07. April 2020 / 17:49 Uhr

SV Ruhlsdorf: Ein Hauch von Bundesliga auf dem Friedrich-Friesen-Sportplatz

SV Ruhlsdorf: Ein Hauch von Bundesliga auf dem Friedrich-Friesen-Sportplatz

Maximilian Krone
Märkische Allgemeine Zeitung
Die drei neuen Sitzplätze werden auf dem Ruhlsdorfer Friedrich-Friesen-Sportplatz befestigt und als Trainerbank verwendet.
Die drei neuen Sitzplätze werden auf dem Ruhlsdorfer Friedrich-Friesen-Sportplatz befestigt und als Trainerbank verwendet. © Verein/Instagram
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Kreisliga B Havelland: Die Trainerbank des SV Ruhlsdorf wird durch drei Sitzplätze des VfL Wolfsburg verschönert.

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Noch ruht der Ball bei den Kickern des SV Ruhlsdorf, genauso wie bei allen anderen Amateurmannschaften in Deutschland. Eine erste - kuriose - Neuverpflichtung haben die Kreisliga-Kicker in dieser ruhigen Zeit dennoch schon getätigt: Ab sofort stehen auf dem Friedrich-Friesen-Sportplatz drei Sitzplätze aus der Wolfsburger Volkswagen-Arena. "Wir sind dem Verein schon seit Jahren verbunden", erzählt Ruhlsdorf-Coach Heiko Richter, der mit Roy Präger, dem Ex-Bundesliga-Profi und heutigen Leiter der Wolfsburger Fußballschule, zusammen die Sportschule besuchte. "So entstand die Verbindung zum VfL, der ja auch die gleichen Vereinsfarben hat."

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Ersteigert haben die Ruhlsdorfer die drei Sitzplätze für 99 Euro auf der Plattform eBay. "Wir haben die Plätze dann sofort aus Berlin-Mitte abgeholt und erst einmal bei mir untergestellt", sagt Richter, "da wir derzeit den Sportplatz ja nicht besuchen dürfen." Fungieren sollen die neuen Ledersitze dann als Trainerbank des Übungsleiters - um die sportliche Fairness zu garantieren will Richter jedoch auch noch Plätze für die Gastmannschaft organisieren: "Ich werde nach der Spielzeit noch einmal beim Verein anfragen und dann hoffen wir, dass wir das alles einheitlich gestalten können. Am besten wären pro Seite sechs bis acht Sitzplätze."

Die Verbindung zum Verein aus der Autostadt ist ohnehin gut, wie der Coach der Ruhlsdorfer wissen lässt. Mehrmals in der Saison besuchen Jugendmannschaften des SVR die Niedersachsen an einem Bundesliga-Wochenende und dürfen auf dem Gelände des VfL trainieren. "Danach treffen die Kinder immer einen Spieler, der derzeit verletzt ist und können ihn befragen. Wenig später geht es dann zu einem Bundesliga-Heimspiel", schildert Richter seine Erfahrung und findet lobende Worte für den Bundesligisten: "Das machen die schon echt gut und wir sind immer froh, wenn wir wieder hin dürfen."

Ob die neuen Sitzplätze Glück bringen werden, wird sich noch zeigen. Sollte die Saison zu Ende gespielt werden, womit der Ruhlsdorfer Übungsleiter nicht rechnet, geht es bei den Kickern des SVR in der Liga eigentlich um nichts mehr. Die Richter-Elf hatte sich nach einem miserablen Saisonstart auf den siebten Platz vorgearbeitet, dennoch sind es derzeit 16 Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz. Von den Abstiegsrängen, auf denen die Grün-Weißen noch am sechsten Spieltag standen, haben sie sich auch verabschiedet und werden bei 17 Zählern Vorsprung wohl kaum noch was mit dem Tabellenkeller zu tun bekommen. Zumindest die Ausbeute bei den Heimspielen könnte noch ausgebaut werden: Erst acht Punkte sammelte der SVR auf dem heimischen Geläuf - vielleicht helfen da ja nun die Sitzplätze des Deutschen Meisters von 2009.