26. Oktober 2020 / 16:05 Uhr

SV Todesfelde gegen Oldenburger SV: Strittige Szenen erhitzen die Gemüter

SV Todesfelde gegen Oldenburger SV: Strittige Szenen erhitzen die Gemüter

Finn Hofmann
Lübecker Nachrichten
Am Boden: Todesfeldes Goalgetter Morten Liebert.
Am Boden: Todesfeldes Goalgetter Morten Liebert. © Agentur 54°
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Acht Gelbe Karten (davon sechs Mal Oldenburg) und fünf Verletzte (davon drei Mal Todesfelde) sind die Bilanz der Oberliga-Partie. Wir haben drei strittige Szenen im Video.

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Mit Christian Rave, Henrik Sirmais und Emanuel Bento verletzten sich am Sonntag gleich drei Todesfelder und fallen zum Teil länger aus. Auch OSV-Kapitän Kevin Wölk verletzte sich früh, spielte jedoch genau wie Marcel Schröder (Schulter) trotz Schmerzen durch.

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Die strittigen Szenen bei der Partie SV Todesfelde - Oldenburger SV

Es schien, als sei Schiedsrichter Malte Rieve mit dem Abpfiff ein Stein vom Herzen gefallen. Denn von Beginn an lieferten sich beide Mannschaften einen harten Fight auf dem tiefen Todesfelder Geläuf. Immer wieder waren es kleine Nicklichkeiten, die beidseitig für Aufregung sorgten. Sporadisch wurden auch härtere Fouls zum Mittel der Wahl, ehe der Schiedsrichter zum ersten Mal die Gelbe Karte zückte. Der Ton war nicht nur auf dem Feld ein rauher. Auch an der Seitenlinie ging es phasenweise hoch her. Beide Mannschaften inklusive der Funktionsteams haderten lautstark mit dem Gespann. Bilanz: Acht Gelbe Karten (davon sechs Mal Oldenburg), fünf Verletzte (davon drei Mal Todesfelde)!

Strafstoß mit Schlusspfiff

Passenderweise endete das Spiel auch mit einem Aufreger, denn der Abpfiff erfolgte in einer für den Unparteiischen kniffligen Situation: Todesfeldes Sturmtank Morten Liebert steigt zum Kopfball, von links klärt OSV-Verteidiger Marcel Schröder den Ball per Kopf, von rechts springt OSV-Keeper Felix Prokoph in Liebert hinein, weil er den Ball mit der Faust klären will. Der Ball kullert anschließend Richtung Grundlinie, wo sowohl Todesfeldes Dennis Studt, als auch SVT-Kapitän Luca Sixtus den Angriff hätten fortführen können. Die einen forderten vehement Strafstoß, die anderen hätten gerne weiter gespielt. Doch Rieve beendete die Partie. „Wie man das Spiel abpfeifen kann, wenn zwei von der angreifenden Mannschaft im gegnerischen Strafraum zum Ball laufen, ist mir ein Rätsel“, war Kapitän Sixtus auch einen Tag danach noch mit der Situation beschäftigt.

Stechender Schmerz bei Rave

Der leidenschaftliche Kampf, den beide Mannschaften an den Tag legten, forderte schon nach 24 Minuten das erste Opfer. SVT-Verteidiger Christian Rave, dessen Einsatz wegen Rückenproblemen ohnehin als fraglich galt, musste mit einer Oberschenkelverletzung ausgewechselt werden. „Die Verletzung ist vom letzten Wochenende wieder aufgerissen. Etliche Belastungstests waren bei mir einhundert Prozent schmerzfrei und daher habe ich signalisiert, bereit zu sein“, erklärt Rave dem LN-Sportbuzzer. Nach etwa zehn Minuten habe der Innenverteidiger nach einer Drehbewegung im Zweikampf wieder einen stechenden Schmerz verspürt. Zwei bis drei Wochen fällt Rave mit Zerrung aus.

Die strittigen Szenen bei der Partie SV Todesfelde - Oldenburger SV

Pause für Sirmais

Auch Henrik Sirmais wurde von muskulären Problemen gestoppt. Todesfeldes Nummer 10 zog sich eine Zerrung im hinteren Oberschenkel zu. Auch er war angeschlagen. „Ich habe das seit zwei Wochen und konnte die Woche trainieren, aber ein Spiel hat halt nochmal eine andere Intensität. Da hat es dann wieder reingezogen“, sagt „Simme“, der die kommende Woche über komplett pausieren will und somit auch am Freitag im Flens Cup gegen die SG Bargstedt/Nienkattbek III keine Option sein dürfte.

Auch Bento verletzt

Emanuel Bento komplettiert das neue Verletzten-Trio beim SVT. In der 89. Minute musste der Dribbelkünstler verletzt raus, konnte nach einem seiner zahlreichen Tempodribblings nicht mal mehr stehen. Gleich am Montagmorgen ging es zu Dr. Ludwig, der den Verdacht auf Muskelfaserriss bestätigte. Für Bento bedeutet das: Drei Wochen Fußballpause! „Ich hoffe, dass ich nächste Woche wieder mit Fahrradfahren beginnen kann. Ich werde meinen Oberkörper weiter kräftigen und mich fit machen, damit ich schnellstmöglich wieder spielen kann. Jetzt heißt es Daumen drücken, damit die Jungs weiterhin durchhalten.“

Pajonk auf der Bank

Immerhin: Lennard Koth (ebenfalls Muskelfaserriss) konnte vergangene Woche wieder individuell trainieren, war am Sonntag jedoch noch keine Option. Dafür konnte Marco Pajonk wieder auf der Bank Platz nehmen, nachdem er am Donnerstag und Freitag erstmals wieder voll mittrainierte. „Dennoch ist ein Pflichtspiel immer noch was anderes, als Training“, weiß Pajonk, der mit Blick auf das Spielgeschehen letztlich dankbar war, nicht aufs Feld geschickt worden zu sein. „Im Nachhinein bin ich froh, dass meine Trainer meine Euphorie zurecht gebremst haben und einen Einsatz in einem solch hitzigen Spiel für zu früh befunden haben. Sie haben meine Gesundheit an erster Stelle gesehen. Dafür schätze ich mein Trainerteam sehr, denn das hätten in meiner Vergangenheit nicht alle Trainer so entschieden. Aber es hat natürlich auch gekribbelt, erst recht bei dem Spielstand“, gestand der 28-Jährige.

Auch Oldenburg mit Sorgen

Doch auch den OSV plagen ähnliche Sorgen. Youngster Moritz Haye verletzte sich unter der Woche im Kreispokal auf Fehmarn – Muskelfaserriss! Und nun hat es auch Kapitän Kevin Wölk erwischt. Kurios: der 35-Jährige wusste schon nach gut 20 Minuten, dass etwas nicht stimmt. Beim Freistoß, den SVT-Keeper Fabian Landvoigt stark parierte (im Video), riss auch bei ihm etwas. „Da habe ich es gleich gewusst. Keine Ahnung, wie ich das das ganze Spiel über durchgehalten habe“, schmunzelt Wölk, der auch den anschließenden Eckball trat und einfach weiterspielte. „Schon in der Halbzeit hat unser Arzt Dr. Kaps einen Faserriss diagnostiziert. Es tat bei jedem Schuss sauweh. Ich habe in der zweiten Halbzeit dann nur noch mit links gespielt. Das hat aber keiner gemerkt“, scherzt der Ex-Profi, der ebenfalls am Montag bei Dr. Ludwig vorstellig wurde und mit einer Pause von drei Wochen rechnet.

Die strittigen Szenen bei der Partie SV Todesfelde gegen den Oldenburger SV

Schröder zum Doc

Und auch bei Marcel Schröder wartet man beim Oldenburger SV gespannt auf eine Diagnose. Der Defensivmann landete nach einem Luftzweikampf unglücklich auf der Schulter, musste behandelt werden. Doch auch er spielte durch. Am Mittwoch konsultiert auch er Mannschaftsarzt Dr. Ludwig.

Unter der Woche dürfte bei beiden Teams also Wundenlecken auf dem Programm stehen…