssen, Renke Lampen machte verletzungsbedingt Marek Hanebuth Platz – und der war voll auf dem Posten.

Nach dem Seitenwechsel agierte die Cagli-Elf weiter sehr druckvoll – und kam durch Simeon Jovanov zum längst überfälligen Ausgleich (68.). Siegel und Cagli sind nicht nur Kollegen an der Seitenlinie des Fußballfeldes, sondern überdies am Arbeitsplatz bei der Stadt Garbsen. Die Beiden kennen sich seit Ewigkeiten. Zehn Minuten vor Spielende ging Siegel zur gegnerischen Bank hinüber: „Ich habe Ahmet gesagt, dass es am Ende nur einen Sieger geben kann und wird, und zwar sein Team“, erzählte der SV-Coach.

"Jürgen braucht in den nächsten Tagen nicht zum Kaffee in mein Büro zu kommen."

„Die Berenbosteler hatten mehrere klare Tormöglichkeiten. Während wir über das gesamte Spiel vor dem Kasten nicht wirklich zwingend waren.“ Anschließend kehrte Siegel auf seine Seite zurück - und wechselte: Es lief schon die 87. Minute als Lukas Buschmann signalisierte, dass er trotz leichter Zerrung bereit sei für einen Einsatz. Siegel brachte ihn rein – und Buschmann bedankte sich nach schöner Vorarbeit von Kapitän Christopher Nagel mit dem 2:1-Siegtor (90.+1).

„Wir waren besser, wir haben das Spiel gemacht. Und dann das...“, haderte Cagli und fügte augenzwinkernd hinzu: „Jürgen braucht in den nächsten Tagen nicht zum Kaffee in mein Büro zu kommen.“ Verstärkung für die Berenbosteler Offensive naht: Der TSV konnte Robin Eidtmann verpflichten. Ebenfalls aus der Hagenburger Ecke kommt der neue Defensivmann Robin Thiele. „In den letzten Jahren haben wir solche Spiele verloren, heute war es mal anders“, sagte ein glücklicher Jürgen Siegel. „Ich glaube, der Kaffee bei Ahmet wird mir diese Woche besonders gut schmecken.“