05. Oktober 2020 / 10:31 Uhr

"Hatte mit Fußball wenig zu tun": SV Resse unterliegt wenig stärkeren Berenbostelern

"Hatte mit Fußball wenig zu tun": SV Resse unterliegt wenig stärkeren Berenbostelern

Nicola Wehrbein
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Berenbostels Dominik Schuster kommt mit seinem Schuss nicht am Resser Sebastian Mente vorbei.
Berenbostels Dominik Schuster kommt mit seinem Schuss nicht am Resser Sebastian Mente vorbei. © Christian Hanke
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Der eine Trainer freute sich über ein nachträgliches Geburtstagsgeschenk, der andere ärgerte sich über ein schlechtes Fußballspiel: Der TSV Berenbostel hat Ahmet Cagli mit einem 1:0 in der Kreisliga 2 gegen den SV Resse beschenkt, sein Gegenüber Alexander Fleischer hätte lieber zu Hause ein Stück Kuchen gegessen.

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Der TSV Berenbostel bleibt in der Erfolgsspur: Das 1:0 (0:0) im Heimduell der Kreisliga 2 über den SV Resse ist nun schon der vierte Sieg in Folge gewesen für das Team von Trainer Ahmet Cagli. „Ich hatte am Donnerstag Geburtstag, mein einziger Wunsch war es, dass die Jungs Gas geben und gewinnen – das haben sie getan“, sagte Cagli zufrieden. Er befand: „Der Dreier für uns war verdient. Wir waren die klar bessere Mannschaft.“

Gästecoach Alexander Fleischer regte sich noch lange nach Abpfiff über das „grottige Niveau“ der Partie auf: „Spielerisch war das von beiden Seiten rein gar nicht doll, eher ziemlich gruselig. Da hätte ich besser zuhause bleiben und ein Stück Kuchen essen können.“

Bilder vom Spiel der Kreisliga 2 zwischen dem TSV Berenbostel und SV Resse

Resses Tim Dilgner (rechts) springt höher als Berenbostels Marcel Baller. Zur Galerie
Resses Tim Dilgner (rechts) springt höher als Berenbostels Marcel Baller. ©

Zum ersten Mal zappelte der Ball nach 15 Minuten im Netz, allerdings stand Resses Jendrik Axt bei dieser Aktion im Abseits. Ansonsten schafften es beide Teams kaum einmal, aus dem Spiel heraus Tormöglichkeiten zu kreieren. Die Abwehrreihen standen solide. Und den Offensivabteilungen fiel hüben wie drüben reichlich wenig ein.

Wenig Spielfluss in Berenbostel

„Wenn überhaupt sprangen Halbchancen heraus, die aus individuellen Fehlern resultierten. Oder es wurde mal bei Standards gefährlich. Das Ganze war nicht schön anzusehen, viel Krampf, lange Bälle, die nach vorn geprügelt wurden, zig Unterbrechungen wegen Foulspiels, null Spielfluss – mit Fußball hatte das wenig zu tun“, schilderte Fleischer lebhaft.

Sein Gegenüber Cagli sah das Ganze weit weniger kritisch: „Wir haben Resse gut zugestellt und sind zu einigen Gelegenheiten gekommen.“ Der Torjubel nach dem satten Schuss von Can Günay (36.) erstarb den Berenbostelern jedoch buchstäblich auf den Lippen: Das Leder sprang unter die Latte und von dort vermeintlich hinter die Linie, doch der Schiedsrichter entschied auf „kein Tor“.

Die letztlich spielentscheidende Szene ereignete sich kurz nach der Pause. Einen Konter über den just zuvor eingewechselten Dominik Schuster und dessen älteren Bruder Oliver schloss Stürmer Jamal El-Garne treffsicher ab (47.). Simeon Jovanov hätte per Handelfmeter den Deckel draufmachen können, doch Gäste-Keeper Leon Recking parierte den Versuch (50.).

Mehr als ein Lattentreffer springt nicht heraus

In der Schlussviertelstunde stellte Fleischer taktisch um, sein Team drängte auf den Ausgleich – aber bis auf einen Lattentreffer von Robert Fuhrmeister näherten sich die Resser nicht wirklich gefährlich dem Kasten. „Wir hätten heute noch stundenlang weiterspielen können, ohne ein Tor zu erzielen“, sagte Fleischer. Und fügte hinzu: „Trotz der zweiwöchigen Corona-Zwangspause haben wir letzte Woche beim 3:1 über den TSV Poggenhagen einen starken Auftritt hingelegt, daran konnten wir heute in keiner Weise anknüpfen.“

Cagli freute sich über das verspätete Geburtstagsgeschenk in Form des Dreiers und den guten Lauf seiner Elf: „Ich habe den Jungs immer wieder eingebläut, dass diese Saison jedes Spiel ein Endspiel ist, wenn man den Anspruch hat, Erster werden zu wollen. Abgesehen von der Auftaktniederlage haben meine Spieler das gut angenommen, sie gehen konzentriert und selbstbewusst zur Sache.“

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Einen Spieler hob Cagli besonders hervor: „Unser Verteidiger Dennis Krygier liefert seit Wochen konstant gute Leistungen ab und hat sich diese Saison zu einer festen Größe im Team entwickelt.“