20. November 2020 / 13:46 Uhr

SV Lindow-Gransee kehrt mit Hallentraining und Corona-Test ans Netz zurück

SV Lindow-Gransee kehrt mit Hallentraining und Corona-Test ans Netz zurück

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Piotr Adamowicz (r.) steht seit dieser Saison für Lindow-Gransee auf der Platte und wird dies auch in der kommenden Spielzeit tun.
Die Volleyball aus Lindow-Gransee um Piotr Adamowicz (r.) schlagen wieder auf. © Marius Böttcher
Anzeige

2. Bundesliga Nord Volleyball: Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee empfangen vor leeren Rängen den TV Baden.

Anzeige

Als Wochen der Wahrheit will Peter Schwarz die kommenden Herausforderungen nicht bezeichnen, der Trainer des Volleyball-Zweitligisten SV Lindow-Gransee (SVLG) wählt andere Worte: „Es steht uns allen wohl eher die Zeit bevor, die zeigen wird, welche Mannschaften die letzten Wochen am besten weggesteckt haben.“ Am vergangenen Sonntag hätten die Grün-Weißen beim SV Warnemünde antreten sollen, jene Partie fiel aber der Corona-Pandemie zum Opfer, da gleich zehn Spieler von der Ostseeküste positiv auf das Virus getestet wurden. Am Sonnabend (18 Uhr, Dreifelderhalle Gransee) ist die Lindower Wartezeit aber vorbei, Peter Schwarz darf seine Schützlinge endlich wieder – der 3:0-Erfolg gegen die Juniors Frankfurt liegt dann bereits 20 Tage zurück – von der Leine lassen.

Anzeige

Auf das Duell mit dem TV Baden blickt der 27-jährige Coach mit großem Optimismus: „Nach fast drei Wochen Pause ist dieser Gegner, ohne despektierlich klingen zu wollen, ein guter Start. Vielleicht bietet es sich sogar an, ein wenig zu rotieren.“ Denn die niedersächsischen Gäste aus dem Bremer Vorort haben mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Bei Hauptangreifer Ole Sagajewski wurde ein Knorpelschaden im linken Knie diagnostiziert, der 22-Jährige unterzog sich bereits am Mittwoch einer Operation in Hamburg. Auch hinter dem Einsatz von Diagonalspieler Ole Seuberlich steht ein Fragezeichen, litt dieser doch zuletzt an einer Schleimbeutelentzündung. „Das ist schon eine deutliche Schwächung für den Gegner“, weiß Schwarz.

In Bildern: Weiter auf dem Weg zur Meisterschaft: Der SV Lindow-Gransee gewinnt in souveräner Weise gegen den FC Schüttdorf mit 3:1 in der 2. Volleyball-Bundesliga.

Der SV Lindow-Gransee (weiße Trikots) gewinnt gegen den FC Schüttdorf mit 3:1 und befindet sich weiterhin an der Tabellenspitze der 2. Volleyball-Bundesliga. Zur Galerie
Der SV Lindow-Gransee (weiße Trikots) gewinnt gegen den FC Schüttdorf mit 3:1 und befindet sich weiterhin an der Tabellenspitze der 2. Volleyball-Bundesliga. © Dirk Becker

Unterschätzen wird seine Mannschaft aber keinen Konkurrenten, schließlich will man die Spitzenposition behaupten und die Ungeschlagen-Serie ausbauen. „Ich bin mir sicher, dass meine Jungs einen guten und konzentrierten Job machen werden. Wir haben zwar etwas weniger, dafür aber sehr gut trainiert, sind nicht aus dem Rhythmus gekommen und wenn es drauf ankommt, sind wir da“, glaubt Peter Schwarz ganz fest an die Punkte 17, 18 und 19. Normalerweise bereiten sich die Lindower Wölfe unter der Woche in Berlin, wo der Großteil des Teams lebt, auf die Partien am Wochenende vor. Weil aber in der Hauptstadt die Hallen gesperrt sind, finden die Einheiten derzeit in Gransee statt. Neben pritschen, baggern, schmettern und taktischen Dingen widmet man sich am Freitag vor dem Spiel zudem einer Sache, die in gegenwärtigen Zeiten dazugehört: dem Covid-19-Test.

„Wir müssen uns vor jedem Spiel testen lassen, das ist eine Anordnung der Volleyball-Bundesliga“, informiert Peter Schwarz. Hygienebeauftragter beim SVLG ist Frank Seeger – der Vereinschef führt dementsprechend auch die Schnelltests bei Spielern und Staff durch. Eine seit Kurzem neue Situation für die Lindower, die am Sonnabend auch erstmals ein Geisterspiel vor gänzlich leeren Rängen austragen müssen. „Das ist schon echt komisch, man muss aufpassen, dass man im Wettkampfmodus bleibt und das Match nicht wie ein Trainingsspiel bestreitet“, warnt Schwarz, der bei dieser mentalen Komponente auf den Hawthorne-Effekt hinweist: „Dieser belegt, dass man unter Beobachtung besser performt. Deshalb bin ich extrem gespannt, wie sich die Jungs verhalten. Gut möglich, dass künftig eher Arbeitssiege ohne Glanz eingefahren werden. Die Voraussetzungen sind aber eh für alle Mannschaften gleich.“

Mehr Lokalsport

Während der Lindower Trainer gegen den TV Baden, der seit fünf Begegnungen auf einen Sieg wartet, seine Pflichtaufgabe lösen will, finden weiter nördlich direkte Verfolgerduelle statt. Der PSV Neustrelitz empfängt den ebenfalls ungeschlagenen Zweiten Kiel, in Rostock will sich der zuletzt pausierende SV Warnemünde gegen den Moerser SC behaupten. „Das sind echte Kracher, deren Spielausgang kann für den weiteren Saisonverlauf durchaus eine große Rolle spielen“, betont Peter Schwarz. Bis auf Matti Binder, der nach seinem Jochbeinbruch aber wieder zurück im Mannschaftstraining ist, steht dem SVLG-Coach der gesamte Kader zur Verfügung. Und eventuell wird so rotiert, dass auch jeder zum Einsatz kommt.