15. November 2019 / 10:03 Uhr

Sven Thoß: Rückkehr unter schwierigen Bedingungen

Sven Thoß: Rückkehr unter schwierigen Bedingungen

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Organisator Sven Thoß.
Sven Thoß pflegt noch immer ein gutes Verhältnis zu seiner Heimatstadt Potsdam. Seit 24 Jahren organisiert er beispielsweise das Potsdamer Hallenmasters. Am Sonntag kehrt er mit seinem neuen Verein zurück. © Benjamin Feller/Archivbild
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2. Frauen-Bundesliga: Trainer Sven Thoß gastiert mit dem BV Cloppenburg in der 2. Frauen-Bundesliga bei der Reserve des 1. FFC Turbine Potsdam.

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Besondere Auswärtspartie für Trainer Sven Thoß: Der 53-jährige gebürtige Potsdamer gastiert mit seinen Zweitliga-Fußballerinnen vom BV Cloppenburg am Sonntag (11 Uhr, Sportforum Waldstadt) bei der zweiten Mannschaft des 1. FFC Turbine Potsdam, die er von 1997 bis 2004 parallel zu seiner Co-Trainer-Tätigkeit bei der ersten Mannschaft unter Bernd Schröder betreute.

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Zudem besucht er seine Heimatstadt wenn es die Zeit zulässt noch immer regelmäßig, war so am vergangenen Wochenende etwa als Zuschauer bei den Regionalliga-Fußballern des SV Babelsberg 03, den Bundesliga-Volleyballerinnen vom SC Potsdam und den Drittliga-Handballern vom 1. VfL Potsdam zu sehen. „Natürlich ist es für mich kein Spiel wie jedes andere“, gibt Thoß zu, der den aktuellen Reserve-Coach Thomas Kandler noch aus Studienzeiten an der Universität in Potsdam kennt. „Wir sind in der Vergangenheit aber immer mal wieder aufeinander getroffen“, sagt Kandler und erinnert sich an Spiele gegen Thoß als Coach bei Tennis Borussia Berlin, dem 1. FC Lok Leipzig und Blau-Weiss Hohen Neuendorf.

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Sportlich gesehen empfängt am Sonntagvormittag der Tabellenachte aus der Landeshauptstadt (zwölf Punkte nach zehn Saisonspielen) das Schlusslicht aus Niedersachsen (acht). „Beide Mannschaften brauchen unbedingt Zähler gegen den Abstieg. Wir hatten nach einem ordentlichen Saisonstart eine Schwächephase und hoffen, dass wir diese mit dem 5:1-Erfolg über Andernach beenden konnten und unsere Leichtigkeit wieder finden“, stellt Kandler klar, während A-Lizenz-Inhaber Thoß ein Duell „zweier Teams auf Augenhöhe erwartet“.

Die Situation beim BV Cloppenburg ist derweil nicht nur aufgrund des letzten Tabellenplatzes, der am Saisonende den Abstieg in die Regionalliga bedeuten würde, alles andere als leicht. „Der Verein befindet sich in einer sehr angespannten finanziellen Lage und wir müssen mit einem Mini-Kader zurechtkommen – da wiegt jeder Ausfall schwer und leistungsmindernd“, sagt Thoß, der nach einem Jahr als Nachwuchstrainer an einer Berufsschule in China im vergangenen Sommer beim Frauen-Zweitligisten anheuerte. „Ich hätte damals nicht unbedingt erwartet, dass es mich wieder in den Frauenbereich verschlägt, aber das hat sich so ergeben und ist für mich ja auch kein Neuland.“

In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß.

In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß seit 1997. Zur Galerie
In Bildern: Die Trainerstationen von Sven Thoß seit 1997. ©

Die Abgänge von der ehemaligen Potsdamerin Daniela Löwenberg (schwanger) und Lisa Josten (Weltreise) wiegen daher doppelt schwer. Beim jüngsten 2:2 gegen Ligaprimus Werder Bremen, gegen den die Potsdamer Reserve deutlich mit 1:8 unterlegen war, ließ die Thoß-Truppe aber aufhorchen. „Wir haben auch gegen den Tabellenzweiten SV Meppen unentschieden gespielt. Gegen die Top-Teams haben wir bislang ganz gut ausgesehen, uns dafür gegen die aus der unteren Tabellenregion aber schwer getan“, weiß Thoß, der seine Frauen vier Mal in der Woche auf den Trainingsplatz bittet.

Vor dem Gastspiel, bei der es aus Cloppenburger Sicht vor allem auf Turbine-Torjägerin Laura Lindner (neun Treffer) aufzupassen gilt, in Potsdam-Waldstadt reisen er und seine Spielerinnen bereits am Samstag an und übernachten vor der Begegnung in Kleinmachnow. „Dann werden wir gucken, was am Sonntag für uns drin ist“, sagt Thoß und freut sich trotz aller sportlicher Bedeutung des Spiels auf das Wiedersehen mit dem Ex-Club und ehemaligen Weggefährten.