01. Mai 2021 / 14:31 Uhr

Heißer Tanz, viele Emotionen: RB Leipzig zieht trotz turbulenter Woche ins DFB-Pokal-Finale ein

Heißer Tanz, viele Emotionen: RB Leipzig zieht trotz turbulenter Woche ins DFB-Pokal-Finale ein

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
BREMEN, GERMANY - APRIL 30: RB Leipzig players celebrate following their team's victory in the DFB Cup semi final match between Werder Bremen and RB Leipzig at Weserstadion on April 30, 2021 in Bremen, Germany. Sporting stadiums around Germany remain under strict restrictions due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in games being played behind closed doors. (Photo by Focke Strangmann - Pool/Getty Images)
Nach dem Sieg im DFB-Pokal-Halbfinale gegen den SV Werder Bremen fielen sich Spieler und Trainer von RB Leipzig um den Hals. © 2021 Getty Images
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Es war ein nervenaufreibendes Halbfinalspiel gegen den SV Werder Bremen, aber RB Leipzig konnte sich doch behaupten und zeigte damit, dass die turbulente Woche, die sie hinter sich haben, keinen Einfluss auf ihre Einstellung genommen hat. Nach der kräftezehrenden Partie kamen bei Spielern wie Trainer viele Emotionen hoch.

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Bremen. Ein packendes Duell wie es im Buche steht: Das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen RB Leipzig und dem SV Werder Bremen kostete Spieler, Trainer, Betreuer und Fans viele Nerven, denn es war bis zur letzten Sekunde ein umkämpftes Spiel. Nach dem erlösenden Abpfiff kamen bei allen Emotionen hoch. Bei den Bremern war es Enttäuschung und vor allem Traurigkeit. Bei RB Leipzig war es Euphorie pur, die Spieler fielen sich in die Arme, die Erleichterung über den 2:1-Sieg und den Einzug ins Finale sichtbar in ihren Gesichtern.

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Leipzigs Traum vom Pokal lebt weiter

„In der Verlängerung so spät ein Tor zu schießen ist immer sehr emotional“, weiß auch RB-Trainer Julian Nagelsmann. „Wenn man sich dann so um den Hals fällt, ist ein gutes Zeichen, dass man sich leiden kann und gerne zusammen gewinnt.“ Seinen Jungs konnte der Bullen-Coach nach dem Sieg nur ein Kompliment für ihre Leistung machen, insbesondere vor dem Hintergrund der turbulenten Woche, die die Roten Bullen hinter sich hatten. „Heute hat man gesehen, dass zwischen der Mannschaft und mir noch alles stimmt, dass die Nachrichten nichts mit dem Team gemacht haben. Sie haben bis zum Schluss unglaublich gefightet, haben alles reingehauen. Sie haben uns alle den Traum weiter leben lassen, den DFB-Pokal gewinnen zu können“, fand Nagelsmann nach dem Sieg selbst die doch sehr emotionalen Worte.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder aus der Partie

Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. Zur Galerie
Was für ein Finale! Emil Forsberg schießt RB Leipzig mit seinem Treffer in der 120.Minute ins DFB-Pokalfinale nach Berlin. ©

Der Sieg habe sich auch für ihn nach der ereignisreichen Woche sehr gut angefühlt. „Ohne jetzt irgendjemandem zu nahe treten zu wollen, denke ich, dass sich der eine oder der andere doch gefreut, wenn wir es nicht geschafft hätten. Sicherlich hätten einige gesagt ‚Das kommt jetzt davon, wenn sie so etwas zu dem Zeitpunkt bekannt gebenʻ. Ich finde es beeindruckend, wie die Jungs marschiert sind. Sie marschieren natürlich für sich, aber auch für das Trainerteam“, weiß der Coach.

Trainerwechsel nimmt keinen Einfluss auf die Mannschaft

Auch Emil Forsberg bestätigte nach der Partie: „Wir kämpfen für den Trainer, für die Mannschaft, für unsere Stadt und für die Fans.“ Dem scheidenden Coach, der sie in den vergangenen zwei Jahren sehr weit entwickelt hat, wollen sie einen Titel auf seinen weiteren Weg mitgeben. „Der Traum, den Pokal hochzuhalten, ist sehr groß. Wir haben einmal schon im Finale gegen den FC Bayern gespielt und verloren. Jetzt sind wir wieder dran und müssen alles geben und unbedingt gewinnen.“ Der Trainerwechsel habe nicht nur keinen Einfluss auf die Einstellung der Mannschaft genommen. Auch seine persönliche Zukunft sei dadurch nicht beeinflusst worden. „Ich mache mir darüber keine Gedanken und fokussiere mich auf den Fußball. Ich will einfach nur der Mannschaft helfen. Das ist das Einzige, was zählt.“

Der Schwede ließ auch durchblicken, wie es nach dem Spiel in der Kabine zuging: „Wir haben ein bisschen gefeiert. Wir sind alle sehr froh und sehr glücklich, dass wir weitergekommen sind und genießen es sehr.“ Auch Trainer Nagelsmann berichtete von der Stimmung: „Hee-chan hat ein bisschen getanzt für die Jungs. Das macht er ganz gut, muss ich sagen“, sagte der RB-Trainer schmunzelnd. Er habe selbst auch einige Worte sagen wollen, habe sich dann aber doch zurückgezogen. „Es gibt Momente, in denen du dich als Trainer nicht wichtiger nehmen solltest, als du bist. Und das war so einer.“

Am Samstag (20.30 Uhr/ARD) entscheidet sich, ob Borussia Dortmund oder Holstein Kiel der Finalgegner der Leipziger sein wird. „Ich habe schon oft gesagt, dass ich mir nur über die Dinge Gedanken mache, die ich beeinflussen kann. Ich schaue mir das Spiel an und dann soll die bessere Mannschaft in Berlin auf uns treffen“, so Nagelsmann.