20. Mai 2020 / 09:47 Uhr

"Setzen damit ein Zeichen": Odin holt Johannes Augspurger als neuen Trainer

"Setzen damit ein Zeichen": Odin holt Johannes Augspurger als neuen Trainer

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Rugby-Handschlag in Corona-Zeiten: Spartenleiter Julian de Riva (links) und Johannes Augspurger freuen sich auf die Zusammenarbeit beim SV Odin.
Rugby-Handschlag in Corona-Zeiten: Spartenleiter Julian de Riva (links) und Johannes Augspurger freuen sich auf die Zusammenarbeit beim SV Odin. © Stefan Dinse
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In welcher Liga es für den SV Odin nach der Auflösung der Spielgemeinschaft mit dem VfR 06 Döhren weitergeht, ist noch offen. Eine andere wichtige Entscheidung hat der Traditionsklub getroffen: Johannes Augspurger wird die Mannschaft künftig trainieren. Der 30-Jährige kommt aus Heidelberg.

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Johannes Augspurger bemüht sich, Hochdeutsch zu sprechen. Und das gelingt ihm durchaus gut. Ein wenig ist der kurpfälzische Akzent dennoch zu hören. Der neue Rugbytrainer des SV Odin kommt aus Heidelberg, aus der Hochburg des Südens. Er übernimmt die Mannschaft, die nach der Trennung vom VfR 06 Döhren in der Verbandsliga erst noch neu aufgebaut werden muss.

"Wir glauben, das passt sehr gut mit Johannes"

„Das ist eine sehr spannende, interessante Aufgabe“, sagt der 30-Jährige, der Anfang des Jahres in die List gezogen ist. Er will in Hannover etwas Neues versuchen. „Wir glauben, das passt sehr gut mit Johannes“, sagt Odins Spartenleiter Julian de Riva und unterstreicht: „Es geht weiter bei Odin, wir setzen damit ein Zeichen.“

Augspurger hat bei der RG Heidelberg begonnen, als er fünf Jahre alt war. Er spielte für die RGH in der ersten Bundesliga, holte mit der zweiten Mannschaft und der RU Neckarsulm den Ligapokal. Der Landschafts- und Gartenbauer schwenkte dann langsam um, machte seinen Trainerschein (C-Lizenz) und coachte Nachwuchsteams. Spielertrainer will der kräftige Ex-Stürmer an der Graft aber nicht sein. „Das funktioniert aus meiner Sicht nicht, entweder man ist Spieler oder Trainer.“ Eigentlich hatte Augspurger bereits bei Hannover 78 als Jugendtrainer zugesagt, erhielt aber die Freigabe.

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Hannover kennt Augspurger recht gut, er hat hier gespielt und Jugendteams zu Turnieren begleitet. „Es ist eine schön grüne Stadt mit guten Radwegen“, sagt der passionierte Radler. Was ihm besonders gut gefällt: „Es gibt hier so viele Gartenkolonien“. Er vermutet, dass Odin nach der Trennung vom VfR 06 Döhren ein besonders zartes Pflänzchen ist. „Wir haben eine bunte Truppe mit einigen Quereinsteigern, erfahrenen Leuten und Jungen. Das ist doch ideal für einen Neuanfang“, sagt Augspurger.

Odin steht ein wichtiges Jahr bevor

Es wird und es muss klappen, davon ist de Riva überzeugt. „Diese Saison wird für Odin die wichtigste seit Langem. Wir haben einen guten Nachwuchs, dem müssen wir eine Perspektive bieten“, betont der Spartenleiter. Andernfalls droht dem Traditionsklub nach 115 Jahren das Aus in seiner wichtigsten Sportart.

Das ist den vergangenen 20 Jahren schon einigen anderen namhaften Rugby-Vereinen in Hannover passiert. „Und dann wieder etwas aus dem Nichts aufzubauen, ist unendlich schwer“, sagt de Riva.

Bilder zum Rugby-Bundesligaspiel zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren (November 2019):

Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. Zur Galerie
Das Rugby-Stadtduell zwischen Hannover 78 und der SG SV Odin/VfR 06 Döhren. ©

Der VfR hatte Anfang April mitgeteilt, die Spielgemeinschaft mit Odin nach 13 Jahren zu kündigen. Die erste SG-Mannschaft stand in der 1. Bundesliga Nord/Ost auf dem Abstiegsplatz. Dann kam Corona, die Saison wurde erst unter- und schließlich abgebrochen. Ab- und Aufsteiger wird es keine geben. Die SG hätte also in der 1. Liga bleiben können.

de Riva hängt noch eine Saison dran

Wie es nach der Trennung weitergeht, ist noch offen. Theoretisch könnte der VfR in der 1. Liga spielen und der vormalige Kooperationspartner ganz unten weitermachen. Dem müsste Odin laut Reglement jedoch zustimmen, sonst müsste der VfR wider Willen mit in die Verbandsliga. Gespräche sollen bald Klarheit bringen. Eine Entscheidung hat de Riva für sich bereits getroffen. Der 37-Jährige will nun doch noch eine Saison dranhängen.

Immerhin war er zuletzt SG-Kapitän, ein echter Abschied blieb ihm durch die Corona-Krise allerdings verwehrt. De Riva will mit anpacken, dass der Neustart klappt. „Unsere starken U16 dürfen bald bei den Herren ran. Wir müssen unbedingt zwei Jahre die Stellung halten.“