10. Oktober 2020 / 10:57 Uhr

HSV-Torwart Sven Ulreich über seinen Abschied vom FC Bayern: "Es gab Tage, an denen es schwer war"

HSV-Torwart Sven Ulreich über seinen Abschied vom FC Bayern: "Es gab Tage, an denen es schwer war"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Torrwart Sven Ulreich wechselte in der Schlussphase des abgelaufenen Transferfensters vom FC Bayern zum Hamburger SV.
Torrwart Sven Ulreich wechselte in der Schlussphase des abgelaufenen Transferfensters vom FC Bayern zum Hamburger SV. © imago images/Michael Schwarz
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Nach fünf Jahren beim Rekordmeister FC Bayern München ist Sven Ulreich von der Isar an die Elbe gewechselt. Beim HSV möchte sich der ehemalige Vertreter von Manuel Neuer in den Dienst der Mannschaft stellen, wie er im Interview mit "Sport1" verraten hat.

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In den vergangenen fünf Jahren feierte Sven Ulreich mit dem FC Bayern fünf deutsche Meisterschaften, reckte dreimal den DFB-Pokal in die Höhe und wurde im August sogar Champions-League-Sieger. In der Bundesliga stand er in dieser Zeit allerdings nur 45-mal zwischen den Pfosten, weil es für ihn kein Vorbeikommen an Stammkeeper Manuel Neuer gab. Wenn Ulreich spielte, machte er seine Sache größtenteils sehr gut. Seine mit Abstand meisten Ligaspiele in der Beletage absolvierte der Torwart zuvor beim VfB Stuttgart, für die er 176-mal den Kasten hütete.

Um endlich wieder mehr Einsatzzeiten zu erhalten, hat sich der inzwischen 32-Jährige kurz vor dem Ende der Transferperiode für den vermeintlichen Rückschritt Schritt in die 2. Bundesliga entschieden, der für Ulreich jedoch "kein Rückschritt" ist, wie er nach seinem Wechsel zum Hamburger SV nun im Sport1-Interview versichert hat: "Ich kann mich hier weiterentwickeln und will helfen, unsere Ziele zu erreichen. Hier herrscht ein gutes Klima und die Spieler wissen, um was es geht." Dennoch sei ihm klar, dass der Klub hart arbeiten müsse. "In der zweiten Liga bekommen wir nichts geschenkt", weiß der Mann, der mit dem Unterhaus des deutschen Fußball in den vergangenen Jahren in Diensten des Rekordmeisters nichts zu tun hatte.

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Ulreich wollte nicht "noch ein Jahr auf der Bank sitzen"

Die Entscheidung für den Abschied aus München hat Ulreich selbst getroffen, der Wechsel wurde ihm demnach nicht von seinem ehemaligen Klub nahegelegt. "Ich wollte gehen. Die Bayern haben mit Alexander Nübel einen Torwart verpflichtet, der für die Zukunft eingeplant ist", erklärt der gebürtige Schorndorfer. Allerdings habe er München unabhängig von dem Wechsel des Ex-Schalkers den Rücken gekehrt: "Ich hätte mich nicht damit zufriedengegeben, noch ein Jahr auf der Bank zu sitzen und nicht regelmäßig Spiele zu bekommen", so Ulreich. Er gibt zu, dass seine Reservisten-Rolle nicht immer leicht war: "Ja, es gab Tage, an denen es schwer war."

Doch warum geht ein Torwart, der noch im Juni 2019 von Joachim Löw in die Nationalmannschaft berufen worden war, ausgerechnet in die 2. Liga? Letztendlich haben den Keeper der Verein und die Hansestadt überzeugt. "Hamburg war für mich schon immer ein Hingucker", gesteht der Schlussmann. Zudem seien die Gespräche mit Sportdirektor Michael Mutzel und Vorstand Sport Jonas Boldt super gewesen. Er sei sofort von dem Projekt HSV überzeugt gewesen. Ulreich: "Die Spielidee von unserem Cheftrainer Daniel Thioune hat mich überzeugt."

Ex-Bayern-Torwart will sich beim HSV in den Dienst der Mannschaft stellen

Als Star der 2. Bundesliga sieht sich der Ex-Bayern-Torwart derweil nicht, da er ohnehin keine Starallüren habe: "Ich möchte hier einfach spielen und erfolgreich sein. Mag sein, dass man anders hinschaut, wenn einer vom FC Bayern kommt. Das will ich aber gar nicht. Ich bin sehr zurückhaltend und stelle mich in den Dienst der Mannschaft." Dennoch hatte Ulreich bereits nach seiner ersten offiziellen Trainingseinheit am Mittwoch keinen Hehl daraus gemacht, die Nummer eins im HSV-Tor ins Visier zu nehmen.