12. September 2019 / 17:14 Uhr

Starke Geste in Hamburg: Vereine stehen dem SV Wilhelmsburg nach Brand bei 

Starke Geste in Hamburg: Vereine stehen dem SV Wilhelmsburg nach Brand bei 

Chantal Ranke
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Gemeinsam für den Wiederaufbau: Altona 93 organisierte schnell ein Benefizspiel, um dem SV Wilhelmsburg zu helfen. Im Bild: SVW-Geschäftsführer Philip Wendt (links), AFC-Pressesprecher Andreas Sude und AFC-Präsident Dirk Barthel.  
Gemeinsam für den Wiederaufbau: Altona 93 organisierte schnell ein Benefizspiel, um dem SV Wilhelmsburg zu helfen. Im Bild: SVW-Geschäftsführer Philip Wendt (links), AFC-Pressesprecher Andreas Sude und AFC-Präsident Dirk Barthel.   © Verein/ Ranke
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Anfang September muss der SV Wilhelmsburg einen großen Schock hinnehmen: Der Neubau des Vereinsheim brennt nahezu vollständig nieder, vermutlich durch Brandstiftung. Doch die Hamburger Vereine zeigen: Der SVW ist nicht alleine. 

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In den Farben getrennt, in der Sache vereint: Die Phrase gewinnt in diesen Tagen in Hamburg einmal mehr an großer Bedeutung. Der SV Wilhelmsburg ereilte ein schweres Schicksal. Am Abend des 1. September geriet das sich im Bau befindende Vereinsheim in Brand und wurde dabei fast komplett zerstört. Zwei der drei unmittelbar anliegenden Kunstrasenplätze wurden ebenfalls beschädigt. Die Brandursache ist bisher ungeklärt. Die Polizei vermutet, dass es sich um Brandstiftung handelt.

Wenige Stunden zerstören jahrelange Arbeit

„Das ist schon heftig. Wir haben drei bis vier Jahre Arbeit, Schweiß und Blut in den Bau der Anlage gesteckt. In nur zwei Stunden wurde diese Arbeit fast vollständig zunichte gemacht“, sagt Philip Wendt, Geschäftsführer des SV Wilhelmsburg. Für den Verein ist das ein schwerer Schlag. Der Klub ist mit 1600 Mitgliedern der größte der Elbinsel, davon sind 650 Fußballer. „Insgesamt haben wir 20 Mannschaften im Spielbetrieb“, sagt Wendt. Die nun alle auszulagern bedarf eines hohen organisatorischen Talents.

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Hamburger Vereine zeigen sich hilfsbereit

Doch der SV Wilhelmsburg ist nicht alleine. Unmittelbar nach dem Brand meldeten sich viele Vereine, Firmen und Privatpersonen und boten ihre Hilfe an. An vorderster Front engagierte sich Altona 93. „Als wir von dem Brand gehört haben, war uns sofort klar, dass wir helfen müssen“, so Andreas Sude, Pressesprecher des Regionalligisten. Seine Idee: ein Benefizspiel. Die erste Mannschaft von Altona gegen die erste Mannschaft von Wilhelmsburg. Vergangenen Freitag rief er Philip Wendt an und stellte ihm seine Idee vor. Mit dessen Zustimmung organisierte er kurzerhand das Benefizspiel, das am Mittwochabend in der Adolf-Jäger-Kampfbahn stattfand.

Spiel gegen einen Regionalligisten als besonderes Highlight

Aus sportlicher Sicht ist das Duell mit dem Regionalligisten für das in der Bezirksliga Süd spielende Team aus Wilhelmsburg eine große Sache. „Die Jungs brennen für dieses Spiel, das ist echt was Besonderes,“ so Wendt. Dass das Ergebnis eigentlich im Hintergrund stand ist selbstredend. Viel mehr zählt die Geste von Altona 93: Die Ticketeinnahmen der 140 Zuschauer tritt Altona vollständig an den SV Wilhelmsburg ab. Eine ganz starke Aktion. „Wir sind überwältigt von dieser Solidarität“, schwärmt Wendt. Und auch die vierte Herren des SVW, die sich das Spiel als Zuschauer ansahen, sind begeistert: „Die Anfrage von Altona hat uns echt überrascht. Das ist nicht selbstverständlich“, sagt einer. Die Teamkollegen nicken.

Einzig das typisch regnerische Wetter im Hamburger Westen verhinderte wohl, dass noch mehr Zuschauer den Weg ins Stadion fanden. Diejenigen, die da waren, gaben sich bestens gelaunt: „Beim letzten Heimspiel von Altona haben wir von dem Benefizspiel gehört. Wir haben sofort entschieden, dass wir heute auch kommen“, so zwei alteingesessene Altona-Fans. Belohnt wurden sie mit vielen Toren: Der Regionalligist setzte sich mit 11:0 durch.

Das Amateurfußball-Bündnis #GABFAF berichtet regelmäßig über Probleme bei Amateurvereinen. Hier eine Auswahl an Klubs, die davon profitiert haben:

<strong>Suchsdorfer SV (Schleswig-Holstein):</strong> Die C-Jugend des Suchsdorfer SV hatte gleich doppeltes Glück. Im Zuge des Abschieds von Rafael van der Vaart im Hamburger Volksparkstadion durfte das Team das Pre-Game gegen Damian van der Vaart und seine Mannschaft von Victoria Hamburg spielen. Zusätzlich gab es eine neuen Trikotsatz oben drauf.  Zur Galerie
Suchsdorfer SV (Schleswig-Holstein): Die C-Jugend des Suchsdorfer SV hatte gleich doppeltes Glück. Im Zuge des Abschieds von Rafael van der Vaart im Hamburger Volksparkstadion durfte das Team das Pre-Game gegen Damian van der Vaart und seine Mannschaft von Victoria Hamburg spielen. Zusätzlich gab es eine neuen Trikotsatz oben drauf.  ©
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Eröffnung mindestens ein halbes Jahr später

1400 Euro hat der Klub damit eingenommen. Immense Kosten durch den Brand hat er glücklicherweise nicht. Die Kosten für das Gebäude trägt das Bezirksamt. Allerdings erwartet der Klub hohe Einnahmenverluste. Das neue Sportheim mit integrierter Sporthalle und Gastronomie sollte ursprünglich im März 2020 eröffnet werden. Der Termin ist nun mindestens um ein halbes Jahr verschoben. Die eingeplante Pacht für Gastronomie und Sporthalle fällt damit aus. Wie hoch die Summe sein wird, kann Geschäftsführer Wendt allerdings nicht vorhersagen.

Immerhin: Die zerstörten Kunstrasenplätze werden aktuell instand gesetzt und können bald wieder genutzt werden. Durch explodierende Gasflaschen während des Brandes gelangte Asche auf die Plätze, wodurch der Quarzsand schmolz. „Wir geben unser Bestes, dass wir in gut zwei Wochen wieder auf unseren Plätzen spielen können“, sagt Wendt. Bis dahin weichen einige Mannschaften auf den alten Platz oder auf Soccercourts aus. Und auch wenn viele Details rund um den Brand noch ungeklärt sind, bei einer Sache kann der SV Wilhelmsburg sich sicher sein: Die Hamburger Vereine stehen dem Klub bei.

Das sind die #GABFAF-Unterstützer

Profis, Promis, Amateure: Einige der #GABFAF-Unterstützer findest Du hier in der Galerie. Zur Galerie
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