17. September 2018 / 08:55 Uhr

„Tag zum Ärgern“: Hannover 96 tappt bei RB Leipzig in die Tempo-Falle

„Tag zum Ärgern“: Hannover 96 tappt bei RB Leipzig in die Tempo-Falle

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Timo Werner (hinten) erzielte zwei Treffer im Spiel gegen Hannover 96.
Timo Werner (hinten) erzielte zwei Treffer im Spiel gegen Hannover 96. © dpa
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Nach der Niederlage im rasanten Spiel bei RB Leipzig hadern Horst Heldt und André Breitenreiter mit dem Spielverlauf. Martin Kind sprach von einer vermeidbaren Niederlage, bei der die Mannschaft ihre Chancen nicht genutzt habe.

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Bei den ausgewiesenen Taktik-Füchsen war es ja auch genau so zu erwarten. „Es war ein bisschen wie Schach“, erklärte Ralf Rangnick das Spiel seiner Leipziger gegen 96. Fünfmal hatte Rangnick nach eigenen – schwer zu überprüfenden – Angaben um­gestellt, der Kollege André Breitenreiter danach dreimal, „von Vierer- auf Fünferkette, mal bei eigenem, mal bei gegnerischem Ballbesitz“, meinte Rangnick. Au­ßerordentlich erfreulich allerdings für die Zuschauer – es war kein kühles Taktik-Ballgeschiebe, sondern ein heißes Spektakel. Blitzschach, bei dem die Torszenen schneller wechselten als die Trainer ihre Abwehrketten.

Bilder vom Spiel der Bundesliga zwischen RB Leipzig und Hannover 96

96-Spieler Kevin Wimmer (rechts) kommt im Zweikampf gegen Leipzigs Timo Werner (links) zu spät. Zur Galerie
96-Spieler Kevin Wimmer (rechts) kommt im Zweikampf gegen Leipzigs Timo Werner (links) zu spät. ©
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​„Wir sind in die Falle getappt“

Für den 96-Manager war es aber vor allem „ein Tag zum Ärgern“. Horst Heldt kühlte auch nach dem Abpfiff kaum ab: „Wir hätten nicht verlieren müssen, das tut weh. Leipzig hat nicht gewonnen, weil sie uns niedergespielt haben.“ Heldt sah „gute Chancen, beim Stand von 1:1 in Führung zu gehen“, vergeben hat sie Takuma Asano. Und der Manager ärgerte sich über „Ballverluste, die tödlich sind gegen so eine Mannschaft“, wie den von Asano vor dem 1:2.

Das sind genau die Situationen, auf die Leipzig wartet. „Wir sind in die Falle getappt“, gab Breitenreiter zu und erläuterte, dass 96 das Spiel nicht durchs Zentrum eröffnen wollte, sondern über die Au­ßen. Denn in der Mitte lauert die Gefahr, „da geht’s ratzfatz“, sagte der 96-Trainer. Ballverlust, und schon können die 96-Spieler den Timo Werners und Emil Forsbergs nur noch hinterherschauen.

In diesen Statistiken zählt Hannover 96 zu den besten Teams der Liga

Laufdistanz: Die Spieler von Hannover 96 haben die meisten Kilometer aller Spieler in der bisherigen Saison gelaufen. Ganze 366,6 Kilometer liefen die 96er in drei Spielen. Auf Platz zwei und drei folgen Borussia Dortmund (363) und Borussia Mönchengladbach (362,3). Zur Galerie
Laufdistanz: Die Spieler von Hannover 96 haben die meisten Kilometer aller Spieler in der bisherigen Saison gelaufen. Ganze 366,6 Kilometer liefen die 96er in drei Spielen. Auf Platz zwei und drei folgen Borussia Dortmund (363) und Borussia Mönchengladbach (362,3). ©

Breitenreiter lobt RB

„Wir habe die Gegentore zu einfach zugelassen“, so Breitenreiter. Er lobte aber auch das „klasse Umschaltspiel mit enormer Ge­schwindigkeit“ der Roten Bullen. Mit vielen Spielern hinten wollte 96 die Kontersituationen auffangen, das missglückte vor allem in der ersten Hälfte.

„RB ist zurück zu den Wurzeln“, meinte Breitenreiter. Leipzig überließ 96 die Kugel, 68 Prozent Ballbesitz des Gegners passten Rangnick ins Konzept. „Wer zu viel Ballbesitz hat, verliert“, weiß Heldt.

Eine eigentliche 96-Stärke war in Leipzig jedoch keine: Aus zwölf Eckbällen machte 96 kein Tor, der Standard-Zauberfuß von Pirmin Schwegler klemmte. Zwei gute Kopfballchancen von Walace und in der Schlussoffensive von Waldemar Anton kamen nur dabei heraus.

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„Die Niederlage war vermeidbar“, meinte 96-Chef Martin Kind, „die Mannschaft hat ihre Chancen nicht genutzt, ein Unentschieden wäre schön gewesen.“ Kind ist aber „wichtig, dass die Mannschaft einen stabilen Eindruck macht“. Auch Rangnick findet, „Hannover hat sich top entwickelt in den letzten zwei Jahren, da kann nur den Hut ziehen“.

Breitenreiter sieht seine Mannschaft „nach dem komplizierten Auftaktprogramm in der Lage, gegen jeden Gegner mitzuhalten. Es sind Kleinigkeiten, die den Unterschied ausmachen.“ Wie die Entscheidung im Kölner Videokeller, nach dem Handspiel von Leipzigs Kapitän Willi Orban nicht einzugreifen. Schiedsrichter Robert Kampka sah sich in der Halbzeit die TV-Bilder an und gab gegenüber Heldt zu, „den hätte man geben können“. 96 war jedoch so beim Video-Geschachere schachmattgesetzt.

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