18. März 2021 / 16:29 Uhr

SV45 Krainhagen-Röhrkasten kehrt mit Uwe Wolff als Trainer zurück +++ Interview mit Andreas Härting

SV45 Krainhagen-Röhrkasten kehrt mit Uwe Wolff als Trainer zurück +++ Interview mit Andreas Härting

Daniel Kultau
Schaumburger Ztg. / Schaumburger Nachrichten
SV45
Die Sportanlage in Krainhagen ruht noch. Ab der nächsten Saison wird hier wieder eine Herrenmannschaft spielen. Trainer Uwe Wolff (links) und Fußballobmann Andreas Härting fiebern dem Start entgegen. © Daniel Kultau / pr.
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Zwei Jahre war der SV45 Krainhagen-Röhrkasten verschwunden. Nun ist er wieder da. Mit einem neuen Trainer, der noch vor kurzem einen Kreisligisten trainierte.

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Eine F-Junioren-Mannschaft hat der SV45 Krainhagen-Röhrkasten aktuell noch. Ansonsten ist es still, was den Fußball auf der Sportanlage direkt am Wald angeht. Zur nächsten Saison wird sich das jedoch ändern. Nachdem der Verein 2019 seine Herrenmannschaft abgemeldet hat, kann er zur Saison 2021/2022 wieder eine stellen. Trainer der Mannschaft wird Uwe Wolff. Er und der Kreisligist SC Auetal hatten sich erst am vergangenen Samstag getrennt. Nun, nur wenige Tage später, steht fest, dass er der Projektleiter sein wird.

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Ein "Fußballprojekt"

Die Zusammenarbeit wurde aber nicht innerhalb von wenigen Tagen eingetütet, sondern hat schon eine Vorgeschichte. Wolff lud vor einigen Wochen rund 50 Spieler in eine WhattsApp-Gruppe ein, um ein „Fußballprojekt“ ab dem Sommer umzusetzen. Zu dem Zeitpunkt stand für ihn schon fest, dass er den SC Auetal nur noch bis zum Ende der Saison betreuen würde. Unzufriedenheit herrschte bei ihm vor allem darüber, dass er im Dezember in einem Gespräch mit der Spartenleitung über eine Verlängerung auf den April vertröstet wurde.

„Da haben die Vereine ihre Planungen abgeschlossen und man sitzt als Trainer im schlimmsten Fall auf der Straße“, so Wolff. Marcel Diedler, der sportliche Leiter des SCA, erklärt dies mit der im Dezember sportlich unbefriedigenden Situation. „Wir hatten deswegen vereinbart, uns Ende März Anfang April noch mal zusammenzusetzen und die Situation neu zu bewerten.“ Die sportliche Leitung hatte auf Erfolgserlebnisse nach einem möglichen Restart im März gehofft.



Niemanden bedrängt

„Ich hätte meinen Vertrag auch bis in den Sommer erfüllt, alleine schon, weil ich mit den Spielern viel zu gut auskomme“, so Wolff. Doch beide Seiten entschieden sich für ein vorzeitiges Ende. „Wäre ich 100 Prozent zufrieden gewesen, hätte ich mich nicht schon in die beratende Rolle beim SV Krainhagen begeben.“

Etwa 20 Spieler blieben nach weiteren Infos in der WhattsApp-Gruppe. „Ich hatte niemanden gebeten oder gedrängt, nach Krainhagen zu kommen, sondern nur das Projekt vorgestellt“, so der 46-Jährige. „Die Motivation musste von der Spielerseite aus kommen und sie kamen eben auf uns zu.“ Im Kader für die nächste Saison stehen jetzt schon 23 Fußballer. Viele davon aus der Kreisliga und der 1. Kreisklasse. Unter ihnen finden sich Kicker wie Oguzhan Gök (SC Auetal), Tim Radtke (TSV Steinbergen) und der Krainhäger André Steinmeier (VfB Gorspen-Vahlsen).

Ab dem 15. Mai spielberechtigt

Elf Spieler kommen außerdem vom SV Obernkirchen II, wo Wolff vor seiner Auetaler Zeit acht Jahre Trainer war. Fünf von ihnen sind Stammkräfte, sechs haben schon länger nicht mehr gespielt. Das hat am Ochsenbruch nicht gerade für Jubelstürme gesorgt. Unter anderem die fehlende Ablöse und ausbleibenden Mitgliedsbeiträge stören den SVO. „Wir haben ausgerechnet, dass wir 2800 Euro bekommen hätten“, berichtet der 1. Vorsitzende Andreas Jaschke. Doch weil die Spieler am 18. Oktober 2020 ihre letzte Partie bestritten hatten, sind sie ab dem 15. Mai für ihren neuen Verein spielberechtigt, entschied der Niedersächsische Fußballverband.

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„Für diese und die nächste Saison sind wir aber gut aufgestellt. Man muss sich keine Sorgen um uns machen“, stellt der SVO-Präsident klar. „Wir sind natürlich auch auf die Ab- und Anmeldungen angewiesen, um Planungssicherheit zu haben“, erklärt sich Wolff. „Und natürlich habe ich immer noch viele Kontakte nach Obernkirchen. Wir haben aber jedem Spieler auch angeboten, seinen Verein weiter bis zum Saisonende zu unterstützen.“ So ein Projekt wie in Krainhagen sei mit Ablösesummen laut Wolff gar nicht möglich gewesen.

Zum Startschuss in die neue Saison sollen noch zwei weitere Spieler die Mannschaft verstärken. „Die beiden kommen aus der Kreisliga“, verspricht der 46-Jährige, ohne Namen zu nennen. Dass er nun vom Kreisoberhaus in die unterste 4. Kreisklasse geht, stört Wolff nicht. Als Leiter einer Pharmafirma ist er unter der Woche beruflich viel eingespannt. „Ich möchte etwas aus Spaß machen und der Fußball macht mir einfach viel zu viel Spaß, als das ich mich von ihm stressen lassen möchte. Und es wäre auch schade, wenn Krainhagen mit der tollen Sportanlage als Verein verschwinden würde.“ Wohin die Reise dann ab der nächsten Saison geht, steht noch nicht fest. „Ich kann nichts versprechen, aber ich bin mir sicher, dass wir erfolgreich spielen und Spaß haben werden“, so Wolff.

Interview mit Andreas Härting, dem Fußballobmann des SV45 Krainhagen-Röhrkasten

Hallo Herr Härting. Der SV45 Krainhagen-Röhrkasten wird auf die Schaumburger Fußball-Landkarte zurückkehren. Wieso ist er denn damals 2019 überhaupt verschwunden?
Wir hatten einfach zu wenige Spieler. Am Ende waren wir zu sechst und mussten die Mannschaft dann mit Spielern der Alt-Altherren auffüllen. Da haben dann teilweise 55-Jährige mitgespielt. Und die Situation hat sich mit fortlaufender Zeit auch nicht verbessert, sondern eher verschlechtert.

Wann stand denn fest, dass es wieder eine Herren-Fußballmannschaft beim SV45 geben wird?
Das ist noch gar nicht so lange her. Unser 1. Vorsitzender Bastian Schneider hat mich angerufen und mir davon erzählt, dass Uwe Wolff angeboten hatte, eine spielfähige Mannschaft mitaufzubauen. Da habe ich mir dann erst mal gedacht, dass das ein Hauptgewinn wäre. Wir haben uns ein paar Mal getroffen und er hat uns von seiner Idee eines Neustarts erzählt. Ich bin von ihm als Trainer und Mensch wirklich begeistert.

Es gab Gerüchte über einen Trainer aus dem Raum Hannover und Uwe Wolff sollte in einer beratenden Rolle tätig sein. Bringen Sie da doch bitte Licht ins Dunkel.
Wir hatten erst mit Uwe Wolff als Trainer geplant, als er beim SC Auetal aufgehört hat. Vorher hatten wir die Zusage von Christian Schmidt aus Obernkirchen. Er hat die B-Lizenz und hatte vorher Niedersachsen Döhren II trainiert. Er wird nun der Co-Trainer neben Uwe Wolff.

Sie werden dann, wann auch immer die neue Saison starten wird, wieder in der 4. Kreisklasse anfangen müssen.
Ja, genau. Da sind wir auch bereit für. Ich habe 23 Anmeldungen vorliegen. Ein bis zwei Spieler könnten noch dazukommen und dann ist der Kader auch voll. Auch das alte Betreuerteam ist wieder mit am Start. Wir sind wirklich Feuer und Flamme und freuen uns auf den Neustart.

Wie sehen denn Ihre mittel- und langfristigen Ziele aus?
Ich bin mir sicher, dass wir zumindest nicht lange in der 4. Kreisklasse spielen werden. Von den Spielern, die wir jetzt bekommen haben, hoffe ich auf einen Durchmarsch. Langfristig wäre es natürlich schön, noch mal Kreisliga-Fußball in Krainhagen erleben zu können. Aber das ist natürlich alles noch weit entfernt.

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