20. September 2020 / 20:26 Uhr

Zu lange reklamiert: Nikolaos Zervas bestraft Gehrdener und schießt Iraklis ins Glück

Zu lange reklamiert: Nikolaos Zervas bestraft Gehrdener und schießt Iraklis ins Glück

Mark Bode und Jannik Meyer
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Gehrdens Trainer Michel Costa ist bedient.
Gehrdens Trainer Michel Costa ist bedient. © Stefan Zwing
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Die Serie des SV Gehrden ist gerissen: Nach drei Siegen ohne Gegentor gab es in der Bezirksliga 7 zu Hause gegen den SV Iraklis Hellas eine 0:1-Niederlage. Schütze des goldenen Tores war Nikolaos Zervas, der den Moment ausnutzte, als die Gehrdener Defensive mehr mit dem Reklamieren beschäftigt war.

Bislang ist die Saison perfekt verlaufen für das Team des SV Gehrden. Doch die Euphorie nach drei Siegen in Folge ohne ein Gegentor ist nach dem vierten Spieltag dahin: Die Elf von Trainer Michel Costa hat mit dem 0:1 (0:1) gegen Iraklis Hellas die erste Pleite hinnehmen müssen. „Das ärgert mich“, sagte der Coach. Er sprach allerdings auch davon, dass seine Spieler eine ordentliche Leistung gezeigt hätten. „Wenn wir unsere Chancen besser ausgespielt hätten, hätten wir mindestens ein Unentschieden erreicht. Das wäre auch verdient gewesen“, sagte Costa.

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Es hätte auch schon geholfen, wenn sich die Gehrdener Defemsive nicht länger mit dem Reklamieren eines vermeintlichen Handspiels befasst und den Iraklis-Routinier Nikolaos Zervas nach dessen Ballannahme entschlossener gestört hätte. So konnte der Offensivmann nach einem Diagonalball Richtung Fünfmeterraum der Gehrdener laufen und in das lange Eck an Christian Wigele vorbei einschießen (20. Minute). „Durch das Reklamieren ist man vielleicht ein paar Hundertstel Sekunden abgelenkt und kommt dann den entscheidenden Schritt zu spät“, sagte Costa.

Bilder vom Spiel der Bezirksliga 7 zwischen dem SV Gehrden und SV Iraklis Hellas

Gehrdens Maximilian Bocka (links) verfolgt Konstantinos Papakonstantinou. Zur Galerie
Gehrdens Maximilian Bocka (links) verfolgt Konstantinos Papakonstantinou. ©

„Heute haben wir so gut wie nichts zugelassen und die Führung sehr geschickt verwaltet“, freute sich Iraklis-Coach Patrick Lang. Von dieser Effizienz konnten die Gehrdener an diesem Tag lediglich träumen. Schon wenige Minuten nach Anpfiff hatte Roman Busse einen Treffer auf dem Fuß. Er wurde perfekt von Tim Hansmeier von der linken Seite bedient, drosch den Ball aber aus elf Metern drei Meter über die Querlatte.

Gehrender müssen sich kurz schütteln

Nach dem Gegentreffer mussten sich die Gastgeber etwa zehn Minuten schütteln, bis sie wieder in die Partie fanden. In der taktisch geprägten Begegnung waren klare Einschussmöglichkeiten zwar eher rar, doch die größere Anzahl hatten die Gehrdener. Nach einer Ecke von Serkan Köse scheiterte Philipp Ressel noch vor der Pause per Kopf.

„Uns hat in den entscheidenden Situationen immer das Fortune gefehlt“, beklagte sich Costa. Immer wieder erkämpfte sich seine Mannschaft den Ball, schaltete schnell um und spielte sich über die Flügel zielstrebig nach vorne. Dann war entweder ein Bein des Gegners im Weg oder das des Gehrdener Spieler zu kurz. „Der letzte Pass hat nicht gepasst“, sagte Costa schlicht.

Iraklis blieb offensiv harmlos. Oder anders formuliert: Die Gastgeber ließen die Griechen nicht zur Entfaltung kommen. Köse und Kapitän Tim Borowsky zeigten im defensiven Mittelfeld wieder einmal eine starke Partie. In der Schlussphase warf der SVG noch einmal alles nach vorne. „Wir haben so ziemlich alles probiert“, sagte Costa.


Costa gibt sich schnell wieder kämpferisch

Doch der Ertrag war überschaubar. Lediglich eine große Einschusschance ergab sich noch. Es war allerdings symptomatisch für das gesamte Spiel: In der zweiten Nachspielminute beförderte Hansmeier das Spielgerät aus acht Metern über das Tor.

Wenngleich Costa nach dem Schlusspfiff angefressen war, so gab er sich schnell wieder kämpferisch: „Von dieser Niederlage geht die Welt nicht unter“, sagte er. „Jetzt bereiten wir uns auf das Spiel gegen Ihme-Roloven vor.“ Vielleicht folgt dort der Beginn der nächsten kleinen Siegesserie.