31. März 2020 / 13:13 Uhr

SV Grün-Weiß Todenbüttel: Trainer Adrian Königsmann im Interview

SV Grün-Weiß Todenbüttel: Trainer Adrian Königsmann im Interview

Andrè Haase
Kieler Nachrichten
Trainer Adrian Königsmann schwingt seit Sommer 2019 das Zepter an der Außenlinie des Verbandsligisten.
Trainer Adrian Königsmann schwingt seit Sommer 2019 das Zepter an der Außenlinie des Verbandsligisten. © Griese
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"Wir haben für die Saison 2020/21 unsere Hausaufgaben gemacht, so Königsmann

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Der SV Grün-Weiß Todenbüttel steht mit 21 Punkten auf dem elften Tabellenplatz der Verbandsliga West. Der Abstand zu den direkten Abstiegsplätzen beträgt gerade einmal vier Punkte (Marner TV, 17 Punkte). Trotzdem ist Trainer Adrian Königsmann sicher, dass seine Jungs mit dem Abstieg nichts zutun haben werden. Im Interview mit dem KN-Sportbuzzer erklärt der 51-Jährige warum.

KN-Sportbuzzer: Moin Adrian. Wie lief eure Vorbereitung auf die Rest-Rückrunde?

Adrian Königsmann: Richtig gut. Wir haben seit Anfang Februar vier Einheiten die Woche absolvieren können und haben auf dem Platz, in der Kunstrasenhalle und beim Spinning viel gearbeitet und uns alle auf die Rückrunde gefreut.

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Jetzt kommt die Corona-Pandemie dazwischen. Das wirft euch wieder zurück, oder?

Sicherlich. Der Trainings- und Spielbetrieb ist ja komplett untersagt worden. Aber die Gesundheit steht natürlich in dieser Ausnahmesituation im Vordergrund.

Ihr steht momentan auf Tabellenplatz elf. Was macht dich sicher, dass ihr den Klassenerhalt schafft?

Wir hatten enormes Verletzungspech, Leistungsträger sind teils monatelang ausgefallen. Als Mannschaft haben wir das aber überragend aufgefangen und andere Spieler sind in die Bresche gesprungen. Jetzt sind alle bis auf die Langzeitverletzten wieder fit. Zudem sind wir taktisch variabler geworden.

Diese Spieler haben Holstein Kiel in der Vergangenheit geprägt:

Kingsley Schindler kam im Juli 2016 von der Reserve der TSG Hoffenheim ins Nest der Störche. Als Rechtsverteidiger geholt, wurde er dank seiner Schnelligkeit schnell zum Rechtsaußen umgeschult. In 101 Spielen für die KSV Holstein gelangen dem Flügelflitzer 34 Tore und 22 Assists. Zudem entwickelte sich der Deutsch-Ghanaer zum sicheren Elfmeterschützen. Somit spielte sich Schindler schnell in die Herzen der Holstein-Fans. Im Sommer 2019 wechselte der King zum Bundesligisten 1. FC Köln. Zur Galerie
Kingsley Schindler kam im Juli 2016 von der Reserve der TSG Hoffenheim ins Nest der Störche. Als Rechtsverteidiger geholt, wurde er dank seiner Schnelligkeit schnell zum Rechtsaußen umgeschult. In 101 Spielen für die KSV Holstein gelangen dem "Flügelflitzer" 34 Tore und 22 Assists. Zudem entwickelte sich der Deutsch-Ghanaer zum sicheren Elfmeterschützen. Somit spielte sich Schindler schnell in die Herzen der Holstein-Fans. Im Sommer 2019 wechselte "der King" zum Bundesligisten 1. FC Köln. ©

Wie hält sich ein Amateurfußballer momentan fit?

Da es momentan keinen Termin für einen möglichen Neustart gibt, ist es schwierig auf ein Ziel hinzuarbeiten. Wir haben über eine App eine Laufgruppe gebildet und die Spieler sind weiter fleißig und sicherheitshalber überwache ich das auch.

Glaubst du, dass die Saison noch fortgesetzt wird?

Dann müssen wir natürlich bald wieder anfangen. Ich halte es aber für möglich, wir haben bis 30.06.20 Zeit und in Urlaub fährt doch sowieso keiner dieses Jahr. Es kann natürlich alles passieren. Wenn nicht nur die Hinrunde gewertet wird, dann schlage ich als Alternative aber keine bloße Annullierung vor, sondern zumindest muss dann bei einem Neustart die jetzige Platzierung mit (Plus- und Minuspunkten) versehen werden. Henstedt-Ulzburg spielt eine überragende Saison, die könnten vielleicht mit plus neun Punkten in die Saison starten usw. die unteren Mannschaften dann abgestuft mit Minuspunkten. Dann wäre die Arbeit von neun Monaten nicht komplett ohne Wertung. Und das wäre fair. Meckern wird eh immer einer, egal was entschieden wird.

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Was denkst du, wie die aktuelle Situation die Planungen für die neue Saison beeinträchtigt?

Bei uns haben erfreulicherweise alle Spieler, bis auf zwei berufliche Fragezeichen, für die neue Saison zugesagt, Fenn-Ole Zauter kommt aus Hohenwestedt im Sommer dazu. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Und wenn man sieht, was sich im Verein drumherum bewegt, dann ist Todenbüttel zukünftig eine gute Wahl für Spieler.

Inwieweit hat der Fußball sich die letzten Jahre verändert?

Die Freizeitmöglichkeiten haben sich einfach erheblich verändert, früher war das Punktspiel das Highlight der Woche. Heutzutage fahren die Spieler schon mit Anfang 20 in ein Wellnesswochenende oder fliegen mitten in der Saison zwei Wochen in den Urlaub. Das gab es früher noch nicht. Hätte ich aber auch gemacht, wenn ich in meiner aktiven Zeit die Möglichkeit gehabt hätte. Ansonsten kann ich mich nicht beschweren. Meine Spieler kommen regelmäßig zum Training und sind immer „heiß“ auf Fußball.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview von Andrè Haase