06. Juli 2020 / 18:14 Uhr

SV Lengede ist lange unterwegs - und für einige schon der Favorit

SV Lengede ist lange unterwegs - und für einige schon der Favorit

Lukas Everling
Peiner Allgemeine Zeitung
Der SV Lengede um Kapitän Daniel Kudlek muss in der kommenden Saison vermeintlich kleine Teams, wie den TuSpo Petershütte (in Blau) abschütteln.
Der SV Lengede um Kapitän Daniel Kudlek muss in der kommenden Saison vermeintlich kleine Teams, wie den TuSpo Petershütte (in Blau) abschütteln. © ISABELL MASSEL
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Mit dem fünften Platz erreichte Landesligist SV Lengede im Vorjahr eine starke Platzierung und könnte in der neuen Saison noch höher hinaus. Während die Topteams des Vorjahres allesamt in der Nordstaffel spielen, treffen die Lengeder auf die Süd-Teams. Doch auch die müssen die Lengeder erst einmal knacken.

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Fünf Auswärtsreisen nach Süd-Niedersachsen und keine Duelle in Braunschweig. Dafür, dass die Fußball-Landesliga zur kommenden Saison räumlich in zwei Staffeln aufgeteilt wird – das hatte der Bezirk Braunschweig am Sonntag verkündet – muss der SV Lengede 2020/21 in der Landesliga trotzdem sehr viele Kilometer abreißen, ja sogar die meisten. „Wer sich allerdings mit Geographie auskennt“, meint SVL-Trainer Dennis Kleinschmidt, „der hat das bereits kommen sehen.“

Denn obwohl die Lengeder ziemlich weit im Norden des Bezirkes angesiedelt sind, passen sie nicht wirklich in die Nordgruppe. In der spielen in der kommenden Serie die Gifhorner, Wolfsburger und Braunschweiger Vertreter, sowie der FSV Schöningen aus Helmstedt. Die Lengeder haben dafür zwei Derbys in Salzgitter, müssen zum Aufsteiger nach Bad Harzburg und eben fünfmal bis in Niedersachsens tiefsten Süden.

„Das ist allerdings okay“, beschwichtigt Kleinschmidt. In der aktuellen Zeit akzeptiere er all diese Entscheidungen, ohne zu murren. „Ich vermisse den Spieltag, das Kribbeln davor – es ist mir wichtiger, dass wir endlich wieder spielen können“, erklärt der Lengeder Trainer, dessen Team von einigen schon als Favorit in der Südstaffel auserkoren wurde.

So hatte Kleinschmidt bereits einige Nachrichten dieser Art erhalten, auch von Verantwortlichen aus der Parallelstaffel, in der die Topteams der Vorsaison spielen. Die SVG Göttingen ist in die Oberliga aufgestiegen, Vizemeister Kästorf, der Dritte Vahdet Braunschweig und der Vierte aus Vorsfelde spielen allesamt im Norden mit. Lengede als Fünfter ist damit das beste Team der Südstaffel, während Teams wie Hainberg, Petershütte oder der SC Gitter arge Abstiegssorgen hatten.

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„Vom Papier her müssten wir dort eine gute Rolle spielen“, weiß auch Kleinschmidt. Doch eigentlich will er davon gar nichts wissen. „Es kommt drauf an, wie unser Kader nach vier, fünf Monaten Pause wieder greift. Es kann sein, dass wir in zwei Wochen mit dem Training anfangen und keiner kann mehr Fußball spielen – überspitzt gesagt natürlich.“ Und so lange die Kader aller Teams nicht stehen und bekannt sind, sei eine Einschätzung ohnehin sehr schwierig.

Kleinschmidt warnt auch vor den beiden Aufsteigern. „Nörten-Hardenberg hat gute Neuzugänge und bei der TSG Bad Harzburg spielen viele Leute aus früheren Goslarer Zeiten“, weiß der Trainer. Außerdem warnen auch einige Ergebnisse der vergangenen Saison. Gegen TuSpo Petershütte hatten die Lengeder auswärts zwar deutlich gewonnen, waren aber im Dezember auf eigener Anlage mit 1:2 gestolpert.

Bei „Angstgegner“ Landolfshausen haben es die Lengeder immer schwer, gegen Nachbar Vahdet Salzgitter kam Lengede im ersten Saisonspiel nicht über ein 0:0 hinaus und gegen den einstigen Pokalfinal-Gegner 1. SC Göttingen 05 gelang Lengede in der vergangenen Saison zu Hause nur ein schmeichelhaftes 2:2. „Wir werden aus der letzten Saison einige Schlüsse ziehen“, sagt Kleinschmidt, der sich sicher ist, dass sein junges Team nun erfahrener ist.

Am Ende der Saison spielen die beiden Staffelersten gegeneinander um den Aufstieg in die Oberliga. Die jeweils letzten beiden Teams müssen in die Bezirksliga runter. Den fünften Absteiger ermitteln die beiden Drittletzten in einem Entscheidungsspiel. Bei gerade einmal 16 Spielen – beziehungsweise 18 in der Nordstaffel – sei die Gefahr eines Abstieges laut Kleinschmidt noch einmal größer als sonst. „So viele Spiele waren zuletzt nur die Hinrunde. Und wie oft gab es Teams, die diese versaut haben und danach noch eine gute Platzierung geschafft haben?“, fragt der Lengeder Trainer. In der Nordstaffel sei diese Gefahr noch größer.

Trotzdem hätte sich Dennis Kleinschmidt gerne weiterhin mit den Topteams gemessen. „Gegen die guten Gegner waren wir in der Vergangenheit immer besonders motiviert. Wir waren die einzigen die in Kästorf gepunktet haben“, erinnert Kleinschmidt. In der Saison 2020/21, dem sechsten Jahr der Lengeder in der Landesliga, muss das Team also vor allem eines zeigen: Dass es konstant gegen vermeintlich schwächere Gegner punkten kann.

Lengeder Transfers

„Es gibt aktuell noch Bewegung“, sagt Dennis Kleinschmidt zu den Transferbemühungen des SV Lengede. Nach den Abgängen von Jonas Henn (Sonnenberg) und Nikola Simovic (Fußball-Pause) sowie Onur Bacaksiz und Marius Giesemann (beide Vechelde) kann der Coach vier Neuzugänge vermelden. Andre Beuster vom Goslarer SC 08 und Yusupha Jammeh von Eintracht Braunschweig II kicken kommende Saison in Lengede. Rückkehrer Daniel Jacob und Victor Dornelas kommen aus Schwicheldt. Außerdem habe der Coach vier weitere Spieler auf dem Zettel. „Davon werden noch zwei, höchstens drei kommen“, sagt Kleinschmidt, der zudem die beiden A-Jugendlichen Tim Rygol und Tim Ehlert hochzieht.

Von Lukas Everling