07. Juni 2021 / 20:09 Uhr

Zwei weitere Medaillen und viel Lob, aber: Olympia-Traum für Sven Schwarz geplatzt

Zwei weitere Medaillen und viel Lob, aber: Olympia-Traum für Sven Schwarz geplatzt

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Sven Schwarz präsentiert sich bei der deutschen Meisterschaft von einer ganz starken Seite.
Sven Schwarz präsentiert sich bei der deutschen Meisterschaft von einer ganz starken Seite. © IMAGO/camera4+
Anzeige

Nein, ein Trostpflaster sind die drei Medaillen bei der deutschen Meisterschaft nicht. Sven Schwarz hat nach seinem Sieg über 800 Meter noch Gold über 1500 und Bronze über 400 Meter Freistil nachgelegt. Der Olympia-Traum ist für den 19-Jährigen von Waspo 98 Hannover trotzdem geplatzt.

Anzeige

Nur rund fünf Minuten sind Angelina Köhler zwischen den beiden Endläufen geblieben. Eine ex­trem kurze Zeit, um sich zu erholen. „Aber ich bin das gewohnt, ich trainiere das, und es macht mir auch Spaß“, sagt die Schwimmerin von Hannover 96. Nach dem Titel über 100 Meter Schmetterling gewann sie in Berlin auch noch über die 50 Meter und holte obendrein Silber über 50 Meter Freistil. Und das, obwohl sie fast zweieinhalb Wochen wegen einer Corona-Infektion ausgebremst war. Es drängt sich die Frage auf, ob sie nicht für Tokio nachnominiert werden müsste.

Anzeige

Köhler mag das nicht kommentieren, wenngleich „sie sich schon Klarheit wünschen würde, wie es nun weitergeht. Es bleibt alles im Dunkeln.“ Bis Ende des Monats soll das Schwimm-Olympiateam stehen. Beim entscheidenden Qualifikationswettkampf für die Spiele war die 20-Jährige noch in Quarantäne – die Norm des Weltverbandes Fina hatte sie allerdings schon beim Weltcup 2019 in Schweden geschafft.

Mehr Berichte aus der Region

Der DSV forderte aber einen aktuelleren Nachweis der Form, den Köhler wegen Corona nicht erbringen konnte. „Es ist einfach super unglücklich gelaufen“, so Köhler, die nicht mehr mit einer Nachnominierung, beispielsweise zur Staffelabsicherung, rechnet. Die Essenerin Lisa Höpink fährt nach Tokio, mit ihr ist Köhler befreundet. „Ich gönne ihr das total, sie hat es verdient, ich bin nicht neidisch“, betont Köhler. Beide haben jedoch die vom DSV geforderten 57,90 Sekunden in diesem Jahr nicht gebracht.



"Aber das mit Tokio ist jetzt vorbei"

„Ich habe mit zwei Titeln gezeigt, dass es nicht zurück geht, sondern vorwärts. Ich war nur ausgebremst und konnte meine Leistung jetzt abrufen“, so Köhler. Über 50 Meter Schmetterling siegte sie in 26,84 Sekunden vor Höpink (26,99), über die 50 Meter Freistil teilte sich Köhler mit Hannah Küchler (Hamburg) in 25,31 Sekunden Rang zwei.

Ähnlich stark schwamm Sven Schwarz von Waspo 98 Hannover in Berlin – und auch er sattelte noch Medaillen obendrauf. Nach dem Titel über 800 Meter gewann er die 1500 Meter Freistil und erkämpfte über 400 Meter zum Abschluss Bronze.

„Ich habe gezeigt, dass ich das Potenzial habe. Aber das mit Tokio ist jetzt vorbei“, stellte der 19-Jährige strahlend fest. Über 1500 Meter lieferte sich Schwarz, der wie Köhler eine Corona-Infektion überstanden hat, einen Zweikampf mit Oliver Klemet (Wetzlar). In 15:09,31 Minuten hatte der frühere Wunstorfer vier Hundertstel Vorsprung. „Ich bin sehr, sehr zufrieden mit meinen Zeiten“, bekräftigte Schwarz.

Mehr Berichte aus der Region

Über 400 Meter schloss der Waspo-Athlet am Ende noch zum siegreichen Henning Mühlleitner (Neckarsulm/­3:48,39 Minuten) und Klemet (3:48,81) auf. In 3:50,00 gewann Schwarz seine erste DM-Medaille über diese Strecke. Das gab unter anderem Lob vom Bundestrainer Hannes Vitense – und vom DSV-Star Florian Wellbrock, der im Trainingslager war.

Wie Köhler wäre Schwarz olympiareif, er hatte die von der Fina veranschlagte Norm von 7:54,31 über 1500 Meter in 7:52,02 klar unterboten. „Es ist eben Pech“, so Schwarz. Ein echtes Trostpflaster seien die deutschen Titel nicht: „Olympia wäre einzigartig gewesen.“