21. April 2021 / 13:23 Uhr

Tabea Kemme über Turbine-Kandidatur: "Es geht mir nicht um Macht"

Tabea Kemme über Turbine-Kandidatur: "Es geht mir nicht um Macht"

Christoph Brandhorst
Märkische Allgemeine Zeitung
Deutschland, Sandhausen, BWT-Stadion am Hardtwald, 04.07.2017, Fussball - Frauen - Testspiel - Deutschland - Brasilien Bild: Die Frauen der deutschen Nationalmannschaft bedanken sich bei den Fans v. lk. Svenja Huth (Deutschland, 19), Kirstin Demann (Deutschland, 6), Sara Doorsoun (Deutschland, 15), Anja Mittag (Deutschland, 11), Josephine Henning (Deutschland, 2), Linda Dallmann (Deutschland, 16), Tabea Kemme (Deutschland, 22) und Lina Magull (Deutschland, 20) Copyright: HMBxMedia/xHeikoxBecker

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Tabea Kemme (v.r.), Josephine Henning und Anja Mittag gemeinsam im Trikot der deutschen Nationalmannschaft. Jetzt plaudern sie miteinander im Podcast "Mittag's bei Henning". © imago/HMB-Media
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Im Podcast ihrer früheren Mitspielerinnen Anja Mittag und Josephine Henning plaudert die Ex-Nationalspielerin über ihre Präsidentschaftspläne bei Turbine Potsdam. Der DFB sei ihr dabei noch "eine Nummer zu weit" gewesen.

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Einen Monat nachdem bekannt wurde, dass sie auf der nächsten Mitgliederversammlung für das Amt der Präsidentin von Turbine Potsdam kandidieren werde, hat sich Tabea Kemme im Podcast "Mittag's bei Henning" von Anja Mittag und Josephine Henning zu ihrer Motivation und den Plänen bei ihrem langjährigen Club geäußert. "Ich habe eine ganz klare Vision, der ich voll nachgehe", sagte die 29-Jährige im Gespräch mit ihren früheren Mitspielerinnen aus gemeinsamen Turbine-Zeiten und der Nationalmannschaft. "Es geht mir nicht um Macht oder um die Position. Ich gehe voran und will die Leute mitnehmen."

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Dabei gab die 47-fache Nationalspielerin, die 2016 in Rio mit der deutschen Mannschaft und gemeinsam mit Mittag und Henning Olympiasiegerin wurde, auch zu, dass sie schon Gegenwind bei ihrem Vorhaben spüre. "Es werden nicht alle davon begeistert sein", sagte Tabea Kemme. Trotzdem habe sie sich in Potsdam schon mit vielen Beteiligten ausgetauscht - bis hin zum Platzwart. Sie wisse jetzt sogar, welche Düngermischung auf den Rasen kommt, erklärte sie lachend.

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Die Niedersächsin Tabea Kemme war 2006 auf die Potsdamer Sportschule gewechselt, schaffte unter Bernd Schröder den Sprung in die Bundesliga und gewann mit Turbine Potsdam vier Meistertitel und 2010 die Champions League. 2018 war sie nach England zum FC Arsenal gewechselt, konnte dort verletzungsbedingt aber nur wenige Spiele machen und beendete im Januar 2020 ihre aktive Karriere. Neben ihrer sportlichen Laufbahn hatte sie bei der Polizei Brandenburg ein Studium zur Polizeikommissarin absolviert. "Es war eine der größten Sorgen meines Dienstherren, dass ich kündige, wenn ich Präsidentin bei Turbine werden sollte", plauderte Tabea Kemme im Podcast. Sie habe dann erst erklären müssen, dass das Präsidentenamt in einem Verein ein ehrenamtlicher Posten sei.

Potsdam sei fußballfasziniert, so Kemme. "Aber in den letzten fünf bis zehn Jahren ist ein enormer Schub passiert, da muss man mitgehen", erklärte sie. In England habe sie gesehen, wie Professionalisierung laufen kann. Diese Erfahrungswerte wolle sie nun bei Turbine einbringen. Dabei habe es vorher auch zum DFB Kontakt gegeben. "Aber das war mir noch eine Nummer zu weit. Ich sehe die Problematik vielmehr lokal, hier in Potsdam", sagte Kemme, die sich aktuell in Portugal befindet und sich per Videoschalte für den Podcast mit den beiden anderen Ex-Nationalspielerinnen verbunden hatte. "Als Identifikationsfigur des Vereins sehe ich mich in der Pflicht." Es gehe ihr aber nicht darum, im Alleingang "mächtige Entscheidungen" zu treffen. "Die Mitglieder sind das höchste Gut des Vereins", so Tabea Kemme.

Die frühere Fußballerin will auf der nächsten Mitgliederversammlung, deren Termin noch nicht offiziell bestätigt ist, gegen Präsident Rolf Kutzmutz antreten und einen Generationswechsel einleiten.