12. Februar 2020 / 08:08 Uhr

Talent-Trend bei Hannover 96: Verletzter Mick Gudra soll Profivertrag unterschreiben

Talent-Trend bei Hannover 96: Verletzter Mick Gudra soll Profivertrag unterschreiben

Dirk Tietenberg und Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
96-Talent Mick Gudra (links) spielte auch schon bei der U23 mit - hier gegen den SSV Jeddeloh.
96-Talent Mick Gudra (links) spielte auch schon bei der U23 mit - hier gegen den SSV Jeddeloh. © Debbie Jayne Kinsey
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Hannover 96 setzt wieder auf Talente. Nach dem Torschützen Simon Stehle (18) soll auch der verletzte Mick Gudra (19), der am Montag am Knie operiert wurde, einen Profivertrag erhalten. 96-Trainer Kocak will mit den jungen Spielern "Werte für den Verein zu schaffen".

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Was das 3:1 in Fürth wert war? Gold, für 96 und den 18 Jahre jungen Debüt-Torschützen Simon Stehle. Trainer Kenan Kocak lobte Stehle: „Hut ab und Respekt. Nicht nur wegen seines Tores, sondern auch, wie er das taktisch gemacht hat.“ 96 geht nun doch den Pfad der Jugend. Stehle soll nächste Woche Profi werden, mit Vertragsbindung bis 2022. „Es ist wichtig, solch jungen Spielern zum nächsten Schritt zu verhelfen und damit Werte für den Verein zu schaffen“, sagte Ko­cak. Aber nicht nur Stehle, sondern auch Mick Gudra soll seinen Wert bekommen.

Gudra war am Montag in Köln am gerissenen Kreuzband operiert worden. „Wir wollen ihm ein Zeichen geben“, sagt 96-Chef Martin Kind. „Die sportlicher Einschätzung ist so, dass er eine gute Perspektive bei uns hat.“

Simon Stehle mittendrin: Das sind die 25 jüngsten Torschützen in der Geschichte von Hannover 96

Platz 25: <b>Claus Brune (19 Jahre, 8 Monate)</b>: Mit seinem Tor am 31. Mai 1969 gegen den VfB Stuttgart schaffte es Claus Brune in die Rangliste der jüngsten Torschützen von Hannover 96. Bis heute ist er nicht aus den ersten 25 Plätzen gerutscht.  Zur Galerie
Platz 25: Claus Brune (19 Jahre, 8 Monate): Mit seinem Tor am 31. Mai 1969 gegen den VfB Stuttgart schaffte es Claus Brune in die Rangliste der jüngsten Torschützen von Hannover 96. Bis heute ist er nicht aus den ersten 25 Plätzen gerutscht.  ©

Ab Sommer bei den Profis

Die Verletzung im Training traf Gudra hart, das Kreuzband riss, aber das Knie erlitt keine weitere Schäden. Der Plan: Der 19-Jährige soll im Sommer bei den Profis die Vorbereitung wieder mitmachen. Vorher wird er Profi, während der Reha zahlt die gesetzliche Unfallversicherung (VBG). Kehrt Gudra gesund zurück, überweist 96 das Gehalt.

Die beiden Stürmer aus dem 96-Stall schossen zu­sam­men 22 Tore an 15 Spieltagen der U19-Bundesliga, Stehle 14, Gudra acht. Beide gehören zum Kader der deutschen U19-Junioren.

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<b>Ron-Robert Zieler</b>: Nach dem Patzer, der gegen Wiesbaden zuletzt den Sieg kostete, diesmal stark. Hält vor der Pause mehrfach die Führung mit Klasseparaden fest – und dann auch noch den Elfmeter von Hrgota. Note 1 Zur Galerie
Ron-Robert Zieler: Nach dem Patzer, der gegen Wiesbaden zuletzt den Sieg kostete, diesmal stark. Hält vor der Pause mehrfach die Führung mit Klasseparaden fest – und dann auch noch den Elfmeter von Hrgota. Note 1 ©

Stehle soll "einen ausgeben"

Der Trend zum Talent tat 96 schon in Fürth gut. Linton Maina (20), ebenfalls aus der eigenen Akademie, fiel als bester Feldspieler auf. Stehle nutzte Mainas Klasse-Vorarbeit zum 3:1. Mit Toren wachsen auch die Erwartungen. Stehle müsse nun „einen ausgeben“, sagte Torwart Ron-Robert Zieler: „Vielleicht hat er selbst eine Idee, wir beraten das mal im Mannschaftsrat.“

Die Runde wird Stehle schon in naher Zukunft schmeißen, allerdings erst mit selbst verdientem Geld, wenn er seinen ersten Profivertrag unterschrieben hat. 96 gibt Stehle und Gudra ein Einstiegsgehalt, weit unter dem Verdienstschnitt der 2. Liga, der etwa bei 400 000 Euro liegen soll. Aber Stehle und Gudra fangen ja auch gerade erst an.