05. Juli 2018 / 09:34 Uhr

Tabea Kemme beim FC Arsenal: Auf einen Plausch mit Jens Lehmann

Tabea Kemme beim FC Arsenal: Auf einen Plausch mit Jens Lehmann

Stephan Henke
Märkische Allgemeine Zeitung
Nach zwölf Jahren bei Turbine Potsdam trägt Tabea Kemme künftig das Trikot des FC Arsenal. 
Nach zwölf Jahren bei Turbine Potsdam trägt Tabea Kemme künftig das Trikot des FC Arsenal.  © Verein
Anzeige

Frauen-Fußball: Turbine-Urgestein wechselt nach England - Ex-Potsdamerinnen Lia Wälti und Lisa Evans spielen dort bereits.

Anzeige

Beim FC Arsenal wird auch deutsch gesprochen. „Bei meinem ersten Rundgang über das Trainingsgelände hat mich die Teammanagerin gefragt, ob ich mit Jens Lehmann sprechen möchte. Kaum hatte ich geantwortet, standen wir auch schon in seinem Büro. Das war super nett gewesen, man merkt, dass dort alle an einem Strang ziehen“, erzählt Tabea Kemme.

Anzeige

Ex-Nationaltorwart Lehmann arbeitet  inzwischen bei Arsenal und ab sofort auch Tabea Kemme. Die langjährige Turbine-Spielerin wechselt zum englischen Spitzenclub und spielt künftig in der Premier League. Das gab der Verein am MIttwoch bekannt.

Kemme, Bremer, Hegerberg: Diese Ex-Turbinen kicken im Ausland

Früher in Potsdam, jetzt in der weiten Welt: Diese ehemaligen Turbine-Spielerinnen sind inzwischen im Ausland aktiv. Zur Galerie
Früher in Potsdam, jetzt in der weiten Welt: Diese ehemaligen Turbine-Spielerinnen sind inzwischen im Ausland aktiv. ©

Kemme hatte schon im Februar angekündigt, dass sie ihren Vertrag bei Turbine nicht verlängern wird. „Dem Verein habe ich sogar schon im Januar gesagt, damit er frühzeitig planen kann“, sagt Kemme und ergänzt: „Das war eine rein persönliche Entscheidung, bei der ich die Priorität einfach nur auf mein Gefühl gelegt habe. Man hat ein Bauchgefühl und dem bin ich gefolgt.“

Hinzu kommt, dass sie zwei Spielerinnen von Arsenal bereits sehr gut kennt. Lisa Evans spielte drei Jahre für Potsdam ehe sie über Bayern München schließlich im vergangenen Sommer nach London wechselte. Und erst am Montag gaben die Engländer auch die Verpflichtung von Lia Wälti bekannt, die nach fünf Jahren bei den Turbinen, wo sie zuletzt auch Kapitänin war, ebenfalls ihren Vertrag nicht verlängert hatte.

Jetzt starten beide ein neues sportliches Kapitel in der englischen Hauptstadt. „Ich bin total zufrieden, es war gar nicht wirklich die Frage, ob ich es machen, sondern das war sofort klar, als ich Arsenal besucht hatte“, sagt Kemme. „Den Wunsch habe ich ja schon länger, dass ich über den Fußball gerne die Möglichkeit nutzen würde, im Ausland zu leben.“

Mehr Fußball aus Brandenburg

Auf dem Platz eingreifen wird sie allerdings frühestens ab September können, da sich die 26-Jährige nach ihrem Knorpelschaden im März weiterhin noch in der Reha befindet. „Bislang läuft die Reha super. Ich trainiere jetzt mit einem ganz anderen Bewusstsein, weil ich diese schwere Verletzung habe. Ich bin schon sehr guter Dinge, anfangs hieß es, dass es bis zu neun Monate dauern könnte“, sagt Tabea Kemme zu ihrem derzeitigen Reha-Plan.

Der Umzug in die Millionen-Metropole ist schon vollzogen, wobei ihr neues Zuhause sie an ihren alten Wohnort Potsdam erinnert. „Die Spielerinnen wohnen generell im Stadtrandgebiet, ganz in der Nähe des Trainingsgeländes. Man kann es sich ein bisschen so vorstellen wie im Verhältnis Potsdam und Berlin, wir wohnen ein bisschen außerhalb des Trubels“, erzählt Kemme.

Und auch ihr geliebter VW Bus soll bald den Weg in den britischen Linksverkehr finden. „Aber dafür muss ich erst noch eine Garage finden. Aber der muss auf jeden Fall mit“, erzählt die Olympiasiegerin von 2016, die insgesamt zwölf Jahre bei Turbine gespielt hat. Und ein bisschen Potsdam-Feeling hat sie noch im Urlaub: Bis zum Trainingsstart am 11. Juli fährt die Nationalstürmerin noch mit ein paar Spielerinnen von Turbine in den Süden.