01. April 2022 / 13:53 Uhr

Planungssicherheit statt langes Zittern: SV Lindow-Gransee will zwei Siege

Planungssicherheit statt langes Zittern: SV Lindow-Gransee will zwei Siege

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Hofft auf zwei Siege an diesem Wochenende: SVLG-Chef Frank Seeger.
Hofft auf zwei Siege an diesem Wochenende: SVLG-Chef Frank Seeger. © Marius Böttcher
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Glückt den grün-weißen Zweitliga-Volleyballern am Doppelspieltag die Rettung, folgen danach Perspektivgespräche, kündigt SVLG-Chef Frank Seeger an.

Aller Sorgen haben sich die Zweitliga-Volleyballer des SV Lindow-Gransee noch nicht entledigt. Im Kampf um den Klassenerhalt in der Nordstaffel wurde in den vergangenen Wochen und Monaten aber zumindest der Grundstein für ein weiteres Jahr Zweitklassigkeit gelegt. Fünf Spiele, fünf Siege – einmal 3:0 und viermal 3:1 –, 15 Punkte: so liest sich die eines (noch amtierenden) Meisters würdige Statistik. Es brauchte diesen Positivlauf aber auch dringend, steckten die Grün-Weißen doch zwischenzeitlich tief im Tabellenkeller fest, wobei Trainer Peter Schwarz in einem Gespräch mit dem SPORTBUZZER schon einmal betonte: „In der ersten Saisonhälfte haben wir Teams aus der oberen Tabellenhälfte gehabt.“ Und nun kamen eben die Kaliber, mit denen man sich nach dem großen Umbruch im Sommer auf Augenhöhe messen kann.

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Mittlerweile ist das Lindower „Wolfsrudel“ eingespielt und in einem „Flow“, wie es der Coach oft sagt. Die vielen neuen Gesichter im SVLG-Kader mussten sich finden, nachdem es deutlich erkennbare Anlaufschwierigkeiten gab. An diesem Wochenende kann der grün-weiße Sechser den Ligaverbleib wohl perfekt machen. Glücken am Doppelspieltag zwei Siege beim USC Braunschweig (Samstag, 19.30 Uhr) und TV Baden (Sonntag, 16 Uhr) und kommen sechs weitere Punkte auf das eigene Konto, können die Planungen für die Spielzeit 2022/23 starten. Davon sah Frank Seeger nämlich bisher ab. „Ich will dieses Wochenende noch abwarten, ich hätte ja sonst immer zweigleisig planen müssen. Bestreiten wir beide Partien aber erfolgreich, hole ich mir die Jungs zeitnah zu Gesprächen persönlich an den Tisch – zumindest die jungen, mit den alten Hasen reicht das auch per Telefon“, erklärt der Lindower Volleyball-Chef.

In Bildern: Die Volleyballer des SV Lindow-Gransee feiern die Zweitliga-Meisterschaft.

Jubel in der Dreifelderhalle: Die Grün-Weißen erhalten unter Corona-Bedingungen ihre Medaillen und den Pokal für die zweite Zweitliga-Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. Zur Galerie
Jubel in der Dreifelderhalle: Die Grün-Weißen erhalten unter Corona-Bedingungen ihre Medaillen und den Pokal für die zweite Zweitliga-Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. © Marius Böttcher

Somit gäbe es derzeit auch noch nichts, was spruchreif ist. „Außer“, betont Seeger, „von Eric Stadie habe ich schon was gehört, der würde auch in der 3. Liga spielen. Das freut mich, sowas vom Kapitän zu hören. Aber wir gehen mal nicht davon aus, dass wir absteigen“. An eine Rückkehr von Libero und Urgestein Martin Pomerenke, der die letzte Meistersaison mit einem Kreuzbandriss beendete und bei der feierlichen Medaillen- und Pokalübergabe mit Krücken verbrachte, glaubt Frank Seeger nicht: „Das würde mich doch sehr wundern, wenn Pommi nochmal auf die Platte zurückkehrt, das muss er sich auch nicht mehr antun.“ Stattdessen stand der 36-Jährige, der in der 1. Bundesliga für die Netzhoppers Königs Wusterhausen aktiv war, seit 2007 aber das Trikot des SV Lindow-Gransee trug, seinem Herzensverein im Hintergrund zur Verfügung.

Er hat die Auswärtsfahrten organisiert, sich um Hotels und Bahnverbindungen gekümmert“, lobt Seeger, der die eine oder andere Verstärkung zur neuen Saison nicht ausschließt: „Noch so ein Jahr im Tabellenkeller wäre mir zu stressig. Es muss ja nicht gleich ein Kader sein, der reif für den Titel ist. Aber eine Mannschaft, mit der man von Beginn an Ruhe und nichts mit dem Abstieg zu tun hat, wäre toll.“ Also eine, zu der die aktuelle, nach der etwas längeren Findungsphase, geworden ist? Diese nämlich sorgte zuletzt nicht nur für positive Schlagzeilen, sondern auch für eine gut gefüllte Dreifelderhalle in Gransee. „Die Jungs haben sich entwickelt und machen wieder Spaß. Wenn der Großteil zusammenbleibt, kann man etwas aufbauen“, so Seeger.

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Im Idealfall auch mit Trainer Peter Schwarz an der Seitenlinie, der selbst im SPORTBUZZER-Interview Anfang Februar sagte: „Ich bin sehr glücklich im Verein, mag die Strukturen und mir wird eine große Loyalität entgegengebracht. Dementsprechend spricht nichts dafür, im nächsten Jahr etwas anderes machen zu wollen.“ Die Platzierung sei dabei lediglich ein Nebeneffekt, die eigene Ambition ist es eher, junge Spieler nach vorne zu bringen – um dann vielleicht irgendwann „noch einmal den Meisterpokal in die Höhe zu stemmen“. Vorher jedoch müssen die Hausaufgaben im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Nord gemacht werden. An diesem Wochenende in Niedersachsen. Danach weiß Frank Seeger, ob doch noch einmal gezittert werden muss oder es endlich Planungssicherheit gibt.

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