27. Februar 2021 / 08:00 Uhr

Meppen-Trainer Torsten Frings über seine Trainerkarriere, die 3. Liga und den Abstiegskampf

Meppen-Trainer Torsten Frings über seine Trainerkarriere, die 3. Liga und den Abstiegskampf

Hans-Günter Klemm
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Spricht im SPORTBUZZER-Interview über seine Trainerkarriere: Torsten Frings.
Spricht im SPORTBUZZER-Interview über seine Trainerkarriere: Torsten Frings. © Christof Koepsel/Getty Images
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Torsten Frings stand 2002 als Nationalspieler mit Deutschland im WM-Finale – Mittlerweile trainiert er den SV Meppen. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über die Karriere nach der Karriere, die 3. Liga und den Abstiegskampf mit Meppen.

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Torsten Frings (44) war deutscher Nationalspieler und hat es als Profi auf 402 Partien in der Bundesliga gebracht. 2004/2005 holte er mit dem FC Bayern das Double aus Meisterschaft und Pokal, Letzteren holte er auch mit Bremen (1999 und 2009). Bei Werder stieg Frings 2013 ins Trainergeschäft ein, mittlerweile coacht er den SV Meppen in der 3. Liga. Rang 13 belegt sein Team und trifft am Samstag (14 Uhr) auf Kaiserslautern. Im Interview mit dem SPORTBUZZER, dem Sportportal des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), spricht er über das Trainer-Dasein, Überlebenskampf im Abstieg und Arbeitslosigkeit.

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SPORTBUZZER: Herr Frings, ein Vizeweltmeister wie Sie es sind in Meppen. Wie kommen Sie damit klar?

Torsten Frings: Ich fühle mich hier sehr wohl. In keiner Sekunde habe ich bereut, in Meppen angeheuert zu haben. Leider fehlt mir durch den Lockdown der enge Kontakt zu den Fans. Ich bin von Haus aus ein Typ, der den direkten Draht sucht.

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Wie sehen Sie die 3. Liga?

Recht ausgeglichen, obwohl von den finanziellen Voraussetzungen her immense Unterschiede bestehen. Jeder kann jeden schlagen – das ist keineswegs eine Floskel. Auch ein SV Meppen ist in keinem Match chancenlos.

Hatten Sie erwartet, dass Meppen in den Abstiegskampf verwickelt wird?

Mir war klar, dass uns eine schwierige Saison bevorsteht. Wir haben viele wichtige Spieler abgegeben. Dafür sind einige junge Spieler gekommen. Klar, dass dieser Neuaufbau eine gewisse Zeit braucht.

Gleich zu Beginn Ihrer Spielerkarriere steckten Sie mit Werder Bremen im Abstiegskampf. Welche Art von Überlebenskampf ist intensiver? Der als Spieler oder der als Trainer?

Zwei Szenarien, die kaum zu vergleichen sind. Doch eindeutig ist jetzt in dieser Rolle alles angespannter, weil ein Trainer für alles die Verantwortung trägt. Der einzige Vorteil als Spieler ist, dass du selber auf dem Platz etwas tun und ändern kannst. Ein Trainer kann die Mannschaft vorbereiten und einstellen, auf der Bank ist er dann machtlos.

Bereuen Sie die Trennung von Werder Bremen, als Sie 2015 als Assistent von Viktor Skripnik sich bei dessen Beurlaubung solidarisiert haben?

Nein, ich habe nicht eine Sekunde gezögert damals. Für mich war es eine Frage des Charakters, dass ich mich mit Viktor solidarisiert habe. Ich bin Werder dankbar, dass ich dort die Trainerausbildung und alle Lizenzen machen, so meine Trainerkarriere starten konnte. Doch ich hatte auch das Gefühl, dass der Zeitpunkt gekommen war, um auf eigenen Füßen zu stehen.

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Nach Bremen bekamen Sie den ersten Job als Cheftrainer in Darmstadt. 1. Liga. Wie fällt das Fazit aus?

Ich habe einen Klub übernommen, der acht Punkte nach der Hinserie hatte und hoffnungslos Letzter war. Wir haben dann eine tolle Rückrunde gespielt, uns bestens präsentiert, konnten den Abstieg leider nicht verhindern. In der 2. Liga starteten wir einen kompletten Neuaufbau. Zunächst erfolgreich, dann gab es Rückschläge, sodass die Vereinsführung die Geduld verloren hat.

Es folgten zwei Jahre Arbeitslosigkeit. Wie haben Sie diese Zeit erlebt und verkraftet?

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Ich habe gewartet, bis das richtige Angebot kommt. Ich wollte in Deutschland bleiben, nicht ins Ausland gehen. Vor allem wollte ich bestimmen, was ich machen möchte.