10. Oktober 2021 / 19:20 Uhr

SVG Göttingen muss am Ende gegen Arminia Hannover glücklich sein mit einem Punkt

SVG Göttingen muss am Ende gegen Arminia Hannover glücklich sein mit einem Punkt

Eduard Warda
Göttinger Tageblatt
Mathis Ernst (l.) im Laufduell mit Hannovers Andrew Owusu.
Mathis Ernst (l.) im Laufduell mit Hannovers Andrew Owusu. © Swen Pförtner
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Fußball-Oberligist SVG Göttingen hätte eigentlich einen Heimsieg verdient gehabt, musste am Ende aber glücklich über einen Punkt sein: Nach einem späten Rückstand gegen Arminia Hannover war es in der dritten Minute der Nachspielzeit Abwehrspieler Tomislav Relota, der zum 1:1 (0:0)-Endstand traf.

Einen Punkt gewonnen? Zwei Punkte verloren? So genau wussten das beide Trainer nicht, als die Partie der Fußball-Oberliga zwischen der SVG Göttingen und Arminia Hannover beim Stand von 1:1 (0:0) abgepfiffen wurde. Tatsache ist, dass die Begegnung vor 307 Zuschauern im Krüger-Park am Sandweg erst in der Schlussphase packend wurde – zunächst geriet der Gastgeber in der 87. Minute in Rückstand, dann drückte Abwehrspieler Tomislav Relota die Kugel in der dritten Minute der Nachspielzeit zum Ausgleich über die Arminia-Torlinie.

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Zu Beginn hatte SVG-Trainer Dennis Erkner „die besten ersten 25 Minuten“ seines Teams in der laufenden Saison gesehen, wie er nach der Partie in der Pressekonferenz berichtete. Was fehlte, war der Führungstreffer. Die Schwarz-Weißen, die sich realistisch betrachtet nur noch theoretische Hoffnungen auf die Meisterrunde der besten fünf Teams machen dürfen, hatten viel Ballbesitz, aber Zielstrebigkeit in der Offensive sieht auch anders aus.

SVG Göttingen und SV Arminia Hannover trennen sich 1:1 unentschieden. Zur Galerie
SVG Göttingen und SV Arminia Hannover trennen sich 1:1 unentschieden. © Swen Pförtner

Chancen gab es in den letzten zehn Minuten vor der Pause, als ein blitzgescheiter Heber von SVG-Neuzugang Hüseyin-Serdar Deliduman vom zurückeilenden Arminia-Keeper Vjaceslavs Serdcevs, der nicht immer einen sicheren Eindruck machte, gerade noch zur Ecke geklärt wurde (36.). Ein Schuss von Nicolas Krenzek im Anschluss an einen Eckball wurde von Vjaceslavs mit einer Hand entschärft (37.). Auf der anderen Seite musste sich Dennis Henze bei einer abgerutschten Flanke von Pino Ballerstedt ganz schön strecken (38.).

Aus der Kabine kam der Gastgeber dann mit neuem Tatendrang – Krenzek schickte Justin Taubert steil, doch Vjaceslavs war auf dem Posten (47.), ebenso drei Minuten später, als sich das Duell wiederholte. Arminia geriet nun unter Druck: Rechtsverteidiger Mathis Ernst, zusammen mit dem kompromisslosen, auf der Sechs spielenden Kapitän Amin Al Debek ein Aktivposten der Schwarz-Weißen, gab nach einem Arminia-Stellungsfehler eine Flanke hinein, aber Deliduman traf den Ball nicht richtig (56.). Die Gäste hätten sich nicht beschweren dürfen, hätten sie zu diesem Zeitpunkt zurückgelegen.

Erkner wechselte mit Ali Ismail und Julian Kratzert nach und nach weitere Offensivkräfte ein, doch verflachte die Partie zusehends – und es stellte sich ein ungutes Gefühl ein: Zum Verlauf des Nachmittags hätte die überraschende Führung der Arminen gut gepasst. Doch zunächst kam das laute Aufstöhnen der Zuschauer: Nach einem Eckball von Tilo Kopp schoss Kratzert aus fünf Metern den Torwart an (85.).

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Und natürlich kam es, wie es kommen musste: Luc-Elias Fender traf nach einem Freistoß und einer Kopfballablage zum 0:1, wobei es noch eine kurze Irritation gab, weil der Ball sofort heraussprang und einige SVGer ihn am Außennetz gesehen hatten (87.). Als Kratzert eine Ernst-Hereingabe an die Unterkante der Latte köpfte und Relota mit dem Ball ins Tor lief, gab es aber wenigstens noch den verdienten Ausgleich für den Gastgeber (90.+3).


Auch wenn er sich über den späten Ausgleich ärgere, sei er unterm Strich mit einem Punkt „total zufrieden“, sagte Armina-Co-Trainer Oliver Rothenburger. Erkner betonte: „Wir hätten es verdient gehabt, müssen es uns eben noch härter erarbeiten.“ Er habe aber einen Fortschritt gesehen – im Gegensatz zu einem Zuschauer, der bei der Pressekonferenz, die vor der Tribüne stattfand, lautstark seinen Unmut zum Ausdruck brachte. Abteilungsleiter Thorsten Tunkel sah sich genötigt zu betonen: „Wir sind absolut zufrieden mit Dennis Erkner.“ – Tore: 0:1 Fender (87.), 1:1 Relota (90.+3).

Von Eduard Warda