01. November 2020 / 17:47 Uhr

SVG Göttingen: Frustrierende 0:2-Heimniederlage gegen MTV Gifhorn

SVG Göttingen: Frustrierende 0:2-Heimniederlage gegen MTV Gifhorn

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Frustrierte SVGer können die Heimniederlage gegen Gifhorn nicht fassen.
Frustrierte SVGer können die Heimniederlage gegen Gifhorn nicht fassen. © Pförtner
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Die Misserfolgsserie des Fußball-Oberligisten SVG Göttingen hält an: Gegen den MTV Gifhorn setzte es beim 0:2 (0:1) im Krüger Park am Sandweg die vierte Niederlage in Folge – dabei hätte der Gastgeber vor der Pause in Führung gehen müssen.

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Eine recht zuverlässige Fußballer-Weisheit lautet: Nutzt du vorn nicht deine Chancen, wirst du hinten dafür bestraft. Fußball-Oberligist SVG Göttingen ist in letzter Zeit öfter bestraft worden, eine regelrecht schmerzvolle Erfahrung war nun am Sonntag die 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den MTV Gifhorn, mithin die vierte Pflichtspielniederlage in Folge – eigentlich hätte der Aufsteiger aus Göttingen mit einer deutlichen Führung und nicht mit einem 0:1-Rückstand in die Pause gehen müssen.

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SVG Göttingen - MTV Gifhorn, Oberliga Niedersachsen 2020/21

SVG Göttingen - MTV Gifhorn, Oberliga Niedersachsen 2020/21 Zur Galerie
SVG Göttingen - MTV Gifhorn, Oberliga Niedersachsen 2020/21 © Pförtner

Es war das letzte Fußballspiel in der Region vor dem Lockdown am Montag, und angesichts des Inzidentswertes, der für Göttingen Ende der Woche die 50er-Marke überstiegen hatte, waren lediglich 100 Zuschauer erlaubt. Die Folge: Die ersten Besucher hatten sich im Hinblick auf den Anstoß um 14 Uhr bereits um 12.30 Uhr im Krüger Park am Sandweg eingefunden, später mussten zahlreiche Zuschauer abgewiesen werden. Und: Die SVG war ausverkauft – ein ungewohntes Gefühl am Sandweg.

Die SVG präsentierte sich gegen Gifhorn von den Rückschlägen der jüngeren Vergangenheit unbeeindruckt und setzte den Gast von Beginn an unter Druck. Der MTV stand recht kompakt und versuchte, mit Nadelstichen auf sich aufmerksam zu machen. Nach 20 Minuten begann die stärkste Phase des Gastgebers: Angeführt von einem enorm stark aufspielenden Lukas Presch, der für fast jede gefährliche SVG-Situation verantwortlich zeichnete, wurden Chancen im Minutentakt herausgespielt.

So setzte sich Presch auf links durch, und der Nachschuss von Nicolas Krenzek ging abgefälscht links vorbei (23.). Kurz darauf bediente Justin Taubert Ali Ismail, der besser selbst geschossen hätte, als Krenzek in Szene zu setzen (24.). Gifhorn stand unter Dauerdruck: Die Hereingabe von Steffen Doll erwischte Krenzek am kurzen Pfosten, doch der Ball ging rechts vorbei (28.).

Fünf Euro ins Phrasenschwein gibt es für den in dieser Phase ausgesprochenen Unkenruf des Zuschauers: „Wenn sich das nicht mal rächt!“ Blöd für die SVG, dass er Recht behalten sollte, und das noch vor der Pause: Erik Weinhauer, auffälligster Gifhorner Akteur, wurde kurz vor dem Strafraum in zentraler Position gefoult und traf selbst per Freistoß unten rechts – das 1:0 für Gifhorn (40.).

In der zweiten Hälfte zog sich Gifhorn logischerweise zurück und hatte bei Kontern mehrfach die Gelegenheit, die Führung auszubauen. Glück für die SVG, dass die Tempogegenstöße in der Regel miserabel zu Ende gespielt wurden. Die Sandweg-Elf wirkte zunehmend ratlos, Chancen waren kaum zu konstatieren, Erst in der Schlussphase wurde es noch mal brenzlig für Gifhorn, als der Gastgeber die Brechstange herausholte und Yannis Fischer (84.) und André Weide (86.) nach Standards das Aluminium trafen.

Die Entscheidung fiel, als ein Gifhorner Konter von Stephan Wolf zum 2:0 vollendet wurde (90.+2), auch wenn Justin Taubert kurz vor dem Schlusspfiff noch mal die Latte traf (90.+4). Die SVG verabschiedet sich mit einer Niederlage in den Lockdown, und Trainer Dennis Erkner konnte es nicht fassen: Der Lattenschuss von Taubert sei bezeichnend gewesen, „wir gewinnen 5:0 gegen Lupo und hatten nicht mehr Torchancen als heute. Das ist frustrierend“, sagte er.

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MTV-Trainer Michael Spies hätte sich gewünscht, dass sein Team in der zweiten Hälfte früher den Sack zumacht, und räumte ein, dass es nach der ersten Hälfte auch hätte 1:0 für die SVG heißen können. Am Ende blieb dem Gastgeber nur der Frust – und die Erkenntnis von Trainer Erkner, dass es in der Oberliga manchmal auch einfach um Glück geht. – Tore: 0:1 Weinhauer (40.), 0:2 Wolf (90.+2).