08. Juni 2019 / 22:27 Uhr

SV Hamberge entscheidet Elfmeterkrimi - Torwart Patrick Dombrowski der Aufstiegsheld

SV Hamberge entscheidet Elfmeterkrimi - Torwart Patrick Dombrowski der Aufstiegsheld

Volker A. Giering
Lübecker Nachrichten
Hamberges Pascal Thater schreit seine Freude raus.
Hamberges Pascal Thater schreit seine Freude raus. © 54°/Garve
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Herzschlagfinale gegen den SV Borussia Möhnsen

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Was für ein Krimi: Der SV Hamberge steigt dank eines fulminanten 9:8 im Elfmeterschießen gegen den SV Borussia Möhnsen in die Verbandsliga auf. Der umjubelte Held bei den Stormarnern war Torwart Patrick Dombrowski, der den entscheidenden Elfmeter von Wladislaw Traut hielt.

Der entscheidende Elfmeter - In Hamberge brechen die Dämme

400 Zuschauer erleben filmreifes Finale

Alfred Hitchcock hätte den Krimi am Samstagnachmittag nicht besser schreiben können. Nachdem die Hamberger das Hinspiel vor einer Woche mit 1:0 gewinnen konnten, setzten sich dieses Mal die Lauenburger nach regulärer Spielzeit mit 3:2 durch. Doch im Gegensatz zum europäischen Wettbewerb zählen nicht die auswärts mehr geschossenen Tore, so dass es zunächst in die Verlängerung über zweimal 15 Minuten ging. Die Spannung stieg immer mehr. Da keine weitere Tore mehr fielen, musste vor rund 400 begeisterten Zuschauern also das Elfmeterschießen entscheiden. „Das ist eine absolut blöde Regelung. Das gibt es wohl nur bei uns im Fußball-Verband“, wetterte Möhnsens Vorsitzender Bastian Siemers und fügte an: „In Hamburg ist das anders.“

„Ich könnte die ganze Welt ankotzen“

Die Verärgerung bei den Lauenburgern ist verständlich. Denn sie zeigten zwei tolle Aufstiegsspiele. Bedröppelt saßen der enttäuschende Kapitän Tim Eiberg & Co. anschließend auf dem Rasen. „Ich könnte die ganze Welt ankotzen“, ließ Gästetrainer Felix Stamer seinen Gefühlen gegenüber dem LN-Sportbuzzer freien Lauf. „Wir waren in beiden Spielen die spielerisch deutlich bessere Mannschaft. Heute haben wir zwei Murmeltore kassiert und somit ein gutes Jahr verspielt.“ Elfmeterschießen sei indes Glückssache. „Wir hätten das Ding früher entscheiden können“, ärgerte er sich. „So ist es noch nicht mal eine geile Saison. Das ist das tragische.“

Der SV Hamberge steigt in die Verbandsliga auf

Beiden Mannschaften war zu Beginn der Partie die Nervosität anzumerken, wobei die Gäste diese als erstes ablegten. Mit einem Doppelschlag brachten Kapitän Tim Eiberg (18.) per Kopfball ins linke Eck nach einem Freistoß von Traut und Stürmer Hendrik Siehl (25.) mit einem Distanzschuss die Lauenburger mit 2:0 in Führung. „Jetzt wacht mal auf und nehmt die Hände aus der Hüfte“, wurde derweil von der Hamberger Ersatzbank gerufen. In der 33. Minute hatten die Gastgeber Glück, dass Siehl nur die Latte traf – nach einer Linksflanke von Timo Jahnke. Von Hamberge war bis dahin überhaupt nichts zu sehen. Die Fehlerquote war zu hoch, so dass Trainer Andreas Möller reagierte und in der 37. Minute Nico Röhrich für den angeschlagenen Marvin Tebelmann einwechselte.

SV-Trainer Möller beweist Wechselgeschick

Mit dieser Hereinnahme bewies der scheidende Coach ein glückliches Händchen. Denn nur zwei Minuten später brachte Röhrich einen Freistoß in den gegnerischen Strafraum, wo Torjäger Bastian Beth am höchsten stieg und per Kopfball zum 1:2-Anschlusstreffer erfolgreich war. Plötzlich waren die vielen SVH-Fans zu hören und es ging ein Ruck durch die Mannschaft. Kurz vor der Pause verfehlte Oliver Lie das gegnerische Tor per Kopfball nur knapp – nach einem weiteren Freistoß von Röhrich (41.). „Keine Ahnung, warum ich erst auf der Ersatzbank saß“, meinte er später. „Das hat der Trainer so entschieden. Wobei Marvin Tebelmann es verdient hatte, zu spielen, weil ich diese Woche auch nur einmal beim Training war.“

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Nach dem Seitenwechsel blieben die Stormarner am Ball und erspielten sich weitere gute Chancen durch Julian Wenzel (47.) und Beth (63.) heraus. Das Duo scheitere aber jeweils an Gästetorwart Marvin Brogmus. Die Gäste waren jetzt hinten viel zu fahrlässig. In der 55. Minute forderten die Hamberger einen Strafstoß nach einem angeblichen Foulspiel von Abwehrchef Jonas Kuschel an Beth. Quasi aus dem Nichts fiel dann das 3:1 für die Gäste. Eine Flanke vom eingewechselten Jundo Dshivan stocherte Eiberg (68.) irgendwie über die Linie – sein zweiter Treffer an diesem Tag. Es entwickelte sich jetzt ein offener Schlagabtausch. Nachdem Beth erneut an Brogmus gescheitert war (75.), konnte der ehemalige Dornbreiter Marek Jasek (83.) nach einem abermals gefährlichen Freistoß von Röhrich auf 3:2 verkürzen. Der Gegner protestierte lautstark, weil Brogmus im eigenen Strafraum behindert worden sein soll. Sei es drum: Schiedsrichter David Kraußler ließ vier Minuten nachspielen. Und Beth hätte dafür sorgen können, dass den Hausherren eine Verlängerung erspart geblieben wäre. Doch der Torjäger fand erneut in Brogmus seinen Meister (90. +1).

Von der A-Klasse in die Verbandsliga

Nach der torlosen Verlängerung folgende schließlich das Elfmeterschießen, in dem es gleich gut los ging. Denn beide Torleute konnten einen Strafstoß parieren. Als fünfter Schütze musste Röhrich antreten, der den Ball über das Tor drosch. Nach ihm trat Thomas Ahrens an. Doch der Lauenburger machte es nicht besser und schoss links vorbei. Das 2:1 für Hamberge erzielte dann Klemm, ehe Möhnsens Dario Niemeck an Dombrowski scheiterte und Beth ebenfalls links am Gehäuse vorbeizielte. Es war nichts für schwache Nerven. In der Folge traten 14 (!) Schützen an, die allesamt trafen. Als letzter Hamberger trat Sebastian Tamm an und erzielte das 9:8. Danach folgte der große Auftritt von Dombrowski, der den Strafstoß von Traut parierte und dafür sorgte, dass die Stormarner das zweite Jahr in Folge aufsteigen. Von der A-Klasse in die Verbandsliga: Es war angerichtet für eine feuchtfröhliche Aufstiegsparty . . .

SV Hamberge: Dombrowski – Lie, M. Beth, Jasek, D. Möller – Mosler (81. Jäger), Thater, Tamm, Wenzel (72. Bechler) – B. Beth, Tebelmann (37. Röhrich).
SV Borussia Möhnsen: Brogmus – T. Stegmann, Jürgens, Kuschel, Klemm (46. Bonuccelli) – Ahrens – Traut, Jahnke (81. Niemeck), Eiberg, M. Stegmann (66. Dshivan) – Siehl.

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