01. Februar 2018 / 22:41 Uhr

Tagesspiegel: DFL verweigert Martin Kind die Übernahme von Hannover 96

Tagesspiegel: DFL verweigert Martin Kind die Übernahme von Hannover 96

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
96-Boss Martin Kind hat nach Rücksprache mit der DFL die Satzung angepasst.
Martin Kind droht im Streit um die Macht bei Hannover 96 eine Niederlage.
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50+1-Regel: Offenbar ist der Versuch von Martin Kind gescheitert, die komplette Macht bei Hannover 96 zu übernehmen. Das berichtet der Tagesspiegel.

Wie der Tagesspiegel berichtet, ist der Versuch von Martin Kind gescheitert, Hannover 96 komplett zu übernehmen. Das gehe aus einem internen Papier vor, das der Zeitung vorliegt.

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Mehr zu 50+1 und Hannover 96

Der Präsident von 96 wollte im seit Jahren andauernden Übernahmestreit für sich geltend machen, dass er 96 seit 20 Jahren signifikant unterstützt. Den Passus der DFB-Satzung, auf den Kind sich beruft, hatte der Unternehmer 2011 selbst erwirkt. Dann hätte eine Ausnahmeregelung der sonst in Deutschland geltenden 50+1-Regel gegriffen, wonach eine Übernahme vollzogen werden kann, sofern "ein Wirtschaftsunternehmen seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat".

Erfüllt Kind die Vorgaben?

Der Clou: Die DFL hat im Rundschreiben Nr. 30 im Bereich Recht DFL den Begriff "erheblich" definiert. Ein Investor müsse demnach über 20 Jahre lang stets dieselbe Summe in den Verein stecken wie der jeweilige Hauptsponsor. Das ist der Streitpunkt: Hat er? Oder hat er nicht? Martin Kind sagt: ja. Die DFL laut Tagesspiegel nun offenbar: nein. Somit wäre eine Übernahme seitens des 73-Jährigen nicht rechtens.

Die Bild hatte bereits am 15. Januar berichtet, dass Martin Kind im Streit um die Übernahme eine Schlappe zu erwarten habe. Die DFL wollte sich eigentlich bis zum 31. Dezember 2017 entschieden haben. Im Falle einer Niederlage hat Kind schon angekündigt, den Rechtsweg bestreiten zu wollen.

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Bilder zur Demo der 96-Fans gegen die Übernahmepläne von Martin Kind (Januar 2018):

Bilder zur Demo der 96-Fans gegen die Übernahmepläne von Martin Kind. Zur Galerie
Bilder zur Demo der 96-Fans gegen die Übernahmepläne von Martin Kind. ©
Mehr zur Entscheidung der DFL

Hannover 96 reagiert überrascht

In einer Pressemitteilung nimmt Hannover 96 Stellung zu den Gerüchten über die vermeintlich bereits getroffene Entscheidung der DFL: "Hannover 96 hat mit Überraschung Presseberichte über eine angeblich schon getroffene Entscheidung der Deutschen Fußball Liga (DFL) im Hinblick auf den Ausnahmeantrag zur 50+1 Regel zur Kenntnis genommen. Nach unserem Kenntnisstand wird die Entscheidung tatsächlich voraussichtlich erst nächste Woche getroffen werden. Wir bitten um Verständnis, dass wir Spekulationen nicht kommentieren."

"Nach unseren Informationen sind das Fake-News"

Auch Martin Kind äußerte sich zu den Spekulationen: "Nach unseren Informationen sind das Fake-News." "Wir bei 96 sind entspannt. Nach unserem Wissensstand ist keine Entscheidung gefallen. Wir gehen auch davon aus, dass wir vor den Medien informiert werden", so der 96-Präsident.

Nach Sportbuzzer-Informationen will die DFL in der ersten Februar-Woche über den Antrag von 96-Chef Martin Kind zur mehrheitlichen Übernahme von Hannover 96 entscheiden.

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