20. August 2020 / 16:05 Uhr

SV Lok Engelsdorf: Streit um Kunstrasen zieht sich

SV Lok Engelsdorf: Streit um Kunstrasen zieht sich

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Im Dezember 2019 sind alle happy: Sportbürgermeister Heiko Rosenthal übergibt Fördermittelbescheide für einen Kunstrasenplatz an Lok Engelsdorf.
Im Dezember 2019 sind alle happy: Sportbürgermeister Heiko Rosenthal übergibt Fördermittelbescheide für einen Kunstrasenplatz an Lok Engelsdorf. © Christian Modla
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Der Bau des neuen Kunstrasens bei Lok Engelsdorf hätte längst beginnen können, doch eine Anwohnerin reichte Klage gegen die Genehmigung ein. Der Verein will nun der Anliegerin im Falle eines juristischen Sieges die Ausfallkosten in Rechnung stellen.

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Leipzig. Vor wenigen Monaten war man beim SV Lok Engelsdorf noch zuversichtlich: Das Fördergeld für die Umwandlung eines der Fußballplätze an der Hans-Weigel-Straße zum Kunstrasen war da, der Bau konnte beginnen. Doch eine Anwohnerin legte beim Bauamt Einspruch gegen die Baugenehmigung ein. Sie behauptet, die Umwandlung in einen Kunstrasenplatz sei nicht nötig. Für den Einspruch muss sie diese nicht unbedingt von Kompetenz getragene Ansicht kaum begründen. Vor allem die mitbetroffenen 180 Kinder und Jugendlichen des SV Lok wissen mehr, ihre Trainings- und Spielbedingungen würden sich mit dem geplanten modernen Kunstrasen gravierend verbessern. Wohl auch deshalb steuerten sie mit ihren Eltern zusammen über 30 000 Euro für das Projekt bei – mehr als alle anderen im Verein.

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Nach dem ersten Einspruch der Anwohnerin prüfte das Bauamt nochmals ein Vierteljahr und kam wieder zu dem Ergebnis, dass der Bau zu genehmigen ist. Doch erneut erhob sie Einspruch, weshalb das Verfahren nun von der Landesdirektion geprüft werden muss. Dort dauert so ein Vorgang erfahrungsgemäß mindestens ein halbes Jahr. „Diese Verzögerung gefährdet das gesamte Projekt, es kann sein, dass es dadurch stirbt, die Fördergelder stehen nicht ewig zur Verfügung“, ärgert sich Lok-Präsident Lutz Lehmann.

Der Verein habe nun einen Rechtsanwalt eingeschaltet. „Die durch die Verzögerung entstehenden Kosten wollen wir auf die Dame umleiten, falls der juristische Streit zu unseren Gunsten ausgeht. Schließlich können wir den Platz nicht nutzen und müssen im vollen Trainingsbetrieb dafür andere Plätze anmieten. Das macht rund 100 Euro pro Tag“, erklärt Lehmann, der der Anliegerin ebenso wie Vertreter der Stadt Leipzig ein vermittelndes Gespräch angeboten hatte. Doch die Nachbarin lehnte ab. „Trotzdem bin ich weiter gern bereit zu einem klärenden Gespräch“, betont Lehmann. Seine Rufnummer sei bekannt. Für die Anwohnerin könnte ihre bislang ablehnende Haltung sehr teuer werden, falls sie die Auseinandersetzung juristisch verliert.