24. Oktober 2020 / 17:26 Uhr

Tabellenführung verteidigt! RB Leipzig aber mit viel Mühe beim 2:1 gegen Hertha

Tabellenführung verteidigt! RB Leipzig aber mit viel Mühe beim 2:1 gegen Hertha

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Dayot Upamecano freut sich über seinen Treffer zum 1:0.
Dayot Upamecano freut sich über seinen Treffer zum 1:0. © Getty Images
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Es war ein hartes Stück Arbeit, aber dann doch ein erfolgreiches. 2:1 (1:1) gewinnt RB Leipzig gegen Hertha BSC dank Toren von Dayot Upamecano und Marcel Sabitzer. Die Messestädter verteidigen damit die Tabellenführung.

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Leipzig. Zum vierten Mal bleibt RB Leipzig in dieser Saison in einem Heimspiel ungeschlagen. Gegen die fast 45 Minuten nur zu zehnt spielende Hertha aus Berlin holen die Roten Bullen nach einem Spiel auf Augenhöhe einen 2:1-Sieg (1:1). Die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann grüßt so eine weitere Woche vom ersten Tabellenplatz der Bundesliga. Außerdem schreiben die Bullen mit dem Sieg ein Stück Vereinsgeschichte: Erstmals feiern sie in den ersten drei Liga-Heimspielen der Saison drei Siege.

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Hertha geht in Führung

Dabei lässt der Bullen-Coach gegen die Alte Dame drei Neuzugänge von Anfang an auflaufen. Darunter Alexander Sörloth in der Spitze und Justin Kluivert zu seiner Rechten. Da sich Tyler Adams beim Abschlusstraining eine Innenandreizung zugezogen hatte, positionierte Trainer Nagelsmann Benjamin Henrichs zusammen mit Kevin Kampl auf der Sechs. Für den wegen eines Trauerfalls fehlenden Marcel Halstenberg begann Nordi Mukiele. Auf der Position des jüngst operierten Lukas Klostermann stand Willi Orban auf dem Rasen.

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Ein hartes Stück Arbeit für RB Leipzig: Dank eines Elfmeter-Treffers von Marcel Sabitzer gewannen die Jungs von Julian Nagelsmann mit 2:1 gegen Hertha BSC. Zur Galerie
Ein hartes Stück Arbeit für RB Leipzig: Dank eines Elfmeter-Treffers von Marcel Sabitzer gewannen die Jungs von Julian Nagelsmann mit 2:1 gegen Hertha BSC. ©

Beide Teams kommen gut in die Partie. In der siebten Spielminute hat Kluivert die erste Chance für RB. Herthas Schlussmann Schwolow kann den Ball gerade noch mit den Fingerspitzen am langen Pfosten vorbei leiten. Eine Minute später folgt die Strafe für die ungenutzte Chance: Die Hertha kontert blitzschnell, Jhon Corodoba ist weit vorne, nimmt den Ball mit und knallt ihn für Peter Gulacsi unhaltbar ins Netz. 0:1-Rückstand für die Bullen.

Wenige Minuten später kommt nach einem Foul und folgendem Freistoß aber die Erlösung: Christopher Nkunku flankt aus der Freistoßposition in den Strafraum direkt auf Orbans Kopf. Der kann den Ball zwar nur gegen die Latte knallen lassen. Den Abpraller holt sich aber Dayot Upamecano und schiebt die Kugel an Schwolow vorbei zum 1:1-Ausgleich in die Maschen. Durchatmen. Alles auf null.

Reichlich Leipziger Fehlpässe

Kontern können die Fußballer aus der Hauptstadt. Das beweisen sie auch in der 14. Minute, als Dodi Lukebakio den Ball ähnlich wie zuvor Cordoba in Richtung RB-Tor mitnimmt. Upamecano kann sich diesmal aber dazwischen stellen, und zwar mit vollem Körpereinsatz. Herthas Stürmer bekommt das Knie des Leipziger Abwehrspielers ab, bleibt liegen, muss behandelt werden.

Die Roten Bullen produzieren ungewöhnlich viele Fehlpässe. Hertha zeigt sich dadurch beflügelt etwas bissiger. Es wird deutlich, dass das Angriffstrio Forsberg-Sörloth-Kluivert noch einen gewissen Abstimmungsbedarf hat. Vor allem der Norweger findet nicht wirklich ins Spiel. Aber auch die Berliner erlauben sich einige technische Fehler.

Nach etwa einer halben Stunde hat Emil Forsberg eine Chance, schießt den Ball aber zu harmlos in Richtung des gegnerischen Kastens: Schwolow greift sich problemlos die Pille. Kurz vor dem Halbzeitpfiff macht der Schwede dort weiter, wo er in der 31. Minute aufgehört hatte: Eine Flanke von Nkunku ist in der 41. Spielminute etwas zu scharf und Forsberg kann sie nicht richtig annehmen. Zwei Minuten später schießt er nach Vorlage von Sörloth den Ball übers Tor. Auch Kevin Kampl versucht sich an einem Torschuss, doch auch der geht über den Kasten. Vor der Pause ist RB Leipzig wieder deutlich stabiler unterwegs.

Sabitzer trifft vom Punkt

In der zweiten Hälfte beginnen die Hausherren ohne Wechsel. Labbadia bringt Deyovaisio Zeefuik für Peter Pekarik. Der sieht nach einem Foul an Kampl in der 47. Minute die gelbe Karte. Knappe vier Minuten später fegt er Christopher Nkunku an der Seitenlinie von den Füßen und sieht erneut Gelb - kurzer Einsatz für den Niederländer. Die Berliner müssen nun fast die komplette zweite Halbzeit mit einem Mann weniger spielen. Wo sich Schiedsrichter Steiler in der ersten Hälfte eher sparsam mit den Karten gezeigt hatte, verteilt er sie nun mehr als großzügig. In der 49. Minuten bekommt auch Upamecan eine gelbe.

Nach 65 Spielminuten wechselt Nagelsmann sukzessive doppelt: Forsberg und Kluivert machen Platz für Yussuf Poulsen und Dani Olmo. Schon eine Minute später hat der Däne nach einer Flanke von Angelino seine erste Chance, kann den Ball aber nur übers Tor köpfen. Zwei Minuten später humpelt Mukiele an die Seitenlinie, muss behandelt werden und meldet sich ab. Für ihn kommt Marcel Sabitzer. Kaum fünf Minuten später knallt der Kapitän einen Hammerball in Richtung Hertha-Tor, kann aber nur eine Ecke rausholen, die jedoch nicht ordentlich verwertet wird.

In der 76. Minute holt Herthas Jhon Cordoba Leipzigs Willi Orban im Strafraum von den Füßen: Elfmeter. Sabitzer schießt, trifft locker in die rechte untere Ecke – 2:1. In den letzten Minuten der Partie haben die Roten Bullen noch weitere Chancen: Olmo, Poulsen, Sörloth und Nkunku schaffen es jedoch nicht, eine höhere Führung rauszuspielen. Dennoch ist das Ziel, das Coach Nagelsmann gesetzt hatte, erreicht: RB Leipzig holt den nächsten Sieg und die nächsten drei Punkte.