26. Mai 2020 / 14:42 Uhr

SV Regis-Breitingen: „Für das kommende Spieljahr eine schlagkräftige Truppe bekommen"

SV Regis-Breitingen: „Für das kommende Spieljahr eine schlagkräftige Truppe bekommen"

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Das Team vom SV Regis-Breitingen benötigt eine Verbreiterung und Verjüngung. © Imago/Ralph Peters
Anzeige

Das Team vom SV Regis-Breitingen wartet auf weitere Corona-Lockerungen. Sobald wieder ein übliches Trainingsspiel stattfinden kann, starten die Fußballer in die Vorbereitungen für das kommende Spieljahr in der Kreisoberliga. Dafür benötigen die Jungs Verstärkung. 

Anzeige
Anzeige

Man muss sich in der Tat keinen Sand in die Augen streuen. Der bevorstehende Abbruch der Saison 2019/2020 spielt den Kreisoberliga-Fußballern des SV Regis-Breitingen zu mindestens aus rein tabellarischer Sicht durchaus in die Karten.

Zwar befand sich die Mannschaft aus dem Dr. Fritz Fröhlich-Stadion zum Zeitpunkt der Unterbrechung Mitte März als Rang-Zwölfter nicht auf einem Abstiegsplatz, aber trotz des frisch gebackenen und prestigeträchtigen Derby-Erfolges beim Nachbarn Deutzen halt immer noch in der gefährdeten Zone des Klassements. Und nur Hellseher können wissen, wie es ohne Corona verlaufen wäre.

DURCHKLICKEN: Die Bilder zur Niederlage von Deutzen

Der SV Regis-Breitingen gewinnt das Derby bei Blau-Weiß Deutzen mit 2:0. Zur Galerie
Der SV Regis-Breitingen gewinnt das Derby bei Blau-Weiß Deutzen mit 2:0. © Udo Zagrodnik

So haben die Pleißestädter vorzeitige Planungssicherheit in die Hand bekommen, können bereits jetzt Vorbereitungen für das kommende Spieljahr in Liga 8 treffen. Ein wenig mehr Zeit bleibt dafür auf jeden Fall, denn auch hinsichtlich des Vereinslebens hat das Virus die Eintragungen im Terminkalender des SVR gravierend durcheinander gewirbelt. Schließlich wollten die Grün-Weißen in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiern, doch daraus wird nun nichts. Aber 2021 soll alles detailgetreu nachgeholt werden. Möglichst weiterhin mit einem in der Kreisoberliga agierenden Männerteam, wofür allerdings dringend personelle Verstärkung benötigt wird.

Das Aufgebot lechzt nach einer Verbreiterung genau so wie nach einer Verjüngung. Man sucht sozusagen die gesunde Mischung aus erfahrenen Hasen und jungen, hungrigen Dachsen. Denen der Mannschaftssport wichtig ist, die in einem super Team gemeinsam kämpfen und Siege gebührend feiern wollen. Noch halten etliche Routiniers die Sache am Laufen, doch der Bogen darf nicht überspannt werden. Einer der gestandenen Haudegen ist Spielertrainer Sven Streitberg, welcher die Sache nicht auf die lange Bank schieben möchte: „Natürlich können wir mit dem Abbruch der Saison und dem damit verbundenen vorzeitigen Klassenerhalt leben, auch wenn wir lieber nach dem 30. Spieltag über dem Strich gestanden hätten. Aber wir nehmen es so an und müssen nun wirklich kurbeln, um für das kommende Spieljahr eine schlagkräftige Truppe auf die Beine zu bekommen. Vielleicht kann gegebenenfalls sogar eine Kooperation mit einem anderen Verein die erhoffte Lösung darstellen. Vor allem unser Vereinschef Werner Heiche drückt mächtig auf die Tube, möchte unbedingt den Kreisoberligastandort Regis-Breitingen erhalten.“

Trainer-Position: Lösung auf Dauer erforderlich

Was allzu verständlich ist, denn die Entwicklung in den vergangenen reichlich zwei Jahrzehnten kann sich durchaus sehen lassen. Nach dem Bezirksklasse-Intermezzo von 1992 bis 1994 ging es zwar zunächst zwischenzeitlich hinunter bis in die 1. Kreisklasse, welche streng genommen mit der heutigen Kreisliga B verglichen werden kann. Ein erneuter Aufschwung folgte dann allerdings mit der Verpflichtung des ehemaligen Böhlener DDR-Oberligaspielers Gianfranco Zanirato als Coach, nach dem abermaligen Aufstieg in die Bezirksklasse 2007 hielten sich die Regiser mit überwiegend einstelligen Platzierungen bis 2015 in dieser sowie in der später daraus hervorgegangenen Kreisoberliga auf. Es folgten zwei Meistertitel in der Kreisliga A-West, nach dem Verzicht 2016 wurde der Sprung zurück nach oben erst 2017 vollzogen.

Mehr zu SV Regis-Breitingen

Denn die Problematik des zu kleinen Kaders hatte sich mittlerweile in Luft aufgelöst, nachdem beinahe das gesamte Team der Sportfreunde Neukieritzsch nach Regis-Breitingen gewechselt war. Ein „Vorsprung“, welcher inzwischen offensichtlich fast aufgebraucht ist. Eine gewisse Beständigkeit auf der Trainerbank wie zu Zaniratos Zeiten wäre ebenso wünschenswert. Aufgrund der Rücktritte von Swen Licht und dessen Kurzzeitnachfolger Jochen Schulz war es stets Sven Streitberg, welcher das Ruder in die Hand nahm. „Ich mache es echt gerne, keine Frage. Aber es ist sicherlich nicht im Sinne des Erfinders, so lange ich selbst noch spiele. Auch auf dieser Position ist eine Lösung auf Dauer erforderlich.“ Was allerdings nicht der Grund ist, mit den Übungseinheiten weiterhin auszusetzen. „Wir warten auf weitere Corona-Lockerungen, im Moment können wir ja nicht einmal ein übliches Trainingsspiel machen.“

Wofür es im gepflegten und weitläufigen Dr. Fritz Fröhlich-Stadion mit Hauptplatz, Kunstrasen und Sporthalle zweifellos ausreichend Möglichkeiten gibt. Ein Sportgelände samt seiner Errungenschaften, mit denen der SV Regis-Breitingen auf der Suche nach mehr Personal durchaus werben kann. Und zwar ohne dabei rot zu werden. Interessenten möchte man zurufen: Also nun endlich ran an die Buletten. Diese hat Präsident Heiche in seiner durch hervorragende Verpflegung bekannten Sportler-Gaststätte garantiert auch im Angebot.