12. März 2016 / 17:20 Uhr

Tacklings zum rechten Zeitpunkt

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Timo Holloway
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B-Junioren des 1. SC 05 besiegen VfL Osnabrück mit 3:0

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"Das war ein Riesenschritt im Vergleich zum Hinspiel", betonte Nils Reutter, Trainer der B-Junioren des 1. SC 05, nach einem weiteren Sieg seines Teams in der Niedersachsenliga. Mit 3:0 (1:0) gewann der aktuelle Tabellendritte auf dem Kunstrasenplatz in Weende gegen die Gäste vom VfL Osnabrück.

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Auf die Siegerstraße gebracht wurden die Schwarz-Gelben durch eine defensiv starke Leistung - und durch Linksaußen Severin Kasimir. Der quirlige Angreifer bereitete zunächst den Führungstreffer exzellent vor: Er gewann einen Ball gegen den Osnabrücker Jan Müller und legte in die Mitte, wo Lennart Sieburg nur noch auf das leere Tor einschieben musste. Für das 2:0 (48.) sorgte Kasimir selbst: Nach einem Lattentreffer der Hausherren kam der Spieler mit der Rückennummer neun kurz vor dem Gäste-Tor an den Ball und drückte ihn im Fallen über die Linie. Kurz danach wurde der Doppel-Scorer Kasimir ausgewechselt.

Insgesamt spielte der 1. SC 05 eine taktisch wirklich ansehnliche Partie. Und die Schwarz-Gelben hatten mit Max Müller zudem einen Schlussmann, der in 80 Spielminuten nur ein einziges Mal zu wackeln drohte - bei einem Abstimmungsproblem nach einer guten Stunde. Womöglich der Schlüssel zum Sieg war aber die Tatsache, dass die Platzherren im defensiven Mittelfeld häufig Tacklings setzten, bevor es richtig brenzlig wurde. "Wir haben taktisch stark gespielt, keine Lücken reißen lassen - und hätten am Ende auch noch das vierte Tor machen können", bilanzierte Reutter, der mit dem Ergebnis betontermaßen jedoch sehr zufrieden war. 

Die größte Chance für die Gäste war ein Distanzschuss in der Anfangsphase, den 05-Keeper Müller jedoch an die Latte lenken konnte. In der Folge waren die 05er besser - mit Ausnahme einer Drangphase der Gäste unmittelbar nach der Pause.


Wenn man am Spiel der 05er überhaupt etwas kritisch sehen wollte, dann waren das Nuancen: Dass, erstens, bei Flügelwechseln die notwendigen Pässe mitunter nicht präzise genug gespielt wurden. Dass, zweitens, in der Offensive bisweilen die falsche Wahl zwischen "Abspiel" oder "Schuss" gefällt wurde. Und dass, drittens, das schnelle Anlaufen der Gegenspieler in Situationen des Pressings manchmal ein bisschen zu spekulativ wirkte.

Nelson da Costa, Trainer des VfL Osnabrück, hatte da schon weitaus größere Sorgen: Er trauerte vor allem dem individuellen Fehler nach, der zum 0:1-Rückstand führte. "Aber auch das 0:2 ist natürlich nicht förderlich gewesen. Die Gegentreffer haben uns heute zu Umstellungen gezwungen", bilanzierte Costa, der sich früher als gewollt genötigt sah, auf Dreierkette umzustellen.

Nach dieser Umstellung waren es in der Schlussphase aber vor allem die 05er, die weitere Chancen generierten. Zweimal scheiterte Tom Bornemann von halbrechts im Eins-gegen-Eins am Osnabrücker Keeper (61./65.). Und Luca Bock war nach einer Ecke des eingewechselten Kürsat Akcay selbst am überraschtesten darüber, dass er im Fünfmeterraum so frei an den Ball kommen konnte (64.).

Kurz vor dem Schlusspfiff war es Jannis Wenzel vorbehalten, den Treffer zum Endstand zu markieren: Er ließ im gegnerischen Strafraum zwei Gegenspieler stehen wie Slalomstangen und versenkte sicher unten links (79.).

Der Göttinger Aufsteiger hat den neunten Sieg im 15. Saisonspiel eingefahren - und sich kürzlich stark entwickelt, findet Coach Reutter. Er betrachtet die 1:6-Heimniederlage gegen JFV Heeslingen vor zwei Wochen alles andere als negativ: "Wir haben so viel daraus gelernt", sagt er, das Team habe "einen Riesenprozess" durchlebt. Eine Einschätzung, die im 5:0-Sieg in Lüneburg am vergangenen Wochenende sowie im heutigen 3:0-Erfolg zweifellos Bestätigung findet...