31. März 2020 / 13:38 Uhr

SV Medizin Hochweitzschen: „Sportlicher Abschluss der Saison wünschenswert"

SV Medizin Hochweitzschen: „Sportlicher Abschluss der Saison wünschenswert"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Medizin Hochweitzschen bejubelt Meistertitel
Ob die Herrenmannschaft dieses Jahr den Meistertitel bejubeln kann? Beim SV Medizin Hochweitzschen ist alles auf Null heruntergefahren. © Erhard Pranke
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Der Trainings- und Spielbetrieb ist beim SV Medizin Hochweitschen auf Eis gelegt, der Medizin-Sportplatz gesperrt. Die Spieler müssen sich in Geduld üben.

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Der Sportverein Medizin Hochweitzschen prägt den kleinen Ort im Norden des Landkreises Mittelsachsen oberhalb des Tales der Freiberger Mulde und macht ihn überregional ähnlich bekannt wie das benachbarte Fachkrankenhaus Bethanien, welchem der SV praktisch seinen „Vornamen“ zu verdanken hat. Und auch über mangelnden sportlichen Erfolg können sich die Freunde und Sympathisanten des 1949 gegründeten Clubs nun wirklich nicht beklagen.

Trotz der natürlichen Lage des Hochweitzschener Sportplatzes mit dem 2014 neu gebauten Funktionsgebäude kann somit keineswegs behauptet werden, dass man bei den Medizinern den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht. Und dennoch sagen sich momentan auf dem von der Gemeinde Großweitzschen gepachteten Gelände Fuchs und Hase nicht nur gute Nacht, sondern auch guten Tag.

Die Corona-Krise hat die ansonsten ständig belebte Stätte des sportlichen Treibens menschenleer gemacht. „Wir haben erst einmal alles auf Null herunter gefahren.“ Präsident Holger Mimel bringt die aktuelle Situation treffend auf den Punkt. Für die in der Kreisliga A-Ost auf dem ersten Tabellenplatz rangierenden Kicker der ersten Herrenmannschaft um das von Klaus Krzemyk angeführte Trainergespann besteht folglich derzeit keine Möglichkeit, auf den Meistertitel hin zu trainieren. Auch das Reserveteam sowie die im Spielbetrieb stehenden Nachwuchsvertretungen (die A-Junioren bilden eine Spielgemeinschaft mit dem SV Zschaitz und dem Roßweiner SV, die D-Jugend bestreitet Pflichtfreundschaftsspiele, die ebenfalls eigenständigen E- und F-Junioren kämpfen um Punkte) können derzeit keine Übungseinheiten abhalten und müssen sich hinsichtlich ihrem lieb gewonnenen Hobby in Geduld üben.

Einiges ruhiger als üblich

Die Zwangspause dauert zunächst bis zum 20. April – Verlängerung nicht ausgeschlossen. Auch die Verantwortlichen in Hochweitzschen hatten Mitte März auf die Ausbreitung der Viruserkrankung umgehend regiert und den Medizin-Sportplatz für den Betrieb gesperrt. Die für Ende des gleichen Monats geplante Mitgliederversammlung wurde abgesagt und soll zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden. Fußball-Abteilungsleiter Heiko Schmiedchen gibt hinsichtlich der Tätigkeit des Präsidiums allerdings Entwarnung: „Die Handlungsfähigkeit des Vorstandes ist natürlich uneingeschränkt gesichert, wir halten aus der Ferne Kontakt und könnten in dringenden Fällen sofort Entscheidungen treffen. Ansonsten geht es im Moment halt um einiges ruhiger zu als üblich, selbst in den sozialen Medien scheint ziemlich wenig los zu sein.“

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Gesellschaftliches Leben muss ins Rollen kommen

Der Chef der blau-weißen Kicker hält es in diesen Tagen und Wochen für das Gebot der Stunde, dass sich die Menschen im Land nicht verrückt machen lassen. „Wir sollten unnötige Aufregung vermeiden, dürfen nicht zu ungeduldig werden, müssen eben die weitere Entwicklung abwarten.“ Doch selbstverständlich schaut auch Schmiedchen hin und wieder auf das sportliche Abschneiden seiner Fußballer. Der mittlerweile praktisch zum Inventar der Kreisliga A gehörenden „Ersten“ wäre nach dem vergangenen Spieljahr ihr Status als Dauerbrenner beinahe abhanden gekommen. Letztlich hatte der Meister von 2017 lediglich mit dem Gang durch die Hintertür den Klassenerhalt geschafft. In der laufenden Serie ist aber kein Schlupfloch erforderlich – im Gegenteil.

Wie Phönix aus der Asche stieg man empor und eroberte die Spitzenposition der Staffel. „Daher wäre gerade für uns ein sportlicher Abschluss der Saison auf jeden Fall wünschenswert. Eventuell könnte ja sogar die separate Wertung der Hinrunde in Betracht gezogen werden. Doch ich vertraue den Gremien im Verband, diesbezüglich eine faire Lösung zu finden. Über einen möglichen Aufstieg haben wir uns ohnehin noch keine großen Gedanken gemacht.“ Auch Heiko Schmiedchen und seine Mitstreiter beim SV Medizin Hochweitzschen sind sich völlig darüber im Klaren, dass zunächst das gesellschaftliche Leben wieder ins Rollen kommen muss. Denn zuvor hat es wenig Sinn, sich über das runde Leder all zu sehr den Kopf zu zerbrechen.