04. Mai 2021 / 15:13 Uhr

SVLG-Mittelblocker Paul Boock: "Wir waren durchgehend das stärkste Team"

SVLG-Mittelblocker Paul Boock: "Wir waren durchgehend das stärkste Team"

Marius Böttcher
Märkische Allgemeine Zeitung
Paul Boock mit Freundin Julia Nickel und dem gemeinsamen Sohn Moritz.
Paul Boock mit Freundin Julia Nickel und dem gemeinsamen Sohn Moritz. © Marius Böttcher
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Der 32-Jährige spricht über den positiven Corona-Test vor dem Moers-Spiel, seinen Verbleib und die Rolle des Gejagten.

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Nach den Heimspielen in der Granseer Dreifelderhalle fährt Paul Boock so gut wie nie in die eigenen vier Wände nach Berlin zurück. Das Restwochenende verbringt der 32-Jährige mit Freundin Julia und dem gemeinsamen Sohn Moritz (3) bei seinen Schwiegereltern in Menz – nur wenige Kilometer von der Heimspielstätte des SV Lindow-Gransee entfernt. Auch wegen dieser lokalen Komponente hängt der Mittelblocker, der seit der Saison 2015/16 das SVLG-Trikot trägt, ein weiteres Jahr dran.

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In ihrer sechsten Saison im Verein konnten Sie endlich den Titel holen. Ist das der Rahmen, den Sie sich für die Meisterfeier vorgestellt hatten?

Paul Boock: Natürlich wäre so etwas in der laufenden Saison und unter anderen Umständen viel schöner gewesen. Vor allem unsere Fans hätten es verdient gehabt, mit uns gemeinsam ausgelassen zu feiern. Ich bin dennoch stolz, dass wir das geschafft haben und ich Teil dieser Mannschaft sein darf.

In Bildern: Die Volleyballer des SV Lindow-Gransee feiern die Zweitliga-Meisterschaft.

Jubel in der Dreifelderhalle: Die Grün-Weißen erhalten unter Corona-Bedingungen ihre Medaillen und den Pokal für die zweite Zweitliga-Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. Zur Galerie
Jubel in der Dreifelderhalle: Die Grün-Weißen erhalten unter Corona-Bedingungen ihre Medaillen und den Pokal für die zweite Zweitliga-Meisterschaft in der Vereinsgeschichte. © Marius Böttcher

Steht der SV Lindow-Gransee in der Tabelle verdient ganz oben?

Ich finde schon, auch wenn dieses Hin und Her der letzten Wochen zwischen Moers, Lindow und der VBL einen bitteren Beigeschmack gibt. Moers hätte zum Nachholspiel gerne herkommen können, wir hätten uns dem gestellt. Aber letztlich haben wir die meisten Punkte und Sätze erspielt und waren durchgehend das stärkste Team.

Die Schlammschlacht mit dem Moerser SC begann, weil es in der Corona-Testreihe vor dem Spiel einen positiven Befund bei einem ihrer Mitspieler gab. Was ging Ihnen in diesem Moment durch den Kopf?

Da ich ja selbst getestet habe – ich bin auch Hygienebeauftragter auf meiner Arbeit – war das natürlich erst mal beunruhigend, weil man in diesem Zusammenhang vorher noch nie einen positiven Corona-Test hatte. Man hat dann auch einfach Sorge um die Gesundheit der Mitmenschen und der Familienangehörigen der Teamkollegen. Ich fand es anschließend sehr unseriös, was daraus gemacht wurde. Aus einer gesundheitlichen Eskapade wurde viel unseriöse Presse gemacht. Wir als Mannschaft haben uns komplett rausgehalten und nie intensiver eingemischt – das war richtig so.

"Kann mich zu 100 Prozent auf den Rückhalt meiner Familie verlassen"

Vor einem Jahr entschlossen Sie sich dazu, eine weiteres Jahr das grün-weiße Trikot zu tragen. Ist nun endgültig Schluss?

Es ist wie jedes Jahr: Ich habe mit dem Familienbeirat beschlossen, dass wir noch eine weitere Saison ranhängen. Ich bin körperlich fit und werde mich auch im Sommer auf die neue Saison vorbereiten. Ich kann mich zu 100 Prozent auf den Rückhalt meiner Familie verlassen und es ist das Schönste, dass ich meinen Sport und mein Hobby auch in diesen Zeit ausüben kann und weiß, dass Zuhause alles in Ordnung ist.

Ihr Sohn Moritz wuselt pausenlos durch die Halle. Reift da ein Volleyball-Talent heran?

Ich finde es schön, dass er sich sportlich interessiert, für was auch immer. Eine Vorgabe gibt es nicht, er mag einfach die Heimspiel-Atmosphäre und spielt gerne mit Bällen. Das kann man ihm auch nicht verübeln, wenn man mit sportbegeisterten Eltern aufwächst. Er kann in seiner Zukunft aber machen, was er will.

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Abschließende Frage: Kann der Meistertitel im nächsten Jahr wiederholt und dann gemeinsam mit den Fans gefeiert werden?

Ich denke, dass es einen kleinen Umbruch in der Mannschaft geben wird, die Ziele werden anders gestrickt sein. Die Motivation und der Ehrgeiz bleiben aber selbstverständlich hoch, zumal die Meisterschaft im Rücken pusht. Wir werden die Gejagten sein, können den eigenen Erwartungshorizont aber einen Tick runterschrauben und mit realistischen Zielen und einer neuen Truppe in die Saison starten.