18. Oktober 2020 / 23:39 Uhr

SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde feiert 20. Moormeile

SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde feiert 20. Moormeile

Dirk Becker
Märkische Allgemeine Zeitung
Start über 12,4 Kilometer bei der 20. Moormeile des SVP Bad Wilsnack/Legde
Start über 12,4 Kilometer bei der 20. Moormeile des SVP Bad Wilsnack/Legde © Dirk Becker
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Laufsport: 20. Moormeile vom SVP Bad Wilsnack Legde mit Rekordbeteiligung.

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Erleichtert und zufrieden war man am Samstagmittag, als das Rennen vorbei war. Das Organisationsteam, weil alles so gut gelaufen ist, die Läuferinnen und Läufer aus demselben Grund. Die 20. Moormeile kann getrost als positives Ereignis in die Chronik des SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde eingetragen werden. Da waren sich die Beteiligten zum Jubiläum des Traditionslaufs sicher.

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„Wir haben heute keine Angebote drumherum, wir machen auch keine Siegerehrung“, erklärte Moderator Hans-Dieter Spielmann vor den Starts über einen bis 12,4 Kilometer – und sprach damit das vom Verein erarbeitete Hygienekonzept an, das von den Behörden für diesen Tag genehmigt wurde. 350 Läuferinnen und Läufer aus Berlin, Neuruppin, Wittstock, Kyritz, Oberhavel, Schwerin oder aus Holstein (Quickborn) hatten sich im Vorfeld in die Online-Starterlisten eingetragen, durchs Ziel gingen dann 305.

Laufsport: 20. Moormeile vom SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde.

Unter strengen Coronaauflagen aber mit neuem Teilnehmerrekord feierte der SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde das 20. Jubiläum seiner Moormeile. Zur Galerie
Unter strengen Coronaauflagen aber mit neuem Teilnehmerrekord feierte der SV Prignitz Bad Wilsnack/Legde das 20. Jubiläum seiner Moormeile. © Dirk Becker

Disziplin herrschte wegen der Ansteckungsgefahr rund um die Karthanehalle, die Start- und Zielort für die Läufer gleichermaßen war. In der Halle durften sich die Athleten lediglich ihre Startnummer abholen. Wer sich nicht angemeldet hatte, durfte nur zuschauen. „Bitte die Hände desinfizieren und die Maske nicht vergessen“ – höflich aber bestimmt wurde jeder auf die Regeln hingewiesen. Selbst beim Aufwärmen wurde Maske getragen.

305 LäuferInnen gehen bei der 20. Moormeile an den Start

„Ich erkenne kaum jemanden“, sagte die Favoritin über 12,4 Kilometer, Yvonne Loock, zur Maskerade, um sich dann aber der Frage zu widmen: lang oder kurz. Aufgrund des eigentlich idealen Laufwetters – 10 Grad, trocken, sogar die Sonne ließ sich blicken – entschied sich die Prignitzer Ausnahmeläuferin für die kurze Variante, die lange Hose blieb im Auto.

Wer sich nicht bereits zu Hause sein Dress übergezogen hatte, musste das auf dem Parkplatz machen, der wegen der Rekordbeteiligung rasch überfüllt war. Die Helfer des Vereins hatten Mühe, für Ordnung zu sorgen. Wer wollte, konnte zur Musik der Neuen Deutschen Welle zum Aufwärmen tanzen oder wie die Profis schon mal die halbe Strecke laufen. In der Outdoor-Fußball-Box der Halle herrschte derweil blaues Gewusel. Mit 25 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen turnte sich dort die mitgliederstärkste Teilnehmerschar des Wettbewerbs warm: der Lübzer SV im blauen Dress.

Älteste Läuferin war Viktoria Zickert

Und dann ging es Start auf Start, fünf an der Zahl, um die Gruppen nicht zu groß werden zu lassen. Ernst Wehrstedt (85), ältester Läufer der Moormeile, hatte sich im 7,8er-Feld eingereiht und war im Ziel mit seiner Zeit von 47:29 Minuten sehr zufrieden. „Das war ein schöner Waldlauf“, sagte der 85-Jährige.

Die älteste Läuferin des Tages, Viktoria Zickert (79) vom LC Dosse Wittstock – Europameisterin im 10-km-Gehen in der AK W70 –, wollte sich an der Kurzstrecke versuchen, während sich Enkel Michael im Zieleinlauf über die 7,8 km als Sechster (AK MJU 18) einreihte. Die Stimmung im Zielbereich hätte besser nicht sein können: Eltern, Kinder, ganze Familien feuerten ihre Sportler auf der Strecke an. „Alle gucken, jetzt kommt Opa“, moderierte Hans-Dieter Spielmann launig das Geschehen, als sich Ultraläufer Wolfgang Ohm (71) aus Berlin näherte.

Stephan Krakow und Yvonne Loock gewinnen die 12,4 Kilometer

Und dann kam auch Stephan Krakow, erwartungsgemäß Gewinner über 12,4 km bei den Männern, in 50:38 Minuten. Nur knapp drei Minuten später folgte Loock in 53:34 Minuten. Sie hatte schon am Start darauf gelauert, ob sie Konkurrenz unter den Frauen entdecken würde. „Ich bin von Beginn an in einem Männerpulk gelaufen, den ersten Kilometer in 3:55 Minuten, und dann alleine. Immer in Habachtstellung, ob eine kommt.“ Kam aber nicht. Katja Schmiede folgte 26 Sekunden später.

Interview mit Stephan Krakow: "Ich bin viel Rad gefahren"

Wie ist das Rennen am Ende für Sie gelaufen?
Wie meistens ganz gut, es hat Spaß gemacht. Die Strecke ist ja so ein kleiner Crosslauf und die Berge haben die Entscheidung gebracht.

Wie oft sind Sie schon hier bei der Moormeile angetreten?
Schon etliche Male, ich weiß gar nicht so genau. Aber bestimmt schon zehnmal.

Ist das hier so etwas wie eine Ihrer Hausstrecken, die Sie in und auswendig kennen?
Nein, nein. Privat laufe ich hier nicht, zumal ich mich aus beruflichen Gründen nicht viel in der Gegend aufhalte.

Haben Sie das Rennen wie Yvonne Loock als Einzelkämpfer bestritten?
Bis zum Kilometer elf war ich noch mit Jörg Schulze (4. Platz, LT Bentwischer Wald, Anm.d.Red.) zusammen, dann musste er abreißen lassen.

Haben Sie dieses Jahr schon andere Wettkämpfe bestreiten können?
Nein, wegen Corona war das heute mein Saisonauftakt und gleichermaßen auch der Abschluss.

Wie haben Sie sich in den letzten Monaten fit gehalten?
Ich bin viel Rad gefahren und habe mir so einen Hometrainer gekauft, wobei mein Rennrad eingespannt wird. Mit der zugehörigen Software konnte ich gegen andere im Chat antreten.